Bad Kissingen
Kreistag

Kreis Bad Kissingen will ehemaliges Telekom-Gebäude sanieren

14,9 Millionen Euro investiert der Kreis bereits in seine Immobilien, ab 2020 könnten weitere acht Millionen Euro dazu kommen.
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Auf bis zu acht Millionen Euro wird die energetische Sanierung des ehemaligen Telekom-Gebäudes in der Münchner Straße (Bildmitte) geschätzt. Foto: Ralf Ruppert
Auf bis zu acht Millionen Euro wird die energetische Sanierung des ehemaligen Telekom-Gebäudes in der Münchner Straße (Bildmitte) geschätzt. Foto: Ralf Ruppert
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Die Baustellen rund ums Landratsamt reißen nicht ab: 2016 ging es mit dem Sitzungssaal los, aktuell entsteht der Erweiterungsbau und das Hauptgebäude wird saniert, danach könnte es mit dem ehemaligen Telekom-Gebäude in der Münchner Straße weitergehen. Das hat der Landkreis 2017 vor allem als Ausweichquartier während der Bauarbeiten gekauft. Unabhängig von der künftigen Nutzung muss dort laut Landrat Thomas Bold investiert werden. Erste Kostenschätzung: Sechs bis acht Millionen Euro.
Der Kreisausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung die Suche nach einem Architekten für die Generalsanierung eingeläutet. Die Verwaltung stellte klar, dass alleine die Planung mehr als 221 000 Euro kostet, deshalb muss europaweit ausgeschrieben werden. "Wir brauchen einen Vorlauf von mindestens einem halben Jahr", kommentiert Landrat Thomas Bold (CSU) den Zeitplan. Bisher gebe es noch keine Untersuchungen der Bausubstanz. Offen sei auch, ob die Sanierung im laufenden betrieb möglich ist oder das Gebäude leer sein muss. Aktuell wird ein Geschoss von der Außenstelle des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit genutzt, alle anderen Büros dienen als Ausweichquartier für das Landratsamt. Bold geht davon aus, dass die eigentlichen Arbeiten frühestens im Jahr 2020 beginnen können.
"Es war schon beim Kauf klar, dass ein Investitionsbedarf da ist", betont Bold. Zum Kaufpreis selbst macht das Landratsamt keine Angaben. Da kein Nachtragshaushalt dafür aufgestellt wurde, gibt es auch keine Anhaltspunkte, wie teuer das ehemalige Telekomgebäude war. Bold sieht den Kauf als einmalige Chance: "Wir hätten es auch mieten können, aber ein solches Gebäude im Umfeld des Landratsamtes wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben."
Ob die Büros auch nach Erweiterung und Sanierung des Haupt-Standortes für eigene Mitarbeiter genutzt wird, sei noch nicht klar. "Einen Teil werden wir sicherlich vermieten", vermutet Bold. Außerdem sei auch noch keine Vor-Entscheidung zum Außen-Standort Hausen getroffen: Gerade der Fuhrpark der Jugendarbeit sei dort untergebracht, sagt der Landrat. Als möglicher Mieter kursiert das Zentrum für Telemedizin )ZTM): "Die können sicherlich nicht für immer im Rhön-Saale-Gründerzentrum bleiben, aber es ist noch nichts konkret", kommentiert Bold diese Gerüchte. "Das ist eine Option, nachdem wir ja mit dem Landkreis sowieso eng zusammen arbeiten", sagt ZTM-Geschäftsführer Sebastian Dresbach, betont aber ebenfalls, dass noch nichts entschieden ist: "Wir denken da ohne Druck nur laut nach."
Als einmalige Chance sieht auch SPD-Fraktionssprecher Wolfgang Görner den Kauf des Gebäudes: "Es gibt Situationen, in denen man sich sowas nicht entgehen lassen darf", kommentiert er den Kauf im vergangenen Jahr. Dazu gehöre nun auch die Sanierung. Allerdings sieht er die Suche nach einem Architekten nur als ersten Schritt: "Es gibt noch keine Entscheidung über den Umfang der Arbeiten", sieht Görner noch Diskussionsbedarf.
Als Freie-Wähler Kreisrat und Kreisvorsitzender im Bayerischen Gemeindetag hat der Oberthulbaer Bürgermeister Gotthard Schlereth beide Seiten im Blick: "Es war klar, dass wir noch ins Gebäude investieren müssen, aber es darf nicht ins Uferlose gehen." Der Landkreis müsse an die Daseinsvorsorge und Themen wie die ärztliche Versorgung denken, müsse aber auch die Höhe der Kreis-Umlage im Blick haben: "Es muss auch bei den Kommunen noch was ankommen, die den Karren ziehen", fordert Schlereth.

Aus der Sitzung des Kreisausschusses

Zuschuss Die Stadt Bad Kissingen schafft eine zweite Drehleiter für die Feuerwehr an. Staatlich wird eigentlich nur eine Drehleiter gefördert, die Stadt will aber sicherstellen, dass die Feuerwehr auch dan einsatzbereit ist, wenn die Drehleiter bei Ernstfällen im Landkreis unterwegs ist. Der Kreis bezuschusst die Kaufsumme von rund 268 000 Euro mit einem Sechstel, also 44 600 Euro.

Vergabe Für den Erweiterungsbau des Landratsamtes wurden zwei Gewerke vergeben: Die Innentüren baut die Schreinerei Neser aus Burgebrach für 109 453 Euro ein. Estrich und Trockenhohlboden verlegt die Firma "Sastim Fußbodenbau" aus Nürnberg für 72 970 Euro. Beide Angebote lagen unterhalb der Kostenschätzung.

Berufsschule Der Landkreis muss auswärtige Schüler der Berufsschule Garitz unterbringen und verpflegen. Zum Schuljahresende läuft der Vertrag mit dem Verein Arbeitsförderungszentrum (afz) aus. Deshalb wurden Unterbringung und Verpflegung neu ausgeschrieben. Der Kreisausschuss stimmte für die Vergabe an die "Campus Hotel-Restaurant GmbH & Co. KG" für die kommenden fünf Schuljahre.


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