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Kissinger Hütte: Kleine Lösung am Feuerberg

Klein statt Groß - das ist die neue Devise bei der Sanierung der Kissinger Hütte in den Schwarzen Bergen. Aber: Kosten kann der Rhönklub Bad Kissingen noch nicht nennen.
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Der Kissinger Rhönklub  musste seine Sanierungspläne für die Kissinger Hütte aus Kostengründen verkleinern. Foto: Benedikt Borst/Archiv
Der Kissinger Rhönklub musste seine Sanierungspläne für die Kissinger Hütte aus Kostengründen verkleinern. Foto: Benedikt Borst/Archiv
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Die Pläne für die Kissinger Hütte auf dem Feuerberg haben sich geändert. Sie soll zwar saniert werden, aber in einem anderem Maße als ursprünglich geplant. Statt einer großen, schwebt dem Rhönklub Bad Kissingen nun eine kleine Lösung vor. "Das große Projekt hätte am Schluss wahrscheinlich über 2,6 Millionen Euro gekostet", sagt Manfred Egert vom Vorstand des Rhönklubs.

Damit wäre die Sanierung fast doppelt so teuer gewesen, wie ursprünglich geschätzt. Die Erkenntnis, dass es wesentlich kostspieliger sein würde, die Kissinger Hütte im großen Stil fit für die Zukunft zu machen, habe sich laut Egert erst vor kurzem bestätigt. "Die Planungsbüros haben uns die Zahlen geliefert. Das war dann das Aus für die große Lösung", erklärt er. Bei der Sanierung für 2,6 Millionen Euro wäre laut Egert eine Finanzierungslücke von etwa 1,4 Millionen Euro entstanden.

Hüttenbetrieb aufrecht erhalten

Das Aus für die alte Dame auf dem Feuerberg ist das allerdings nicht. "Uns schwebt eine kleine Lösung vor", sagt Egert. "Das beinhaltet alles was notwendig ist, um den Hüttenbetrieb aufrecht zu erhalten." Gästezimmer, Küche, Schankraum sollen auf Vordermann gebracht werden. Dabei geht es vor allem darum, die alte Haustechnik zu modernisieren. "Abwasser, Wasser, Strom und die Heizung", zählt der Elfershäuser exemplarisch auf. Weggefallen wird bei der kleinen Lösung der Anbau inklusive großem Schulungsraum. Mittelfristig sei zwar ein Schulungsraum für Vorträge bei schlechtem Wetter geplant, das habe nur im Moment nicht die höchste Priorität. Zufrieden mit dem neuen Konzept sind auch die Pächter. "Das hört sich alles sehr positiv an, und wir sind guter Dinge, dass das klappt", sagt Diana Tisma, die gemeinsam mit ihrem Bruder Dennis die Kissinger Hütte pachtet.

Geplant war, bei der Sanierung EU-Fördergelder zu verwenden. Diese Leader-Mittel wird der Rhönklub nun nicht in Anspruch nehmen. Die damit in Zusammenhang stehende Sternenparkthematik wolle der Verein aber dennoch aufgreifen.

Über die Leader-Förderung, wollten sich auch die Landkreise Bad Kissingen sowie Rhön-Grabfeld finanziell an der Sanierung beteiligen. Die Kissinger Hütte steht auf dem Gebiet des Landkreises Rhön Grabfeld, gehört jedoch einem Bad Kissinger Verein. "Der Rhönklub Bad Kissingen wird die Sanierung wohl ohne Leader-Mittel auf den Weg bringen und womöglich auf die Gaststättenförderung setzen", sagt Ursula Schneider, der Regionalmanagerin des Nachbarlandkreises.

Wie viel Geld kommt vom Landkreis?

Hätte die Kissinger Hütte Geld aus dem EU-Fond erhalten, hätte sich der Kreis Bad Kissingen mit rund 100 000 Euro an der Sanierung beteiligt. Weil die Sachlage sich durch das neue Konzept geändert habe, greife der alte Beschluss nicht mehr. "Dann werden wir uns erneut mit dem Thema auseinandersetzen", erklärt Lena Pfister, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt Bad Kissingen. Allerdings heißt das nicht, dass vom Landkreis Bad Kissingen gar kein Geld für die Kissinger Hütte kommt. "Wir hatten zu jeder Zeit signalisiert, dass wir uns einbringen werden", macht Pfister deutlich.

Darüber hinaus habe Landrat Thomas Thomas Bold (CSU) bei verschiedenen Gelegenheiten über das Thema Kissinger Hütte mit dem ehemaligen bayerischen Wirtschaftsminister Josef Pschierer (CSU) und dessen Nachfolger Hubert Aiwanger (FW) gesprochen. "Wir haben uns mehrfach nachhaltig bei der Staatsregierung um Förderungen für Vereine,Kommunen und Gastronomiebetriebe stark gemacht", sagt Pfister. Zwischenzeitlich sei diesbezüglich sogar ein Förderprogramm zustande gekommen. "Allerdings ist dieses nicht ausreichend für die Vorhaben des Rhönklubs", schränkt Pfister ein.

Stillstand herrscht deswegen jedoch nicht. Derzeit würden laut Egert die Kosten für die kleine Lösung ermittelt. Er rechnet damit, in ein bis zwei Wochen mehr zu wissen. Unklar ist vor allem, wie die Erneuerung der Kläranlage zu leisten ist. Diese ist in die Jahre gekommen und funktioniert nicht mehr richtig. "Sie ist das Zünglein an der Waage", sagt Egert. Derzeit muss der Unrat abgepumpt und wegfahren werden.

Sobald mehr zu den Kosten der kleinen Lösung bekannt ist, will der Rhönklub Bad Kissingen laut Egert wieder Spendenaktionen starten. Geplant war bislang 300 000 Euro Sanierungskosten mit Spendengeldern zu finanzieren. Im Sommer stand das Spendenbarometer bei circa 150 000 Euro. Seitdem habe sich laut Egert wenig getan.

Weitere Zuschüsse haben außerdem umliegenden Kommunen wie Sandberg und Burkardroth zugesagt. Die beiden Kommunen steuern zusammen 30 000 Euro für das Projekt bei. Kein Geld kommt dagegen vom Markt Wildflecken. Ursache dafür ist die Haushaltslage. Die Stadt Bad Kissingen sicherte 10 000 Euro zu. Im kommenden Frühjahr soll außerdem laut Egert der Förderverein "Freunde der Kissinger Hütte" gegründet werden.

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