Er hat alle Voraussetzungen, der Schwarm aller Schülerinnen des Kissori-Lernzentrums zu werden und das Zeug zum Lieblingslehrer: Sympathisch, locker, sportlich, gut aussehend, jung und klug. Fest angestellt ist der 31-jährige Bernhard Löser in der gemeinnützigen GmbH seit diesem Monat. Und mit Schuljahresbeginn 2012/2013 ist er Leiter des Kissori-Gymnasiums, das zu diesem Zeitpunkt als kleinstes Gymnasium in Bayern seinen Betrieb aufnehmen wird.
Der studierte Mathematiker und Sportler, der momentan noch in Würzburg lebt, hat in den vergangenen zwei Jahren am Celtis-Gymnasium in Schweinfurt gearbeitet. Aber er war schon in dieser Zeit auf der Suche nach einer Einrichtung, in der seine Vorstellungen von einer anderen Pädagogik besser umzusetzen sind. "Ich weiß, dass Lernen Spaß machen kann", ist er überzeugt, "und das ist in einer kleineren Einrichtung besser umzusetzen." Er versteht sich weniger als Lehrer denn als Lernbegleiter, ganz im Sinne des Grundgedankens der Montessoripädagogik und ihrer Aufforderung, "Hilf mir, es selbst zu tun."
In seinen zwei Zulassungsarbeiten hatte Löser sich mit "Lernen und Bewegung" beschäftigt. Dabei war der Sohn einer Schulpsychologin auch auf die reformpädagogischen Ansätze von Maria Montessori, Ruth Cohn und Célestine Freinet gestoßen. "Und irgendwann bin ich dann auf Bernhard Löser gestoßen", sagt Richard Lutz, der für das Lernzentrum insgesamt verantwortlich zeichnet. "Er passt einfach zu uns", findet er. "Ein harmonisch zusammenarbeitendes Team prägt die ganze Gemeinschaft und damit das Lernumfeld ", ergänzt Löser und verleiht seiner Überzeugung Ausdruck, dass letztlich die Kinder selbst die Schule entwickeln.
Die Kissori-Grundschule, die in der Salinenstraße 32 nach den pädagogischen Grundsätzen von Montessori, Cohn und Freinet arbeitet, hatte bereits mit Beginn des laufenden Schuljahres ihren Betrieb aufgenommen. Die Verantwortlichen wollten von Anfang an auch ein Gymnasium aufbauen, aber die Finanzierung bereitete längere Zeit Sorgen, zumal staatliches Fördergeld erst nach vier Jahren fließt. Aber auch wenn die gGmbH weiter Sponsoren sucht, kann sie im Herbst den Gymnasialbetrieb starten. Drei Lehrkräfte fehlen noch für die Fächer Deutsch, Englisch und Kunst.
Der Übergang wird fließend sein, Schülerinnen und Schüler, die bereits jetzt die Kissori- Grundschule besuchen, können nach einem Übertrittsritual ins Kissori-Gymnasium wechseln. Auch Außenstehende haben die Möglichkeit, ihre Kinder fürs nächste Schuljahr anzumelden. Dazu müssen Interessierte das Bewerbungsformular ausfüllen, das im Internet über die Homepage - www.kissori.de - zu finden ist. Wer das bis einschließlich 9. Februar tut, bekommt die Einladung zu einer Informationsveranstaltung. Hierbei wollen Bernhard Löser und Richard Lutz das pädagogische Konzept des Gymnasiums vorstellen. Denn beide sind davon überzeugt: "Die Eltern müssen das Konzept mittragen."