Bad Kissingen
Besichtigung

Kreistag im Bad Kissinger Luitpoldbad: "Die Treppenhäuser sind großes Kino"

Der Kreistag schaute sich im Behördenzentrum Luitpoldbad um. Architekt Christian Teichmann und Erwin Full vom Staatlichen Bauamt waren vor Ort.
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Architekt Christian Teichmann (Bildmitte) berichtete über Details der Sanierung des Luitpoldbades. Den Kreisräten schloss sich spontan die neue Kurdirektorin Sylvie Thormann (rechts) an.  Foto: Ralf Ruppert
Architekt Christian Teichmann (Bildmitte) berichtete über Details der Sanierung des Luitpoldbades. Den Kreisräten schloss sich spontan die neue Kurdirektorin Sylvie Thormann (rechts) an. Foto: Ralf Ruppert
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"Gigantisch", sagt der Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth (FW) staunend. Mit Kreistagskollegen besichtigte er vor der jüngsten Sitzung das neue Behördenzentrum im Luitpoldbad. "Die Treppenhäuser sind großes Kino", schwärmt auch CSU-Landrat Thomas Bold. Und zu Kurdirektorin Sylvie Thormann und Vermessungsamt-Chef Albert Köder, die sich der Führung anschlossen, sagte er: "Wir beneiden Sie alle um Ihre Arbeitsplätze."

"Hier wurden öffentliche Bereiche geschaffen, jeder kann hier reingehen", betonte Erwin Full vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt auf Nachfrage der Kreisräte. In Absprache mit der Denkmalpflege hat der Freistaat Badezellen originalgetreu erhalten und Ausstellungen zur Geschichte Bad Kissingens und zur Bewerbung um das Weltkulturerbe geschaffen.

Für Überraschung bei den Kreisräten sorgten Vergleiche von Architekt Christian Teichmann: Der Grundriss des Luitpoldbades hat annähernd die Ausmaße dessen der Würzburger Residenz. Und die Elbphilharmonie würde fast zwei Mal auf das Grundstück passen. Im Gegensatz zum Projekt in Hamburg gab es in Bad Kissingen aber keine ungeplante Kostenmehrung: "Wir haben das Projekt punktgenau abgeschlossen, wir hatten sogar noch tausend Euro übrig", berichtete Teichmann. 39 Millionen Euro hat das moderne Behördenzentrum samt Eventbereich im Innenhof gekostet. Auf 4600 Quadratmetern sind Vermessungsamt, Staatsbad GmbH, Kissinger-Sommer-Büro, Finanzkasse, Räume der Spielbank und das Kissinger Büro der Immobilien Freistaat Bayern untergebracht.

"Der Ruf Bad Kissingens hängt eng mit der historischen Bausubstanz zusammen", betonte Teichmann, der bereits die Sanierung des Regentenbaus betreute. Auch das Luitpoldbad beschäftige ihn schon lange: Erst habe er die Pläne für eine Therme dort begleitet, später entwarf sein Büro ein Hotel auf dem Gelände. Deshalb habe das Würzburger Büro einen Wettbewerbsvorteil gehabt, als der Umbau zum Behördenzentrum 2012 ausgeschrieben wurde.

"Das ist ein Denkmal, das weit und breit seinesgleichen sucht", sagte Landrat Bold nach der Führung, und: "Beim Umbau sind der Charakter und die Seele des Gebäudes erhalten geblieben."



Aus der Sitzung des Kreistags

Nachfolge Landrat Thomas Bold (CSU) vereidigte die Bad Kissingerin Anna Krug (CSU) als neue Kreisrätin. Sie rückt für den verstorbenen Wolfgang Back nach und übernimmt auch Backs Sitz im Kulturausschuss, während Edgar Kast neu in den Wirtschafts- und Umweltausschuss einzieht. Backs Platz im Regionalen Planungsverband nimmt der Maßbacher Bürgermeiser Matthias Klement ein. Zudem wurden Stellvertretungen neu geregelt.

Finanzen Kämmerer Christian Metz gab einen Halbjahresbericht zu den Finanzen des Landkreises. Während die Kreisumlage von den Gemeinden und die Umlage an den Bezirk zur Jahresmitte genau zur Hälfte verbucht sind, gibt es in anderen Bereichen Schwankungen: Bei Sozialleistungen hinken beispielsweise die Zuweisungen meist wegen verzögerter Abrechnung hinterher. Auch im Baubereich gab der Landkreis längst nicht das aus, was eigentlich geplant war: Unter anderen verzögern sich der Neubau des Berufsbildungszentrums Münnerstadt und die Generalsanierung des Hammelburger Gymnasiums. Dafür sind schon 80 Prozent der Verkaufserträge verbucht, weil das alte Haus Waldenfels in Bad Brückenau bereits bezahlt sei. "Wir bewegen uns im normalen Rahmen", lautet das Fazit des Landkreis-Kämmerers.

Auftrag Bei der Sanierung des Info-Zentrums "Haus der Schwarzen Berge" hat sich herausgestellt, dass das Dach des Zwischenbaus Schäden hat. Weil die beiden Mieter, die Rhön GmbH und der Verein "Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön" sowieso mehr Platz brauchen, ist nun geplant, den Gebäudeteil aufzustocken. Der Kreistag gab die Genehmigungsplanung dafür in Auftrag. rr


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