Bad Kissingen
TSV Bad Kissingen

Jetzt mit Segen: Aus Chinapalast wird Vereinsheim

Der Saalbau hat eine über hundertjährige Geschichte. Jetzt ist es offiziell das neue Vereinsheim des Turn- und Sportvereins Bad Kissingen
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Pfarrerin Christel Melbert und Jugendseelsorger Roland Pietryga gaben dem neuen TSV-Vereinsheim den kirchlichen Segen. Peter Rauch
Pfarrerin Christel Melbert und Jugendseelsorger Roland Pietryga gaben dem neuen TSV-Vereinsheim den kirchlichen Segen. Peter Rauch
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1913 wurde der "Saalbau" in Bad Kissingen errichtet. Zusammen mit der Turnhalle entstand schon damals ein dreistöckiges Wohnhaus, dessen Erdgeschoss von Anfang an eine "Vereinsgaststätte" beherbergte. Gustav Streng, langjähriger Vorsitzender des TSV-Bad Kissingen und heute Ehrenvorsitzender dieses Traditionsvereins, erinnert sich, dass bis etwa zur Jahrtausendwende etliche Pächter das Lokal betrieben, das zuletzt eine Pizzeria war. Dann verpachtete der TSV Bad Kissingen das Lokal an einen Chinesen, und die Sportvereinsgaststätte wurde für Jahre zum "China-Palast".

Aus familiären Gründen ging der letzte Pächter zurück in seine Heimat und der TSV stand ohne Pächter da. Selbst wenn ein neuer gefunden worden wäre, hätten die vorgeschriebenen Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen das Budget des Vereins weit überschritten. Waren doch erst vorher Heizung und Dach des inzwischen über hundert Jahre alten "Saalbaues" erneuert worden.

So entschloss sich die Vereinsführung, damals noch unter Hannelore Schön, nach langen Diskussionen, das Lokal nicht mehr zu verpachten, sondern in Eigenregie zum Vereinsheim umzugestalten. Eine Aufgabe, die dann ihre Nachfolgerin im Amt der Vereinsvorsitzenden, Claudia Lachmann, zufiel. Zwar sei noch nicht alles fertig, vor allem an der Küche und ihrer Einrichtung werde noch gewerkelt, ließ diese wissen, aber inzwischen sei man mit dem Vereinsheim so weit, dass es genutzt werden könne und da wolle man auch den Segen der Kirche dafür.

Peter Anliker, Leiter der Schachabteilung zeigte sich angesichts des Termines hocherfreut, seien doch die bisher genutzten Räume für die anstehenden Turniere viel zu klein. Aber nicht nur für Vereinsaktivitäten will man die Räume nutzen, auch privat könne man sie mieten. Parkplätze gäbe es im Hof (Eingang Bibrastraße) genügend, so dass auch größere Gruppen in den beiden Räumen gut unterkommen könnten.

Seitens der Stadt Bad Kissingen war Bürgermeister Toni Schick gekommen, fast in Doppelfunktion, denn eine Tochter von ihm ist langjähriges Mitglied bei der TSV-Schwimmabteilung. "Der TSV Kissingen ist nicht nur der größte Verein in der Stadt, sondern bietet ein breites Angebotsfeld verschiedenster Sportarten und ist somit ein wichtiges Element auch des städtischen Angebotes", sagte er. Über den Vereinsbeirat und die Vereinsförderung habe die Stadt ihren Obulus zum Umbau gegeben, der in der Hauptsache in Eigenregie erfolgte.

Neben der Arbeit bietet der Sport einen schönen Ausgleich, sagte Pfarrerin Christel Melbert und fügte an, dass hier ein Treffpunkt geschaffen wurde, an dem man sich wie zu Hause fühlen könne. "Beim Sport kann man auch das Verlieren lernen und gerade das sei wichtig im Leben, sei doch das ganze Leben ein Wettkampf mit Gewinnern und Verlierern. Gemeinsam mit Jugendseelsorger Roland Pietryga segnete sie dann die neugestalteten Vereinsräume des TSV Bad Kissingen in der Landwehrstraße 2.



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