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KAB Nüdlingen feierte 60-jähriges Bestehen

Eine großen Bank gegenüber der Mariengrotte erinnert in Nüdlingen an das Jubiläum.
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Nach der Segnung der Ruhebank vor der Kirche trafen sich für eine "Sitzprobe" (von links) Bürgermeister Harald Hofmann, Gertrud Hein,  KAB-Vorsitzender Oskar Hein und Frauenbeauftragte Gerda Lang. Arthur Stollberger
Nach der Segnung der Ruhebank vor der Kirche trafen sich für eine "Sitzprobe" (von links) Bürgermeister Harald Hofmann, Gertrud Hein, KAB-Vorsitzender Oskar Hein und Frauenbeauftragte Gerda Lang. Arthur Stollberger
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Der glanzvolle Festgottesdienst, mit dem die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Nüdlingen ihr 60-jähriges Jubiläum einläutete, machte es einmal mehr deutlich, worum es der Gemeinschaft vor allem geht: Den christlichen Glauben zu leben und solidarisch für die Interessen der Arbeitnehmer in Politik, Kirche und Gesellschaft zu kämpfen.

KAB-Vorsitzender Oskar Hein begrüßte als Festprediger den Pfarrer i.R. Matthias Konrad, der als früherer Ortsgeistlicher in der "liebens- und lebenswerten Gemeinde" das Wirken der KAB 13 Jahre lang, von 1977 bis 1990, als örtlicher Präses mitgestaltet hat. Als Konzelebranten wirkten der Ortsgeistliche und Präses der KAB-Gemeinschaft, Dominik Kesina, Pater i.R. Mathias Doll und Bezirkspräses Peter Hartlaub mit.

Vor 60 Jahren habe Pfarrer Baptist Leidner als Initiator der damals noch so genannten Werkvolkgemeinschaft der Samen zur örtlichen Verbandsgründung gesät, sagte Pfarrer Konrad. Leidner habe erkannt, dass die Kirche vor Ort eine verlässliche Stütze brauche. Laien seien durch Taufe und Firmung an der Gestaltung des kirchlichen Lebens mitverantwortlich. Die KAB habe in einer sich ständig verändernden Gesellschaft die Kirche und die Arbeitswelt im Dialog gehalten. Die Anliegen der katholischen Soziallehre seien vor allem mit dem Schlagwort "soziale Gerechtigkeit" verbunden.


Pfarrer i.R. Matthias Konrad sagte, er habe die Weiterentwicklung der KAB Nüdlingen nicht nur beobachtet, sondern auch ein bisschen begleitet. Mit Nüdlingen sei er nach wie vor freundschaftlich verbunden. Er erinnerte an die Gründungsväter der KAB wie Josef Hümmler, Adolf Müller, Josef Schäfer und weitere. Aus christlichem Verantwortungsbewusstsein hätten diese auch das Leben in der politischen Gemeinde geprägt.

Wegen der Fülle an Freizeit-Angeboten nehme die Bereitschaft ab, sich dauerhaft an einen Verein zu binden. Doch Kirche lebe vom Engagement ihrer Mitglieder, sonst veröde sie. Oskar Hein sei nach wie vor der Motor der KAB. Als Werbeslogan schlug er den in Köln oft gesungenen Text vor: "Da simmer dabei, das ist prima..."

Mitgestaltet wurde der Festgottesdienst durch den Kirchenchor St.Kilian unter der Leitung von Christine Stumpf, für den es am Ende großen Applaus gab. Nach dem Auszug aus der Kirche erfolgte die Segnung einer großen Bank gegenüber der Mariengrotte. Angefertigt hat sie Robert Reuscher, ein Burghausen stammenden Hobbyschnitzer. Eine Spende des KAB-Ortsverbands anlässlich des Jubiläums war der Anlass für die Anschaffung. Die Gemeinde Nüdlingen hatte den Bauhof beauftragt, den Sockel mit Pflastersteinen vorzubereiten.

Unter Führung der Gruppe "Vollblech" der Nüdlinger Musikanten zogen dann die KAB-Mitglieder und die Gäste in den Pfarrsaal zu einer weiteren Festveranstaltung. Margot Freidhof leitete sie mit einem Rückblick auf 60 Jahre KAB-Geschichte ein, sprach von 21 Gründungsmitgliedern 1958 und der Verdreifachung des Mitgliederstandes 1960. Der Höchststand der Mitglieder sei 125 gewesen. Derzeit zähle der Verband 56 Mitglieder, 29 Männer und 27 Frauen.

Dann zählte sie die umfangreichen Aktivitäten der KAB auf. Der Erlös von Theateraufführungen wurde für die Belange der Kirche und des Pfarrsaal gespendet. Außerdem unterstützte die KAB soziale Einrichtungen.

Am Dreikönigstag 1961 wurde erstmals ein "Tag der Alten" organisiert, zu dem man Senioren ab dem 70. Lebensjahr einlud. Das Kaffeegeschirr brachten damals noch die Mitglieder von zuhause mit. Aus dem "Großen Altentag" wurde der "Tag der Senioren".

Margot Freidhof nannte die Verdienste der früheren Vorsitzenden. Von 1958 bis 1965 hatte Josef Hümmler das Amt des 1. Vorsitzenden inne. Ihm folgte Adolf Müller, der 19 Jahre die KAB führte. Seit 1984 leitet nun Oskar Hein als Vorsitzender den KAB-Ortsverband. Dem Vorsitzenden war eine Frauenvorsitzende gleichgestellt. Dieses Amt übten Maria Olbrich, Gertrud Klöffel, Iris Schäfer und Gerda Lang aus. Eine Änderung gab es 2007. Aus der Frauenvorsitzenden wurde eine Frauenbeauftragte. Diese Aufgabe übernahm Gerda Lang. 2016 wurde sie für 25-jährige Tätigkeit ausgezeichnet und erhielt die Ehrenmitgliedschaft.

Das Amt des Präses haben nach Pfarrer Baptist Leidner Pfarrer Matthias Konrad, Pfarrer Andreas Bracharz und Pfarrer Otto Englert ausgeübt. Seit 2001 ist Pfarrer Dominik Kesina Mitglied der KAB und Präses des Ortsverbandes. Bezirkspräses Peter Hartlaub sagte, die Idee, dass sich Christinnen und Christen für soziale Gerechtigkeit einsetzen, sei unverwüstlich. Hartlaub sprach vom tief greifenden Veränderungsprozess, in dem sich die Kirche befinde. Die Menschen suchten nach Orten, wo sie sich mit ihren Anliegen ernst genommen fühlten. Die Entwicklung von der Pfarrgemeinde über die Pfarreiengemeinschaft zu "Pastoralen Räumen" habe vielen Gläubige Angst vor dem Verlust an kirchlichem Leben vor Ort gemacht. Doch es gebe keinen Weg zurück.
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