Stangenroth

Kaum Platz für Häuslebauer im Ortskern

Der Gemeinderat Burkardroth behandelte Einwände zum Bebauungsplan "Obere Dick" in Stangenroth und nahm notwendige Änderungen vor.
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Ein neues Baugebiet soll in Stangenroth entstehen. Foto: Jens Schierenbeck/dpa
Ein neues Baugebiet soll in Stangenroth entstehen. Foto: Jens Schierenbeck/dpa
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In allen Einzelheiten behandelte der Gemeinderat Burkardroth die inzwischen eingegangenen Einwände zum Bebauungsplan "Obere Dick" in Stangenroth. Der Vorschrift entsprechend waren 28 Behörden und Träger öffentlicher Belange zu den bisherigen Plänen zur Ausweitung der Wohnbaufläche befragt und um ihre Anmerkungen gebeten worden.
"Uns liegen nur wenige Stellungnahmen vor", stieg Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) ins Thema ein, unterstützt von Ingenieur Johannes Hahn, der mit seinem Büro in Bad Kissingen den Vorgang im Auftrag der Marktgemeinde bearbeitet. Überwiegend handelte es sich bei den Einwänden um redaktionelle Änderungswünsche oder notwendige Formalien, die einzuhalten sind. Nur wenige inhaltliche Einwände erforderten eine kurze Diskussion im Ratsgremium.
Das Landratsamt verwies ebenso wie das Amt für ländliche Entwicklung auf das gemeindliche Bemühen und das in der kommunalen Allianz "Kissinger Bogen" vereinbarte Bestreben zur Ortskernrevitalisierung. Vorrangig sollten leerstehende Altbauten im Ortskern saniert oder freie Flächen im Zentrum bebaut werden, bevor entferntere Wohnbauflächen erweitert werden. In der Ausweisung eines neuen Baugebietes sah das Amt für ländliche Entwicklung daher einen deutlichen Widerspruch.


40 Altort-Anwesen wiederbelebt

Dem entgegnete der Bürgermeister, unterstützt von Stellvertreter Daniel Wehner, in vergangenen Jahren seien immerhin mehr als 40 innerörtliche Anwesen wiederbelebt worden, so dass es kaum noch ungenutzte Grundstücke in den Ortszentren gibt. Außerdem wies Bug darauf hin, dass die Gemeinde seit zehn Jahren kein neues Baugebiet ausgewiesen hat. Erwartungsgemäß wurde dieser Einwand vom Ratsgremium deshalb einstimmig abgelehnt.


Neue Ausgleichsfläche

Eingehender wurde der Einwand der Unteren Naturschutzbehörde behandelt. Im Gegensatz zu älteren Plänen war inzwischen das Maß der erforderlichen Ausgleichsflächen nicht mehr eingehalten. So galt anfangs ein geplanter Spielplatz als anteilige Ausgleichsfläche. Auf diesen wurde jedoch in der ersten Planänderung wieder verzichtet, da der vorhandene Spielplatz im Ort nach Meinung des Gemeinderats ausreicht. Zusätzlich ist ein ursprünglich als Ausgleichsfläche gedachtes Flurstück im Zuge der Flurbereinigung inzwischen an Privateigentümer übergegangen. Nach dem Gespräch mit der Naturschutzbehörde stellt die Gemeinde nun ein eigenes Grundstück als Ausgleichsfläche zur Verfügung.
Das Wasserwirtschaftsamt hatte darauf hingewiesen, dass auch bei Starkregen der Wasserablauf aus den Baugrundstücken gesichert sein muss. Diesem Wunsch hat die Gemeinde bereits im Zuge der abgeschlossenen Flurbereinigung entsprochen, war sich der Gemeinderat einig. Deshalb habe die Gemeinde am Rande des Baugebiets einen neuen Entwässerungsgraben gebaut. Bug: "Ich wüsste nicht, was wir noch mehr machen könnten." Nach Diskussion aller von Ingenieur Johannes Hahn verlesenen Stellungnahmen beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, die notwendigen Änderungen aufzunehmen und die zweite Änderung des Bebauungsplans den Behörden vorzulegen.

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