Bad Kissingen
Arbeitsmarkt

Jobmesse Bad Kissingen: Anlaufstelle für lokale Fachkräfte

Die Wirtschaftsjunioren sagen dem Fachkräftemangel im Landkreis den Kampf an: Mit der ersten Kissinger Jobmesse. Ansässige Arbeitgeber sollen sich unverstaubt präsentieren können - ohne Konkurrenz etwa aus der Schweinfurter Industrie.
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Lydia Molea (von links), Sebastian Bünner und Bernadette Köth freuen sich auf die Jobmesse der Wirtschaftsjunioren im Regentenbau.  Foto: Borst
Lydia Molea (von links), Sebastian Bünner und Bernadette Köth freuen sich auf die Jobmesse der Wirtschaftsjunioren im Regentenbau. Foto: Borst

42 Firmen aus dem Landkreis als Aussteller, mehrere Fachvorträge, Bewerbungscheck, Jobbörse und Streetfood-Meile. Die Wirtschaftsjunioren Bad Kissingen sowie die kommunalen Wirtschaftsförderer von Stadt und Landkreis wollen mit der ersten "Jobmesse Bad Kissingen" am kommenden Samstag etwas gegen den Fachkräftemangel in der Region unternehmen. Denn der trifft ansässige Unternehmer quer durch die Branchen schon jetzt (siehe Bericht). Betriebe in großen Städten sind aufgrund der dortigen großen Konkurrenz innovativer und fortschrittlicher, wenn es darum geht, um Fachkräfte zu werben, erklärt Sebastian Bünner von den Wirtschaftsjunioren. "Die Jobmesse soll den Unternehmen eine Plattform bieten, auf der sie sich gut und nicht angestaubt präsentieren können", sagt der IT-Projektmanager.

Kleine Firmen sind oft flexibler

Da hätten hier in der Region noch manche Betriebe Nachholbedarf. Auffallend sei dabei, dass insbesondere größere Arbeitgeber konservativ agieren, was den Einsatz von Imagefilmen, Social Media oder Sondervergütungen für Fachkräfte angeht, beispielsweise die Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder die Möglichkeit zu Home Office. "Heutzutage ist das aber vielen Arbeitnehmern wichtig. Gerade die jüngeren wollen zwar arbeiten, aber sie wollen auch Qualität haben", erklärt Bünner. Den großen Firmen gelingt es im Moment vor allem noch wegen ihres Rufs, den Fachkräftebedarf zu stillen. "Es geht um Angebot und Nachfrage. Die kleinen Handwerksbetriebe haben das schon eher begriffen", sagt er. Das hat natürlich einen Grund: Wenn die sich nicht mit allen Mitteln um Personal bemühen, kann das ihre Existenz bedrohen.

Standort mit Bewerbern

"Wir wollen die Jobmesse gut gemischt haben", sagt Bernadette Köth. Große Arbeitgeber aus dem Bau- und dem Gesundheitswesen sind genauso vertreten wie familiäre Handwerksbetriebe. Aber auch die Staatsbad Bad Kissingen und die Rhön GmbH stellen aus, um für die Region als attraktiven Standort zu werben. Es geht darum zu zeigen, dass es sich hier gut leben und arbeiten lässt. "Die Firmen haben gemerkt, dass sie mit dem Standort werben müssen und Stadt und Landkreis arbeiten daran, ihr Image hier zu verbessern", meint sie.

Die Jobmesse richtet sich als Besucher mehr an ausgelernte Fachkräfte und weniger an Auszubildende. "Sie ist für Leute gedacht, die im Beruf sind und sich verändern wollen und für Studierende, die in den Beruf starten wollen", erklärt Köth. Die Besucher können sich über die Betriebe informieren, haben die Chance, direkt mit den Firmenchefs oder Personalvertretern zu reden und können sich an der Jobbörse über freie Stellen informieren. Nicht erwünscht auf der Kissinger Jobmesse sind Unternehmen von außerhalb, etwa aus der Schweinfurter Großindustrie. Hier hat es zwar Anfragen gegeben, berichtet Lydia Molea vom Organisationsteam. Die hat man aber abgelehnt, weil man mit der Messe der Konkurrenz aus größeren Städten etwas entgegensetzen wolle. "Es ist wichtig das Gesamtpaket zu zeigen. Es ist eine Veranstaltung von Kissingern für Kissinger", sagt sie. Damit auch die kleinen Betriebe in der Messe im Vergleich zu großen Arbeitgebern nicht untergehen, haben die Organisatoren die Standgröße beschränkt. Auch geringe Standgebühren - die Messe ist ehrenamtlich und soll nur die entstehenden Kosten decken - sollen für ein ausgewogenes Verhältnis bei den Ausstellern beitragen.

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