Bad Kissingen
Konzert

Klassik für Südafrika

Das Trio Présence aus Berlin spielte für Cape Classic "Wiener Klassik".
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Trio Présence aus Berlin spielte für Cape Classic.  Fotos: Andreas Metz
Trio Présence aus Berlin spielte für Cape Classic. Fotos: Andreas Metz
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Zum fünften Mal hat der gemeinnützige Verein Cape Classic mit Sitz Bad Kissingen nun schon ein Kammermusikkonzert im Rossini-Saal angeboten, dessen Gewinn (wie schon seit Beginn des Festivals 2005) an sorgfältig ausgesuchte Projekte der Kap Region gespendet wird. Und so langsam hat sich auch eine fröhliche, immer wieder kehrende "Fan-Familie" von Cape Classic etabliert, die sich jährlich auf die Mai- und September-Konzerte freut und begeistert kommt.

Die Motivation dazu ist vielfältig: zum einen bietet Cape Classic hochkarätige und erstklassige Musik. Zum anderen trifft sich die "Cape Classic Familie" immer schon vor Konzertbeginn im Foyer auf ein Schlückchen südafrikanischen Weins und kleine Knabbereien, die im Kartenpreis eingeschlossen sind. Und schließlich verwöhnt das Publikum mit jedem dieser Konzertbesuche nicht nur sich selbst: Es tut gleichzeitig auch etwas Gutes für die Bildungschancen afrikanischer Kinder aus Townships.

Schon viele Projekte unterstützt

Einen Einblick in die Spendentätigkeit des Vereins Cape Classic e.V. in der Kap Region vermittelten zwei Videoclips gleich nach der Ansprache von Gabi Zahn, Gründerin des Vereins und auch des Festivals. Darin erfuhr man, dass der Verein seit seinem Bestehen schon 95 000 Euro an diverse Projekte in Südafrika gespendet hat, und auch, dass Barbara Stamm, Präsidentin des Bayerischen Landtags a.D., die die Schirmherrschaft über dieses Konzert übernommen hat, schon 2013 mit einer Delegation des Landtags zwei Cape Classic Konzerte in Südafrika besucht hat. Bei ihrem dritten Besuch, in Bad Kissingen, dankte sie in ihrem Grußwort dem Cape Classic Team für sein ehrenamtliches Engagement und betonte wie wichtig gerade in Afrika Bildung für die Zukunftschancen der heranwachsenden Generation sind.

"Musik ist der schnellste Weg zum Herzen", sagte der erste schwarze Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, der sich ein Leben lang für gleichwertige Bildungschancen aller Rassen seines Landes eingesetzt hat. Dass er Recht hat, wurde bereits nach den ersten Takten des Trio Présence aus Berlin deutlich.

Schon bei Haydns Klaviertrio in Es-Dur, Hob XV Nr. 29 eroberte die sichtlich überschäumende Spielfreude des Trios augenblicklich die Herzen der ca. 170 Zuhörer. Das hochmotivierte Ensemble begeisterte nicht nur durch absolut lustbetontes Musizieren, es überzeugte durch technische Homogenität, eine gemeinsame konzeptionelle Linie und gestalterischen Pfiff.

Durch das hoch konzentrierte, jeden Ton respektierenden Spiel von Petr Matják (Violine), Isa von Wedemeyer (Violoncell) und Ammiel Bushakevitz (Klavier) geriet Beethovens "Geistertrio" voller Klangfarbensinnlichkeit: erst gespenstisch fahl, zuletzt aber unbeschwert und heiter.

Leichtigkeit und Anmut

Mitreißendes Musizieren auch beim Klaviertrio in B-Dur, D 898 von Franz Schubert. In völliger interpretatorischen Übereinstimmung verstärkte das Trio den an manchen Stellen aufkommenden Wiener Charme, unterstrich den tänzerischen Duktus und betonte die galante Leichtigkeit und Anmut der graziösen Melodien von Schuberts Spätwerk.

Bravos gab es aus dem Publikum - vor allem von Barbara Stamm - und die Kissinger Sternenfrau Annemarie Arnold sagte begeistert: "Das Konzert der jungen Musiker war eine Wucht! Es hat mir sehr gut getan und mich sehr erfreut."

Mehr Infos unter www.cape-classic.com

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