Bad Kissingen
E-Mobilität

Kundiger Blick in Fahrtenbücher kommunaler Fuhrparks

Was steht in der Garage und nutzen Kommunen es sinnvoll? Eine Fachveranstaltung informiert über die nachhaltige Nutzung von Dienstfahrzeugen.
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Alfred Gerlach, verantwortlich für den Fuhrpark am Landratsamt, betankt ein Hybridfahrzeug.  Foto: Benedikt Borst/Archiv
Alfred Gerlach, verantwortlich für den Fuhrpark am Landratsamt, betankt ein Hybridfahrzeug. Foto: Benedikt Borst/Archiv
Was steht in der Garage und nutzen wir es sinnvoll? Die Fachveranstaltung "Kommunale Fuhrparkanalyse" informiert über die nachhaltige Nutzung und Organisation von Dienstfahrzeugen.
Zum Fuhrpark von Kommunen zählen neben Fahrzeugen für den Bauhof, den Straßenbau, Hoch- und Tiefbau, vor allem klassische Autos. Diese nutzen die Angestellten, wenn sie im Außendienst sind. Wie ein Fuhrpark ausgelastet ist, wie lange die Autos ungenutzt stehen beziehungsweise welche Dauer und Streckenlänge die Fahrten haben - das wurde nun untersucht. Und zwar nicht einfach so, sondern vor dem Hintergrund des "Interkommunalen Elektromobilitätskonzepts", an dem der Landkreis Bad Kissingen und die ansässigen Kommunen arbeiten.

Ziel des Konzepts ist es aufzuzeigen, in welcher Form und in welchem Umfang Behörden und Kommunen im Landkreis Elektromobilität nutzen können. Für die Fuhrparkanalyse untersuchte eine externe Fachfirma die Fahrtenbücher der Kommunen und des Landratsamtes. Nach einer statistischen Auswertung ist nun leicht erkennbar, welche Autos viel, welche wenig und in welchem Radius sie genutzt werden. Daraus lassen sich beispielsweise folgende Überlegungen ableiten: Zu wie viel Prozent wäre der kommunale Fuhrpark mit Elektrofahrzeugen abdeckbar? Wie lässt sich der Fuhrpark am sinnvollsten und am nachhaltigsten organisieren? Können Gemeinden vielleicht ein Fahrzeug, das nur selten benötigt wird, mit einer anderen Kommune teilen?


E-Bike für kurze Strecken

Diese Ergebnisse und Überlegungen stellten die Experten kürzlich in einer Fachveranstaltung vor. Auch wurde vorgerechnet, welche Einsparmöglichkeiten es gibt bei einer teilweisen oder schrittweisen Umstellung auf E-Fahrzeuge - sowohl finanziell, als auch hinsichtlich des CO2-Ausstoßes.

Daneben gab es Input und Ideen zu bislang ungewohnten Dienstfahrzeugen. Für kurze Strecken eignet sich zum Beispiel in vielen Fällen auch ein Lastenrad, ein Roller oder ein E-Bike, so die Experten. In weiteren Veranstaltungen und Workshops wird nun überlegt, was sich konkret umsetzen lässt.

Mit Hilfe des Interkommunalen Elektromobilitätskonzepts erhalten die Kommunen eine fachliche Grundlage zur Bearbeitung des zukunftsweisenden, aber auch technisch anspruchsvollen Themas. Neben der Fuhrparkanalyse beinhaltet das Konzept einen Plan zur Beschaffung von E-Fahrzeugen und zum Ausbau der Ladeinfrastruktur. Eine große Rolle spielt auch das Thema Tourismus, sei es in Bezug auf die Ladeinfrastruktur an Tourismuseinrichtungen oder auf die populäre Fortbewegung per E-Bike. Landkreisweite Standards für Ladeinfrastruktur sowie ein einheitliches Erscheinungsbild und Infoveranstaltungen runden das Konzept ab.

Das Interkommunale E-Mobilitätskonzept wird schrittweise erstellt, denn es werden räumliche Besonderheiten betrachtet. Die einzelnen Arbeitsschritte lauten folgendermaßen: Erstellung einer Prognose für die Entwicklung von Elektromobilität im Landkreis, Analyse der Fuhrparke, Entwicklung von Ladeinfrastrukturstandorten, Entwicklung einer Lösung für eine landkreisweite Beschaffung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastrukturkomponenten, Behandlung des Themas Elektromobilität in Bezug auf Tourismus sowie Entwurf eines einheitlichen Erscheinungsbildes für Elektromobilität.
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