Bad Kissingen
Sanierung

Kleine Flyer werben für Geduld

Das Tiefbauamt veröffentlicht in regelmäßigen Abständen handliche und gut verständliche Erläuterungen über den Sachstand und die nächsten Schritte bei der Altstadtsanierung. Im Oktober gibt es bereits die zehnte Ausgabe.
Artikel drucken Artikel einbetten
Blick aus der Röhre: Regelmäßig gibt es für alle Haushaltungen kleine Info-Flyer zum Projekt Neue Altstadt. Siegfried Farkas/Archiv
Blick aus der Röhre: Regelmäßig gibt es für alle Haushaltungen kleine Info-Flyer zum Projekt Neue Altstadt. Siegfried Farkas/Archiv

Auch wenn er schmunzelt: Den Namen "Pixi-Bücher" hört Tiefbauchef Thomas Hornung gar nicht gerne. Schließlich sind sie kein Kinderkram: die kleinen, handlichen, praktisch gefalteten Flyer, mit denen das Tiefbauamt die Kissinger Bürger über alles rund um die Kanalsanierung in der Altstadt informiert. "Projekt Neue Altstadt - kurz erklärt" heißt die Reihe. Die beiden ersten Heftchen mit den bezeichnenden Titeln "Warum sanieren wir?" und "Warum so kompliziert?" waren im letzten Dezember dem überall verteilten Stadtblatt beigelegt. Seitdem erschienen sie in regelmäßigen Abständen.

Im Oktober wird bereits der zehnte Flyer verteilt, der Antworten auf eine Frage gibt, die die ungeduldigen Bürger immer öfter stellen: "Was dauert denn so lange?" "Die Gewerbetreibenden warten auf den Baubeginn. Schließlich wollen sie Planungssicherheit für ihre Läden, Wohnungen und Büros", sagt Katja Romeis, die nicht nur die Hauseigentümer berät, sondern auch die Flyer erstellt.

Zwei Problemkreise werden angesprochen: "Jeder Eingriff in das Erdreich muss genehmigt werden, denn Wasser gehört grundsätzlich dem Staat." Bislang hat die Stadt 23 Genehmigungen zur Erforschung des Grundwassers und der Häuserstabilität erhalten. Aber es werden wohl noch zehn bis 15 Genehmigungen gebracht. Das klingt nicht nach viel, ist aber genau das, was so viel Zeit kostet. "Ein Wasserrechtsantrag braucht im Durchschnitt neun bis zehn Monate" sagt Thomas Hornung. So lange dauert es halt vom Auftauchen des Problems über seine Formulierung, über Absprachen mit dem Wasserwirtschaftsamt, die eigentliche Prüfung und Genehmigung und Auswertung. Erst dann kann die Planung weiterlaufen.

Warten auf die Hausbesitzer

Das andere Problem: Viele Hausbesitzer müssen ihre Grundstücksentwässerungsanlagen anpassen. Denn abgesehen von üblichen Schäden, die bei der Kanalbefahrung offenkundig werden, müssen in den engen Gassen die Anschlüsse an die künftig höher liegenden Kanäle anpassen. Das muss vor den eigentlichen Sanierungsarbeiten geschehen, dass keine Anschlusslücken entstehen. 152 Grundstücke gibt es im Sanierungsgebiet. 46 private Sanierungsmaßnahmen müssen noch abgewartet werden. Das braucht nicht nur viel Beratung, sondern auch Zeit.

Die Verteilung der Heftchen erfolgt über das Stadtblatt. Sie liegen aber auch im Rathaus mit seinen Außenstellen, dem Landratsamt, Gesundheitsamt, Wasserwirtschaftsamt und Mehrgenerationenhaus aus. Weitere Stellen sind in Planung. Der Nächste Flyer erscheint im Oktober. Außerdem ist die Veröffentlichung von "Die Altstadt - Übersichtsplan" in Vorbereitung.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren