Bad Kissingen
Studie

Kreis Bad Kissingen will Zuwanderer-Potenzial nutzen

Große Hoffnungen setzen Stadt und Landkreis Bad Kissingen in die Aktion "Integrationspotentiale ländlicher Regionen im Strukturwandel". Bad Kissingen war dafür von der renommierten Schader-Stiftung als einziger Bewerber in Bayern ausgewählt worden.
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Das Projekt läuft bis 2014. Dahinter verbergen sich Bemühungen, das Potenzial, das Migranten und Aussiedler bieten, besser zu nutzen. Davon soll die gesamte Struktur profitieren.

Federführend sind David Rybak (Stadtjugendarbeit) und Martin Pfeuffer (Netzwerk für Migrationsarbeit im Landkreis).

Längst Vergangenheit sind nach ihrer Darstellung Probleme mit jungen "Russland-Deutschen", die es vor wenigen Jahren gegeben habe. Dennoch ist deren Integrationen meist noch stark verbesserungsfähig.

Bad Kissingens Bürgermeister Peter Deed (CSU) verwies auf ein positives Beispiel in seiner Klinik: Als eine Medizinerin aus Serbien angestellt werden sollte, seien die juristischen Voraussetzungen dafür in nur fünf Tagen erledigt worden. "Das Landratsamt hat so zügig gearbeitet, dass man nur staunen konnte." Aber auch andere Mitarbeiter in seinem Betrieb hätten sich problemlos integriert.

Das Lob freute den Stellvertretenden Landrat Emil Müller (CSU). Auch er hat als Caritas-Vorsitzender gute Erfahrungen gemacht. Eine Aussiedlerin aus Russland habe in der Betreuungs- und Beratungsstelle über Jahre wertvolle Arbeit geleistet.

Peter Deeg nannte als wichtigste Voraussetzung das Beherrschen der deutschen Sprache: "Ohne Sprache keine Integration." Die Zuwanderer sollen sagen, sie hätten hier ein neues Zuhause gefunden.

Die Stiftung unterstützt

Dabei hilft die Schader-Stiftung. Gemeinsames Ziel ist unter anderem die Auslotung der Angebots- und Steuerungs-strukturen in der kommunalen Integrationspolitik. Hier hat Bad Kissingen die Hausaufgaben bereits gemacht. Dann sollen die Chancen ermittelt werden, die neue Zuwanderergruppen haben. Die Stiftung unterstützt dabei, stößt eine interkulturelle Öffnung an, entwickelt bestehende Strukturen weiter und initiiert außerdem Dialoge.

Bewährte Strukturen

Eine Erhebungsphase gab es im Oktober 2012. Erhebungs- und Potenziale wurden gefertigt. Dann begann die Beratungs- und Coachingphase, die bis Dezember andauert. Ein Auftakt-Workshop mit Landrat Thomas Bold (CSU) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) für die Führungsebene, ein Seminar für Personalmanagement, ein Netzwerk- und Beiratstreffen haben stattgefunden. Ein interkulturelles Training für die Mitarbeiter steht demnächst an. Das alles erfolgte und erfolgt noch in enger Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe vor Ort, auch beim Coaching.

Das macht Sinn: Insbesondere Spätaussiedler seien oft gut qualifiziert und weitgehend integriert. Im Landkreis gibt es bereits bewährte Strukturen der Integrationsarbeit und gute Bildungseinrichtungen.

Zunächst soll ein strategisches Konzept entwickelt werden. Verwaltungen und Gemeinwesen sollen sich interkulturell öffnen. Dort soll die Integration als Gemeinschaftsaufgabe erkannt und verankert werden. Außerdem will man das bürgerschaftliche Engagement der Zuwanderer fördern und deren politische Teilhabe vorantreiben. Dazu gehört auch die Entwicklung einer Willkommenskultur.

Vereine sollen sich öffnen

Schließlich sollen sich Partien, Vereine und Verbände öffnen. Peter Deeg stellte die Frage, warum so wenige Zuwanderer in den Fußballvereinen im Landkreis Bad Kissingen mitkickten.


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