Bad Kissingen
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Landkreis Bad Kissingen: Saale-Zeitung sponsert Sicherheitsdreiecke

Polizei und Verkehrswacht geben Tipps für Schüler und Erwachsene. Sparkasse und Saale-Zeitung sponsern seit Jahrzehnten Mützen, Tücher und nun Sicherheitsdreiecke.
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Verkehrserzieher Matthias Kleren erklärt zum Schulstart den beiden Abc-Schützen Leni und Timo das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Ein Tipp: Nie zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße laufen.
Verkehrserzieher Matthias Kleren erklärt zum Schulstart den beiden Abc-Schützen Leni und Timo das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Ein Tipp: Nie zwischen parkenden Autos hindurch auf die Straße laufen.
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Rund 115 000 ABC-Schützen hatten gestern ihren ersten Schultag, 753 davon im Landkreis Bad Kissingen. Der sechsjährige Timo aus Theinfeld ist einer von ihnen. "Ein bisschen aufgeregt" sei er, vor allem aber ist er gespannt auf den Inhalt seiner Schultüte: Außen ist sie mit einem Fußball und einem Tornetz verziert. "Das haben meine Mama und meine Tante gebastelt", erzählt Timo stolz. Der Grund für die Gestaltung ist klar: "Ich spiele gerne Fußball." Demnächst will er sogar bereits in der U 9 mitkicken. Damit Timo jeden Tag sicher zur Schule und wieder nach Hause kommt, erhielt er gestern eines der Sicherheitsdreiecke, die die Saale-Zeitung und die Sparkasse für alle Schulanfänger sponsern.

1970 begann die Verkehrswacht damit, Schulkinder mit orangenen Pudelmützen und Schals auszustatten. Später gab es Sicherheitsdreiecke mit Reflektor-Streifen. Seit 1982 ist die Sicherheitsausrüstung für Kinder kostenlos, weil die Saale-Zeitung die Aktion finanziell unterstützt. Seitdem gibt es auch die Auftaktveranstaltung unter dem Motto "Sicher zur Schule, sicher nach Hause" am ersten Schultag. Heuer war die Grundschule in Poppenlauer Gastgeber. "Wir haben aktuell 199 Grundschüler, davon 48 Kinder in der ersten Klasse", berichtet Schulleiterin Simone Heinz.

"Unsere Kinder müssen auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet werden", sagte Verkehrserzieher Matthias Kleren. Es sei kein Zufall, dass zwei Drittel aller Schulweg-Unfälle im Winter-Halbjahr passieren: "Dunkle Kleidung macht die Kinder unsichtbar", sagte der Polizist, und: "Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit." Das belegte er mit konkreten Beispielen: Bei Nebel oder Dunkelheit sei ein dunkel angezogenes Kind etwa aus der Entfernung von einem halben Fußballfeld zu sehen, mit den Sicherheitsdreiecken erhöhe sich die Strecke auf drei Fußballfelder. Deshalb Klerens Rat: "Tragt die Dreiecke eure komplette Grundschulzeit über."

"Heute morgen bin ich schon in vielen Orten durch den Nebel gefahren", verdeutlichte Landrat Thomas Bold(CSU), wie aktuell das Thema bereits zu Beginn des Schuljahres sei. "Schulweg-Unfälle gehören zu den Nachrichten, die auch wir auf keinen Fall in der Zeitung lesen wollen", begründet Redaktionsleiterin Susanne Will das Engagement der Saale-Zeitung. Deshalb sollen die reflektierenden Dreiecke auch in Zukunft gesponsert werden.

Zwei Unfälle auf dem Schulweg

Im Landkreis gab es im Jahr 2018 zwei Schulweg-Unfälle: In Bad Kissingen stürzte ein Schüler mit dem Fahrrad, an der Autobahn-Ausfahrt Bad Brückenau-Volkers wurde ein Kind leicht verletzt, als ein Lkw einem Schulbus die Vorfahrt nahm. In ganz Unterfranken gab es im vergangenen Jahr 39 Schulwegunfälle, bei denen insgesamt 40 Kinder verletzt wurden. 19 davon waren als Fußgänger unterwegs. "Die Anzahl der Schulwegunfälle ist glücklicherweise seit Jahren unterfrankenweit rückläufig", teilt das Polizeipräsidium mit. Laut Regierung von Unterfranken gab es seit sieben Jahren keinen tödlichen Schulwegunfall im Regierungsbezirk.

Trotzdem arbeiten Polizei und Verkehrssicherheitswacht daran, die Zahlen weiter zu senken und Unfälle zu vermeiden. Unter anderem kontrolliere die Polizei noch bis Ende September verstärkt auf Schulwegen. Neben Geschwindigkeits- und Gurtkontrollen werde besonders die Kindersicherung in Pkw im Fokus sein. "Ziel ist dabei stets die Sicherheit unserer Kleinsten", betont das Polizeipräsidium Unterfranken. Wichtig sei, dass Eltern mit ihren Kindern den Weg auf dem sichersten, also nicht unbedingt kürzesten - Weg zur Schule abgehen. Und keine Hektik am Morgen aufkommen lassen: "Stehen Sie rechtzeitig mit den Kindern auf, damit sich das Schulkind am Morgen entspannt und ohne Zeitdruck auf den Weg machen kann", rät die Polizei.

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