Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) sagte es so: Das Projekt, das die Feuring Hotel Consulting GmbH für die Steigenberger-Nachfolge erarbeitet hat, werde nicht aufgeschoben. Es befinde sich "auf der Zielgeraden". Allerdings seien noch etliche Fragen, vor allem in der Finanzierung, zu klären. Deshalb habe der Freistaat Bayern die Exklusivitätsfrist, die Ende Juni abgelaufen ist, bis zum 30. Oktober 2012 verlängert.
Feuring habe sein aktuelles Konzept im Finanzministerium bei einem internen Termin präsentiert und sei dort damit auf Zustimmung gestoßen. Er selbst sei nicht dabei gewesen, kenne auch nicht den aktuellen Plan, sondern nur den Vorentwurf, sagte OB Blankenburg weiter.
Bevor der Freistaat als Eigentümer der Immobilie eine Entscheidung treffe, wolle der das Votum der Stadt Bad Kissingen hören. Deshalb habe er, so der OB, für Montag, 6. August, um 19.30 Uhr eine nicht öffentliche Sitzung des Stadtrates einberufen. Er habe mit der Zusammenkunft nicht bis zum Ferienende Mitte September warten wollen.
Bei dieser Sitzung werde Feuring-Geschäftsführer Matthias Lowin selbst das Vorhaben erörtern. Lowin war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Horst Wolf, Sprecher des baye rischen Finanzministeriums, wollte vor der Stadtratssitzung keine Stellungnahme abgeben.
Gut unterrichtete Kreise wollen erfahren haben, dass Feuring in Kontakt mit mehreren Banken stehe und eine Finanzierung des Projekts über einen noch aufzulegenden Fonds plane. Als potenzieller Pächter wird auch die Steigenberger Hotels AG immer wieder mal genannt.

Offener Brief an Staatsregierung?


Die Steigenberger-Nachfolge ist Thema bei einem Treffen der Hoteliers und Gastronomen, zu dem Oberbürgermeister Blankenburg für Donnerstag, 12. Juli, gebeten hat. In der Einladung schreibt der OB, das Feuring-Konzept werde "in den nächsten Tagen" den Beteiligten vorgestellt. Er halte es deshalb für einen guten Zeitpunkt, um noch einmal die Bedeutung und Wichtigkeit dieses Hotels für Bad Kissingen zu unterstreichen. Bei dem Termin im Rathaus solle man gemeinsam ein Statement formulieren, "das als offener Brief an die bayerische Staatsregierung geleitet werden soll". Der Oberbürgermeister bittet um Unterstützung "in dieser für Bad Kissingen so wichtigen Angelegenheit".
Ob Gert Prantner und seine RIMC (International Hotel Resort Management und Consulting GmbH in Hamburg) endgültig aus dem Rennen sind, ist unklar. Auf der RIMC-Homepage ist Bad Kissingen immer noch als Projekt gelistet. Prantner sagte, "wir stehen immer zu unserem Wort." Bad Kissingen sei ein Standort, der "dringend die Revitalisierung der bestehenden Hotels benötigt", sei es das Steigenberger, das "Victoria" oder auch der "Fürstenhof". Alle drei seien ein "Muss", damit Bad Kissingen wieder auf der Weltkarte der modernen Kurorte erscheine. Schließlich sei das Gesundheitswesen die Wachstumsbranche der Zukunft, sagte Prantner.

Finanzierung nicht nachgewiesen


Er war nach der Schließung des Hauses am 17. Oktober 2010 als erster Investor in Bad Kissingen aufgetreten, wollte aber keinen Neubau, sondern eine 13,8 Millionen Euro teure Sanierung. Damals meldete die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung: "RIMC übernimmt Ex-Steigenberger-Hotel".
Prantner wolle es mit einer internationalen Investorengruppe erwerben und Ende 2011 als Fünf-Sterne-Haus eröffnen.
Die Stadt favorisierte zunächst die Prantner-Lösung, erwärmte sich dann aber für das Feuring-Konzept. Dabei spielte eine Rolle, dass Prantner den Nachweis einer gesicherten Finanzierung nicht führen konnte.

Fünf Sterne, 160 Zimmer und großer SPA-Bereich:
Pläne Das Feuring-Konzept sieht den Abriss des früheren Steigenberger Hotels und einen Neubau an gleicher Stelle vor. Der klassische Hotelbereich würde 150 bis 160 Betten haben. Das Haus sollte als Fünf-Sterne-Herberge nach den Vorgaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) eingestuft werden. Geplant ist ein erweitertes SPA-Angebot. Im Erdgeschoss sollen Arztpraxen, Geschäfte und Büros unterkommen.
Problematisch sind allerdings die vorgesehenen "Long-Stay-Suiten", mit deren Verkauf ein Teil der Investitionen finanziert werden soll. Denn nach der derzeit gültigen Bad Kissinger Kurzonensatzung ist ein Dauerwohnen dort noch nicht zulässig, weil das dem Kurzweck widerspreche. Unklar ist außerdem, wo die vorgesehenen weiteren 75 bis 100 Pkw-Stellplätze entstehen sollen. Als Alternative wäre deren Ablösung denkbar.