Bad Kissingen
Freizeit

Kunstrasengolf im Kissinger Kurpark

Für das Gelände des ehemaligen Minigolfplatzes ist ein neuer Pächter gefunden. Der plant dort eine Golfanlage für Abenteurer.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Gruppespielt in Forchheim auf einer von Tour Green errichteten Anlage Abenteuergolf. Josef Hofbauer/Archiv
Eine Gruppespielt in Forchheim auf einer von Tour Green errichteten Anlage Abenteuergolf. Josef Hofbauer/Archiv
Was wird aus der ehemaligen Minigolfanlage und dem in die Jahre gekommenen Spielplatz an der Lindesmühlpromenade? Diese Frage hängt seit Jahren unbeantwortet im Raum, das Gelände des Freistaats mitten im Luitpoldpark war zunehmend Verfall und Verwahrlosung preisgegeben. Vor wenigen Wochen hatte die Staatsbad GmbH dann aber angedeutet, dass eine Lösung für das Problem in greifbarer Nähe ist. Die vertraglichen Details mit dem neuen Betreiber sind inzwischen geregelt.

Wie die Staatsbad jetzt auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, hat das Areal seit Anfang der Woche einen neuen Pächter: Die Tour Green GmbH aus Oberhaid bei Bamberg. "Tour Green wird dort eine moderne Adventure-Golf Anlage bauen", sagt die Leiterin der Marketingabteilung, Kathrin Betzen. Die alte Minigolf-Anlage, die vor fünf Jahren wegen Asbest-Belastung geschlossen wurde und der marode Spielplatz werden zu einer neuen Freizeitanlage umgebaut. Nicht Teil des Pachtvertrages ist laut Staatsbad die Sommerstockbahn. "Die bleibt wie bisher beim Ski Club Bad Kissingen", sagt Betzen. Der aktuell wegen Vandalismus gesperrte Bereich um Klettergerüst und Rutsche bleibt bis zum Beginn der Bauarbeiten gesperrt.


Eröffnung im Sommer 2019

Bodo Korczynski, Geschäftsführer bei Tour Green, hat mit seinem Unternehmen europaweit bereits mehr als 40 Adventure-Golf Anlagen gebaut, unter anderem auch in mehreren Kurorten wie Bad Dürrheim, Bad Tölz und Bad Salzungen. Bislang steht noch nicht fest, wie die Anlage in Bad Kissingen aussehen soll. "Es ist alles noch sehr frisch", sagt Korczynski.

Die Planungsdetails müssten in den nächsten Wochen ausgearbeitet werden. Bis Anfang August sollen sie aber feststehen und öffentlich vorgestellt werden, kündigt der Bautechniker für Hoch-, Tief- und Sportanlagenbau an. Immerhin: Der Fachmann rechnet mit einer Bauzeit von drei bis vier Monaten. "Unser Ziel ist es, die Anlage im Sommer 2019 zu eröffnen", sagt er. Je nach Witterungsverhältnissen gegebenenfalls aber auch früher. Ein gastronomisches Angebot ist nicht vorgesehen, lediglich ein Kioskverkauf an der Schlägerausgabe.


Ruhezonen zwischen 18 Bahnen

Der Freizeitspaß Adventure-Golf stammt ursprünglich aus den USA. "Man kann es auch einfach als Abenteuergolf bezeichnen", erklärt Korczynski. Dabei handle es sich um ein Mittelding zwischen Golf und Minigolf. Gespielt wird auf Kunstrasen und nicht auf statisch eingefassten Bahnen. Die Bahnen können je nach Areal eine Länge von fünf bis zu 50 Metern erreichen. Es gilt verschiedene Unebenheiten und Hindernisse zu überwinden. "Ein versierter Spieler sollte eine Adventure-Golf Bahn in etwa drei bis fünf Schlägen bewältigen können", sagt der Tour Green-Geschäftsführer.

Abenteuergolf-Anlagen werden im Maßstab 1:10 zu einem großen Golfplatz gebaut. In Bad Kissingen ist eine vollwertige 18-Loch-Anlage vorgesehen, "mit großzügigen Zwischenflächen als Ruhezonen".
Sie wäre die erste ihrer Art in der Umgebung. Laut Korczynski dürfte sich die Stadt durch die neue Attraktion einen Schub bei Tagestouristen versprechen. Einheimische profitieren, weil sie ein neues Freizeitangebot erhalten. Aber auch für den Betreiber seien Abenteuergolfanlagen ein lohnendes Geschäft. "Je nach Marketing und Lage der Anlage sind Besucherzahlen von 10 000 bis über 40 000 je Saison keine Seltenheit", wirbt Tour Green auf seiner Homepage.


Materiallager für Skiclub

Die neue Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Staatsbad GmbH, Sylvie Thormann, freut sich, ihre Amtszeit mit einer guten Nachricht zu beginnen. Die geplante Freizeitanlage "sehe ich als wunderbare Bereicherung und Ergänzung unseres Gesamtangebotes", sagt sie. Gästen und Einwohnern werde eine neue, attraktive Freizeitmöglichkeit geboten.

Der Vorsitzende des Skiclubs Richard Fix bestätigt, dass der Verein die Sommerstockbahn weiterhin nutzt. Für die alte Kioskhütte im Eingangsbereich hingegen ist der Mietvertrag ausgelaufen. Der Skiclub hatte die Hütte bislang als Lager verwendet. Fix äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass der Verein mit dem neuen Pächter eine Lösung für das im Kiosk abgestellte Material zu finden.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren