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Frauenroth
Neubeginn

Klosterkirche Frauenroth wird am Sonntag wiedereröffnet

Viereinhalb Jahre war die Klosterkirche Frauenroth wegen ebenso umfangreicher wie schleppender Renovierung geschlossen. Am Sonntag ist Patrozinium. Um 18 Uhr hält Dekan Thomas Kessler den ersten Gottesdienst seit Jahren.
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Ausgerechnet der Namensgeber für die Frauenrother Klosterkirche, der Heilige Blasius, ist nicht mit saniert worden und bleibt das Sorgenkind von Rudolf Metz, dem Herrn des Schlüssels. Er hofft, dass sich Spender und Sponsoren finden, um die vom Wurm zerfressene Holzfigur instandzusetzen. Fotos: Angelika Luga-Braun
Ausgerechnet der Namensgeber für die Frauenrother Klosterkirche, der Heilige Blasius, ist nicht mit saniert worden und bleibt das Sorgenkind von Rudolf Metz, dem Herrn des Schlüssels. Er hofft, dass sich Spender und Sponsoren finden, um die vom Wurm zerfressene Holzfigur instandzusetzen. Fotos: Angelika Luga-Braun
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Kirchenpflegerin Anja Volk schmunzelt: "Es wird eng, wenn alle kommen", sagt sie, "aber theoretisch finden alle 179 Frauenrother Platz." Denn die kleine Kirche, die wegen des Hochgrabes des Stifterpaares von Graf Otto von Botenlauben und Gattin Beatrix berühmt ist, hat sich verändert und Sitze eingebüßt. Die Kirchenbänke wurden zugunsten eines Mittelgangs zersägt. Ansonsten wurden Dach, Fundament und Mauerwerk saniert. Und auch innen hat sich einiges getan.

"Am Kircheninneren scheiden sich die Geister", verrät Rudolf Metz, Nachbar und "Herr des Schlüssels", und auch, dass der Küster sein Amt niedergelegt hat, weil ihm die "neue" St. Blasius-Kirche wohl nicht mehr so gefällt wie vorher. Aber am Sonntag, 3. Februar, beginnt um 18 Uhr trotzdem der erste Gottesdienst nach viereinhalb Jahren. Halten wird ihn Dekan Thomas Keßler.
"Und die Glocken werden auch läuten", versprechen Anja Volk und Metz.

Die Geschichte der Restaurierung der St. Blasiuskirche ist lang und auch traurig. Das lag offenbar daran, dass der Freistaat als Baulastträger nur scheibchenweise Geld bewilligte, die Bauarbeiten sich hinzogen. Zudem: "Wir vor Ort waren gar nicht gefragt."

Mehr Transparenz

"Etwas mehr Transparenz" hätte sich auch der Dekan gewünscht, Pfarrverweser für Frauenroth. Als ihm bewusst wurde, dass das Dorf seit Jahren seine Kirche nicht nutzen kann, gab er die Devise aus: "Wir fangen am Patrozinium wieder an." Bis dahin solle geputzt werden, manches sei dann zwar noch ein Provisorium, aber das ist ihm egal: "Sonst geht die Identität der kleinen Gemeinde verloren." Daher spendet er am Sonntag auch den Blasiussegen.

Auch wenn er "nicht nachtreten" will, spürt man: Keßler ist nicht glücklich mit manchem, was sich das Bau- und Kunstreferat der Diözese Würzburg - sie investierte 154.000 Euro - für das Kircheninnere hat einfallen lassen: "Bei manchem hätte man ruhig an die Funktionalität denken können", so beim neuen stählernen Schriftenstand, in dem Wasser steht, oder bei der steilen Treppe hinauf zur kastenförmigen Empore aus Stahl: "Organisten sind nicht nur junge Leute." Im Dorf lästert man hinter vorgehaltener Hand längst über die "Hühnerleiter."

Die Kirchenpflegerin sagt: "Dem geschenkten Gaus schaut man nicht ins Maul." Rudolf Metz ergänzt: "Es ist, wie es ist." Dekan Keßler will "jetzt nach vorne schauen." Alle freuen sich, dass wieder Gottesdienste gefeiert werden können. Und dass das Otto-Grabmal von 1244, bedeutendes Ausstattungsstück der Stauferzeit,wieder zum Ausflugsziel wird.

Es zieht also wieder Leben ein. Nur Namensgeber Blasius hat von der Renovierung nichts gemerkt. An der Holzfigur frisst der Wurm, "derzeit noch das einzig Lebendige", sagt der Dekan. Die Kirchenverwaltungskasse ist leer, weshalb Metz auf Spender und Sponsoren hofft.

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