Der bisherige Vorsitzende Egon Stürzenberger jedenfalls wird sich nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung stellen.
"Nach rund drei Jahrzehnten Vorstandsarbeit ist für mich Schluss damit", bezieht Stürzenberger ganz klar Stellung. Seit 1975 gehöre er dem Vorstand an, habe seitdem stets persönliches Engagement gezeigt. "Schon in den Jahren 1982 bis 1999 war ich dort Vorsitzender", erinnert Stürzenberger. "Meinen Nachfolger Georg Münch habe ich 2009 als erster Vorsitzender abgelöst und meine zweijährige Amtszeit als Erster Vorsitzender im vergangenen Mai noch einmal um ein weiteres Jahr verlängert", zeigte Stürzenberger bereits sein außerordentliches Entgegenkommen und seinen Willen zum Fortbestand des Musikvereins. "Doch jetzt ist Schluss mit meiner erneuten Kandidatur", stellt der 60-Jährige entschlossen fest.
Erschwerend hinzu komme noch der Weggang des jungen Dirigenten Markus Heil im vergangenen Dezember, bedauert Stürzenberger. Der habe kürzlich ein Studium aufgenommen und stehe deshalb nicht mehr zur Verfügung. Ein Nachfolger sei noch nicht gefunden.

Keine Auftritte mehr?


"Wenn wir nicht mehr wie gewohnt proben können, dann ist unser musikalischer Beitrag für Frankenbrunn in Gefahr", deutet Stürzenberger auf die Bereiche Kirchenmusik, Paraden, Prozessionen, Maibaumaufstellung oder Beerdigungen hin. "Ganz zu schweigen von irgendwelchen Konzerten", so Stürzenberger weiter.
Mit Wehmut denkt er an die vergangenen musikalischen Höhepunkte dieser Kapelle, in der er mit seinem Flügelhorn die Position der ersten Trompete einnimmt. So zum Beispiel habe es 2002 die hohe Auszeichnung mit der Medaille "Pro Musica" für die heimatliche Kapelle gegeben.
"Urkundlich ist unsere Dorfmusik seit 1861 nachweisbar", ist Egon Stürzenberger stolz auf die rund 150-jährige Tradition in Frankenbrunn. So sei es doch recht schade, wenn der Musikverein "Frohsinn" Frankenbrunn jetzt mangels Kandidaten seinem jähen Ende entgegen gehe. "Einer wird sich doch hoffentlich bis zum Sonntag für dieses Amt finden", hofft der Vorsitzende.

Aufgabenteilung möglich


"Solidarität ist jetzt gefragt!", appelliert Stürzenberger an die 75 Vereinsmitglieder, von denen 25 Spieler in der Kapelle aktiv sind. Er könne sich für das Amt des Ersten Vorsitzes auch mehrere Gleichberechtigte vorstellen, die sich das Aufgabengebiet untereinander aufteilen. "Auch Nichtmusiker oder Außenstehende werden notfalls akzeptiert", hofft Stürzenberger auf den Fortbestand seines Vereins. Dann könne man sich auch um einen neuen Dirigenten kümmern.