Bad Kissingen
KOMMENTAR von Teresa Hirschberg

Die Rakoczy-Debütantin

Geht ein Oberfranke zum Rakoczy-Fest - und ist begeistert. Bei manch anderem Besucher mangelt's derweil an höflichen Umgangsformen.
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Zunächst ein Geständnis: Vor meinem Umzug nach Bad Kissingen hatte ich tatsächlich noch nie vom Rakoczy-Fest gehört. Seitdem heizten die Kollegen die Vorfreude mit jeder neuen Erzählung an. Und tatsächlich: Pompöse Kostüme, schier endlose Reihen von Bands und Buden und erst all diese jungen Menschen! Die Metamorphose, die Bad Kissingen an diesem Wochenende vollzogen hat, ist schier unglaublich. Respekt vor der Leidenschaft, mit der die Organisatoren dieses Riesen-Event stemmen. Zylinder ab vor dem Durchhaltevermögen der Darsteller, die auch bei Temperaturen jenseits der 30 Grad und unter schwerer Perücke stets ein galantes Lächeln bewahren.

Daumen runter für jene Zuschauer von Gläser-Polonaise und Festzug, die bei der kleinsten Regung ihres Nebenmannes boshaft zu keifen beginnen. Das menschliche Gesichtsfeld umfasst 180 Grad, der Kopf lässt sich bekanntlich drehen und meinen 1,55 Metern sind die meisten Leute erhaben. Aus dem mitgebrachten Liegestuhl aufzustehen wäre auch möglich. Oder Freundlichkeit.

Mein erstes Mal Rakoczy ist nicht repräsentativ. Hin und her zwischen Büro und Geschichten, immer den Redaktionsschluss im nassgeschwitzten Nacken. Richtig Partystimmung kommt da nicht auf. Glücklicherweise wurde für uns Redakteure noch ein Feuerwerk gezündet. Das war doch für uns, oder?



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