Bad Kissingen
Integration

Kissinger Integrationsprojekt hilft zurück ins Arbeitsleben

Das KIP-Projekt führt Menschen mit multiplem Problemhintergrund auf den Weg zu geregelter Arbeit. Die Teilnehmer werden vom Jobcenter vermittelt. KIP ist eine Abteilung des Vereins KIDRO-Niederschwellige Hilfen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Materiallager unterhalten sich Kidro-Vorsitzender Thomas Heinrich und Katrin Albert über die Einteilung der Arbeit des Tages. Foto: Thomas Mäuser
Im Materiallager unterhalten sich Kidro-Vorsitzender Thomas Heinrich und Katrin Albert über die Einteilung der Arbeit des Tages. Foto: Thomas Mäuser
Im Leben von Johannes L. (Name von der Redaktion geändert) ist viel schief gelaufen. Aus Gesundheitsgründen kann er keine acht Stunden am Tag arbeiten. Aber er hat nicht aufgegeben - und wurde nicht aufgegeben. Im Moment bearbeitet er Baumstämme, die zu Spielplatzgeräten werden. Beim Kissinger Integrationsprojekt KIP. "Ich bin Schritt für Schritt auf einem guten Weg", sagt er. Und er hat sogar schon in den 1. Arbeitsmarkt hineingeschnuppert.

Manchmal rutschen Menschen auch ohne all zu viel eigenes Zutun ab, weiß KIP-Chef Thomas Heinrich. Erst kommt die Arbeitslosigkeit, dann möglicherweise der Alkohol, und wenn es ganz schlimm kommt, die Droge.
Diesen Menschen hilft das Kissinger Integrationsprojekt als Abteilung des Vereins Niedrigschwellige Hilfen (KIDRO). Im Mittelpunkt stehen Arbeitsprojekte, aber auch das Erlernen und Erfahren von alternativer Freizeit gehört dazu. Zum Beispiel über den Sporttag, der einmal in der Woche stattfindet - die Teilnahme ist Pflicht.
KIP bekommt seine Klienten vom Jobcenter zugewiesen. "Menschen, die schwer vermittelbar sind und meist auch noch andere Probleme haben", sagt Thomas Heinrich. Jeden Werktag treffen sie sich morgens in der ehemaligen US-Turnhalle, um wieder an eine geregelte Arbeit herangeführt zu werden.

"Über die Jahre hinweg haben wir einen guten Stamm an Auftraggebern gewonnen", sagt Heinrich. Stadt, Forstverwaltung mit Klaushof, die Kurgärtnerei, der Staatsforst, Kindergärten und Schulen, sie alle greifen auf die Leute von KIP zurück.

Zum Beispiel, wenn ein Gelände für einen Spielplatz gerodet werden muss oder Spielgeräte gebaut werden.Demnächst werden die Leute von KIP auf Steuobstwiesen ausrücken, um Äpfel einzusammeln. Die landen in einer Kelterei und schließlich - zu Saft gepresst - in Schulen.

Aufreibender Job

Thomas Heinrich, gelernter Handwerker, der auch über Jahre die Buchhaltung von KIDRO übernommen hat und heute Vorsitzender des Vereins ist, beschreibt seine Arbeit bei KIP so: "Es ist ein aufreibender Job". Derzeit hat er 23 Klienten, nicht immer sind alle da, "aber wir holen die Leute immer wieder ab, da, wo sie gerade stehen."
Heinrich ist bei KIP angestellt, seine Arbeit als KIDRO-Vorsitzender ist ehrenamtlich. All das kostet viel Zeit. Da tut es gut, wenn er immer wieder erleben darf, dass seine Arbeit Früchte trägt. "Es ist schön, wenn man Erfolg hat, die Leute weiter vermitteln kann." Und er freut sich, wenn seine Klienten wieder auf einem geraden Weg angekommen sind, sich für das Engagement von KIP bedanken.

Einzelfallhilfe

Einen weiteren Schwerpunkt von KIP bildet das Beratungsangebot. Hier kommt Katrin Albert ins Spiel. Auch sie ist beim Kissinger Intergrationsprojekt angestellt. Katrin Albert hilft individuell bei Behördengängen, bei der Wohnungssuche, sie vereinbart Arzttermine und gibt Rat, wenn ein KIP-Teilnehmer überschuldet ist. Bei Alkohol- und Drogenproblemen vermittelt sie Anlaufstellen.

"Das KIP-Projekt finanziert sich zu 80 Prozent über das Jobcenter", sagt Thomas Heinrich, "je zehn Prozent übernehmen die Stadt und der Landkreis." Dennoch, der Verein KIDRO kann Spenden immer gut gebrauchen. Zum Beispiel die 2000 Euro, die die Mediengruppe Oberfranken (MGO) im Rahmen der Aktion "Franken helfen Franken" überwiesen hat. Heinrich: "Ein Teil des Geldes kommt in die Rücklage, denn nächstes Jahr muss die Küche in der Wärmestube umgebaut werden." Der Rest der Spende kommt KIP zugute: in Form von Teilen für ein Arbeitsgerüst.


was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren