Bad Kissingen
Stromausfall

Landkreis Bad Kissingen: Plötzlich ist das Licht aus

In der vergangenen Nacht blieb es in rund 5000 Haushalten in Bad Kissingen, Bad Bocklet, Euerdorf, Ramsthal und Sulzthal dunkel. Der Stromausfall dauerte fast vier Stunden.
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Symbolbild: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa
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Für die Hochzeitsgesellschaft im Sulzthaler Gasthaus war es wohl weniger lustig. Um 23.22 Uhr in der Nacht auf Sonntag ging plötzlich das Licht aus - genauso wie in rund 5000 Haushalten im Landkreis Bad Kissingen. Zwei defekte Kabel in Sulzthal und Bad Kissingen sorgten dafür, dass die Party nur noch mit Kerzenschein weitergehen konnte. "Für die Betroffenen ist das ärgerlich, aber wir haben alles getan, um den Stromausfall möglichst kurz zu halten", sagt Maximilian Zängl, Sprecher von Bayernwerk. Trotzdem dauerte es bis 3.15 Uhr, bis alle Haushalte wieder Strom hatten.

Der Stromausfall hatte zwei Schwerpunkte: zum einen den Bereich Euerdorf, Ramsthal und Sulzthal, zum anderen Teile der Stadt Bad Kissingen und die Gemeinde Bad Bocklet. "Wir hatten zwei Kabeldefekte gleichzeitig", begründet Zängl die Verteilung. Das sei nichts Ungewöhnliches: "Wenn ein Kabel durchschmort, kann es zu Spannungsspitzen kommen, die dann ein anderes Kabel überlasten." Was passiert dann? "Wir versuchen, über Schaltmaßnahmen den Schaden zu lokalisieren", beschreibt Zängl das Vorgehen, meistens könnten über Umleitungen auch die meisten Haushalte schnell wieder versorgt werden.

Zwei Leitungsschäden gleichzeitig

"Oft gelingt uns das, in diesem Fall leider nicht." Deshalb kam es zu einem auch für Bayernwerk ungewöhnlich langen Stromausfall von bis zu knapp vier Stunden, denn: "Wir mussten die betroffenen Gebiete über Aggregate versorgen." Also schlugen sich etliche Bayernwerk-Mitarbeiter vom Störungsdienst die Nacht um die Ohren. Und am Sonntag selbst ging es gleich weiter: Am Kabel in der Sulzthaler Hauptstraße wurde der Schaden zwischen den Einmündungen der Ermstaler Straße und dem Schlangenweg geortet.

"Wir sind dort schon dabei, den Defekt zu reparieren", teilte Zängl am Sonntagvormittag mit. Wann in Bad Kissingen das Kabel ausgetauscht wird, stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, aber auch dort gelte: "Die Kunden sind versorgt." Ob es größere Folgeschäden gab, dazu konnte Zängl keine Angaben machen. Die ein oder andere Sicherung löste in den Haushalten aus, Steuerungen gerieten aus dem Takt und Gefrierschränke tauten langsam auf. Bis gestern hatten Kunden jedoch keine Schäden gemeldet.

Es ist schon der fünfte größere Stromausfall im Landkreis in diesem Jahr. Gleich zu Beginn des Jahres waren Geroda, Riedenberg, Teile der Gemeinde Schondra sowie der Gemeinde Burkardroth betroffen. Auch das Handynetz war zeitweise lahmgelegt. Ende Januar sorgte ein Stromausfall in Bad Kissingen für Aufruhr. Etwa 100 Haushalte im Stadtteil Garitz blieben dunkel. Im übrigen Stadtgebiet kam es zu kurzzeitigen Störungen: Das Kino startete seine Filmvorführungen später, weil die Technik erst wieder hochgefahren werden musste. In der Eishalle spielten die Sportler kurze Zeit nur mit Notbeleuchtung.

Schon der fünfte Stromausfall dieses Jahr

Ende Mai blieb in Bad Brückenau und Umgebung der Strom weg. 3400 Haushalte und Betriebe saßen ohne Strom da. In den Supermärkten standen die Kassen still. Auch hier war großflächig kein Mobilfunksignal mehr zu empfangen. Die einzelnen Orte kamen zu unterschiedlichen Zeiten wieder ans Netz. Bis zu 73 Minuten war die Versorgung unterbrochen.

Anfang Juli waren etwa 1200 Haushalte und Betriebe rund um den Kreuzberg vom Strom abgeschnitten. Betroffen waren Gemeinden in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Für schätzungsweise 50 Haushalte dauerte es volle vier Stunden, bis die Versorgung wiederhergestellt war. Der Papierhülsenhersteller Paul und Co in Oberwildflecken musste lediglich 50 Minuten ohne Strom überbrücken. Das allein reichte jedoch, um die Produktion lahmzulegen. Das Unternehmen beklagte einen Schaden in fünfstelliger Höhe.

von Ralf Ruppert und Ulrike Müller

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