Bad Kissingen
Natur

Lebensgefahr: Wichtelhöhle ist eingestürzt

Der Wanderweg an den Wichtelhöhlen bei Bad Kissingen ist vorerst gesperrt. Eine der Felsformationen brach am Sonntag ab. Ein Gutachten soll nun klären, warum.
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Die Einsturzstelle in den Wichtelhöhlen  Fotos: Sabine Herteux
Die Einsturzstelle in den Wichtelhöhlen Fotos: Sabine Herteux
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Fassungslos steht er vor der Wichtelhöhle. Besser gesagt vor dem, was noch von ihr übrig ist. Bis zu zehn Kubikmeter Buntsandstein liegen vor seinen Füßen. Zerbröckelt, zertrümmert - völlig zerstört. Mit so einem großen Brocken hätte Hubert Steigerwald nicht gerechnet.



Der Revierleiter des Forstbetriebs Bad Kissingen hat selbst erst gestern davon erfahren, sieht den Felsvorsprung nun zum ersten Mal. Vermutlich am Sonntag kam es zum Einsturz. Der Schock ist groß. "Da sehen Sie, was für eine Urkraft hier herrscht", sagt er bestürzt.

Eindringliche Warnung
Der Wanderweg an den Wichtelhöhlen ist seit gestern Nachmittag komplett gesperrt. Betreten verboten. Auf ungewisse Zeit. Hinweisschilder und Absperrband an den Weg eingängen am Heiligenhof sowie an der Wetterschutzhütte oberhalb des Parkplatzes am Golfplatz machen unmissverständlich deutlich: Hier herrscht Lebensgefahr. Steigerwald hat sie persönlich angebracht. "Der Schutz der Menschen und spielender Kinder steht an oberster Stelle. Wir warnen eindringlich vor dem Betreten des Wanderwegs", betont er. Auch ein Teilstück des "Wegs durch die Zeit" ist von der Sperrung betroffen.

Wie es zum Einsturz kommen konnte, ist bisher noch völlig unklar. Ein geologisches Gutachten soll Aufklärung bringen. Ebenso darüber, ob nun auch die anderen Sandstein-Formationen der Wichtelhöhlen geprüft werden müssen. "Das dauert aber eine Zeit", ist sich Steigerwald sicher. Das abgebrochene Steinmaterial würde an einer passenden Stelle wieder angesetzt. Der größte Brocken ist etwa drei Meter lang und 1,20 Meter hoch.

Verlegung des Wegs?
Ebenso, vermutet der Revierleiter, ist für die Aufräumarbeiten wahrscheinlich ein Kletterbagger nötig. "Das wird eine heikle Geschichte, gerade mit der B 287. Wenn der den Hang runterfällt." Doch was, wenn die Gefahr überhaupt nicht zu beheben ist? Als letzte Konsequenz bliebe die Verlegung der Wanderwege. "Doch soweit wird es, glaube ich, nicht kommen."

Der Forstbetrieb Bad Brückenau ist der Grundeigentümer der Wichtelhöhlen. Die staatliche Kurverwaltung ist für die Verkehrssicherheit der Promenade-Wege - und somit auch der Wichtelhöhlen - zuständig.

Für Steigerwald ist die Ursache des Einsturzes jedenfalls bisher noch nicht zu erkennen. Immer noch entsetzt vom Anblick der abgebrochenen Sandsteinplatten begutachtet er sie von allen Seiten, läuft hin und her, schaut sich alles genau an. "Es gibt Naturereignisse, die man nicht erklären kann", schlussfolgert er. Auf dem Weg zurück zum Auto wirkt er nachdenklich, deutet auf die anderen anmutigen, noch heilen Felsformationen. "Jetzt, wo man die Einsturzstelle gesehen hat, läuft man mit einem ganz anderen Gefühl zurück."


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