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L + S AG - der Großenbracher Weltmeister

Eine echte Erfolgsgeschichte: Die Labor L + S AG ist seit vielen Jahren auf Expansionskurs. Vom Bad Bockleter Gewerbegebiet Mangelsfeld aus betreut sie mit immer mehr Mitarbeitern immer mehr Kunden im In- und Ausland.
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Nikolai Wolf prüft an einem der drei Isolatoren die Sterilität einer Probe.   Fotos: Edgar Bartl / L + S AG
Nikolai Wolf prüft an einem der drei Isolatoren die Sterilität einer Probe. Fotos: Edgar Bartl / L + S AG
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Als der promovierte Biologe Timo Krebsbach vor elf Jahren aus Köln in die bayerische Provinz, nach Bad Bocklet, zog, hatte sein Arbeitgeber knapp 100 Mitarbeiter. Heute stehen auf der Gehaltsliste der L + S AG 355 Beschäftigte, darunter 40 Akademiker und rund 30 Auszubildende. Es sollen noch mehr werden, etliche Stellen sind ausgeschrieben. Chemie- und Biologielaboranten werden dringend gesucht.

L+S - das ist eine Erfolgsgeschichte.
Vom Kleinlabor zum Marktführer, ja sogar zum Weltmeister: "Kein Labor macht mehr Sterilprüfungen als wir", sagt Timo Krebsbach, der diese Abteilung zehn Jahre geleitet hat, stolz. Jetzt ist er Chef des Bereichs Marketing und Sales.

Eine Art "TÜV" für Arzneien

Bei einem Rundgang durch die Häuser fällt auf: Überall wird konzentriert, aber nicht hektisch gearbeitet. Viele junge, gut gelaunte Menschen in weißen oder blauen Kitteln (je nach Abteilung) hantieren mit Pipetten, Glasträgern, modernen Maschinen. 250 000 Euro kostet so ein Isolator. L + S hat drei. Dort wird unter sterilen Bedingungen geprüft, ob Medikamente oder Infusionslösungen okay sind.

Das ist nur ein Tätigkeitsfeld. L + S ist eine Art "TÜV" für medizinische Artikel, Medikamente für Menschen und Tiere ("da gibt es keinen Unterschied"), Kosmetika, Lebens- und Futtermittel. Nach Angaben von Timo Krebsbach gehört die AG bei den Qualitätskontrollen in dieser Branche zu den leistungsstärksten Anbietern weltweit. Das Angebot umfasse das gesamte Spektrum mikrobiologischer und physikalisch-chemischer Qualitätsprüfungen bei Entwicklung, Zulassung und Produktion. Wichtigstes Standbein ist die pharmazeutische Industrie. Dort generiert L + S etwa 70 Prozent des Umsatzes.

"Hier sind unsere Wurzeln"

Täglich treffen weit mehr als 1000 Proben ein, werden ausgepackt, registriert, überprüft und der zuständigen Abteilung zugeführt. Alles geschieht zur Sicherheit nach dem Vier-Augen-Prinzip. Nach den Tests werden die Substanzen dann verbrannt.

Seit der Gründung kennt L + S nur einen Weg: den nach oben. Das soll so bleiben. "Wir haben so viel zu tun, dass es aufwärts geht", sagt Timo Krebsbach. L + S habe schon viele Kunden in Europa, jetzt sollen weitere vor allem aus der Schweiz und Österreich hinzu kommen.

Das alles wird auch künftig von Großenbrach aus geschehen. Es gebe "definitiv keine Abwanderungspläne", sagt Timo Krebsbach. Die Unternehmensleitung habe ein ganz klares Bekenntnis zu Großenbrach abgelegt. Denn "hier sind unsere Wurzeln". Nicht nur, weil die Standortkosten niedriger sind als in Ballungsregionen. Hier funktioniert die Logistik genauso wie dort. Außerdem sei das Verhältnis zum Markt Bad Bocklet und seinem Bürgermeister Wolfgang Back (CSU) hervorragend. L + S ist der größte Gewerbesteuerzahler im Ort und ein wichtiger Arbeitgeber im Kreis. Der Rückhalt in der Bevölkerung sei sehr groß. Timo Krebsbach: "Die Gemeinde unterstützt uns, wo sie kann. Wir fühlen uns hier sauwohl."

ZAB und FDA kontrollieren

Auch deshalb hat die AG sich ein Nachbargrundstück gesichert. Timo Krebsbach: "Wenn es weiter aufwärts geht, werden wir uns am Ort erweitern." Darüber sei allerdings noch keine Entscheidung getroffen worden.
Auch will L + S möglichst viele seiner Mitarbeiter - Timo Krebsbach: "Wir zahlen für die Region sehr gut" und in Anlehnung an die Tarife - aus der Region rekrutieren. Die Belegschaft ist auffallend jung. Das heißt nicht, dass man keine älteren Beschäftigten mag, ganz im Gegenteil. Timo Krebsbach schätzt deren Erfahrung und Zuverlässigkeit. Das Durchschnittsalter ist deshalb relativ niedrig, weil in den vergangenen Jahren die 30 Azubis "zu 100 Prozent übernommen" wurden.

Dennoch ist das personelle Potenzial vor Ort zu gering für das L + S-Wachstum. Auch deshalb bietet die AG viele Weiterbildungsmöglichkeiten bis hin zum berufsbegleitendem Studium an. Sie hat eine betriebliche Altersversorgung, flexible Arbeitszeitmodelle sowie eine großzügige, moderne Kantine.

L + S prüft nicht nur, das Labor wird auch geprüft. Über 60 Kunden-Audits pro Jahr fänden statt. Zu Inspektionen kommen Zentrale Arzneimittelüberwachung Bayern (ZAB) und die amerikanische FDA (Food and Drug Administration).

Geschichte Rüdiger Leimbeck (L) übernimmt 1984 das Laboratorium Flaßhoff in Bad Kissingen (19 Mitarbeiter). 1987 holt er seinen Studienfreund Bernd Sonnenschein (S) ins Boot. Die GmbH hat 28 Beschäftigte und baut ein Labor in Großenbrach. 1991 folgt eine erste Erweiterung, 1994 eine zweite (66 Mitarbeiter). 1995 wird die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1998 hat sie 115 Mitarbeiter, darunter 17 Akademiker. 2006 wird erneut erweitert. Es entsteht zudem ein Bau für chemisch-physikalische und biologische Prüfungen. 2010 werden weitere 1600 Quadratmeter Büro- und Laborflächen fertig (jetzt 250 Mitarbeiter).

Kennzahlen Rund 250 000 Proben werden pro Jahr untersucht. Nach Firmenangaben beträgt der Jahresumsatz 23 Millionen Euro. Er ist in der Vergangenheit zum Teil zweistellig gewachsen. Mittlerweile stehen 5100 Quadratmeter Labor- und Bürofläche zur Verfügung. Ein Grundstück für einen Erweiterungsbau ist gekauft. Die L + S AG hat nach eigenen Angaben mehr als 1200 Industriekunden im In- und Ausland, vor allem aus der pharmazeutischen Branche. Dazu kommen 1700 Ärzte und Heilpraktiker sowie 30 Kliniken. Sie ist gemäß DIN EN 17025 und nach nach der internationalen Umweltmanagament-Norm 14001 zertifiziert.

Spektrum Das Angebot umfasst unter anderem mikrobiologische und biologische Qualitätskontrolle mikrobiologische Wertbestimmung, Prüfungen, Untersuchungen und betriebshygienische Dienstleistungen.

Chefetage Die Firmengründer Rüdiger Leimbeck und Bernd Sonnenschein halten die Aktien, bilden mit Werner Wohnhas den Aufsichtsrat. Seit 2006 sind Frank Böttcher (operatives Geschäft, Personal, Finanzen) und Lothar Bomblies (Standort- und Investitionsmanagement) Vorstände. Die AG ist der Sponsor von Paralympic-Star Gerd Schönfelder. Mehr Infos unter www.Labor-LS.de

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