Ebenhausen
Restaurierung

Ins Ebenhäuser Schloss kehrt neues Leben ein

Das Ebenhäuser Schloss soll restauriert werden. Während die Planung gerade den letzten Feinschliff erhält, werden erste Gebäudeteile bereits entkernt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Beim Entkernen des Ebenhäuser Schlosses packt Bauherr Hans Metzger (links) selbst mit an. Alte Gebäude zu restaurieren, ist ihm Berufung und Leidenschaft zugleich.Heike Beudert
Beim Entkernen des Ebenhäuser Schlosses packt Bauherr Hans Metzger (links) selbst mit an. Alte Gebäude zu restaurieren, ist ihm Berufung und Leidenschaft zugleich.Heike Beudert
+12 Bilder

Wer mit Hans Metzger durch das Ebenhäuser Schloss geht, der spürt, wie sehr der neue Schlossherr bereits mit dem alten Gebäude verwurzelt ist. Jeder Stein, jeder Holzbalken scheint ihm vertraut. Das Schloss hat ihn sofort für sich eingenommen. Er habe eigentlich schon bei der ersten Besichtigung gewusst, dass er dieses Schloss restaurieren möchte, erzählt der Sulzfelder. Aber erst als er auch seine Familie von dem Projekt überzeugt hatte, fiel die endgültige Entscheidung.

Mittlerweile sind die die Pläne gereift und viele nötige Vorarbeiten und -gespräche gelaufen. Anfang Januar, vielleicht auch schon im Dezember, sollen die Baupläne eingereicht werden, erklärt Hans Metzger auf Nachfrage.

Hans Metzger ist regelmäßig im Schloss anzutreffen, denn Landkreis und Landesdenkmalamt haben bereits grünes Licht gegeben, die für die Restaurierung notwendigen Entkernungsarbeiten vorzunehmen. Der Bauherr packt selbst mit an. Seit bald vier Jahrzehnten ist es seine Leidenschaft, alte Häuser behutsam zu sanieren und damit für die Nachwelt zu erhalten. Mittlerweile ist auch sein Sohn mit von der Partie. Das Ebenhäuser Schloss ist das bisher größtes Projekt der Familie Metzger.

Viele Ein- und Umbauten, die im 20. Jahrhundert das Gebäude im Innern verändert haben, sind zwischenzeitlich wieder entfernt, wie die damals modernen Kunststoffböden oder Teppiche. Was Hans Metzger freut: Zum Vorschein gekommen sind in vielen Räumen die historischen Beläge - im Eingangsbereich des Südflügels große Sandsteinplatten, im Obergeschoss alte Holzdielenböden. Die meisten sind noch in einem so guten Zustand, dass sie aufgearbeitet und erhalten werden können.

Das Ebenhäuser Schloss soll in den nächsten Jahren im historischen Ambiente modernen Wohnkomfort bieten. "Wir legen Wert darauf, dass es kein kaltes Schloss ist", sagt Hans Metzger. Obwohl er und seine Frau wohl nicht dort einziehen werden - sie leben in Sulzfeld am Main in einem natürlich selbst restauriertem Gebäude - werden die neuen Wohnungen so ausgestattet sein, wie die Familie es für sich auch haben wollte, betont der Bauherr.

Dass das Ebenhäuser Schloss lange im Dornröschenschlaf lag, ist an vielen Stellen nicht zu übersehen. Wie bei Dornröschen hat sich in einem Zimmer sogar eine Brombeerranke den Weg ins Innere gebahnt. In anderen Räumen erzählen noch bunte Tapetenreste oder Kacheln vom Schlossleben Mitte des 20. Jahrhunderts.

Wo der Laie deshalb vor allem einen schier unüberwindbaren Berg an Arbeit sieht, erkennt Bauherr Hans Metzger die Möglichkeiten, die das Ebenhäuser Schloss bietet. Die Bausubstanz sei gut, erklärt er. Der Zuschnitt sei zudem geeignet, neuen Wohnraum in historischem Ambiente zu schaffen. Denn bei der Ausstattung des Schlosses als Verwaltungssitz hatten die Fürstbischöfe auf großen Prunk verzichtet. Zwar gibt es schöne Stuckdecken und einen stattlichen Aufgang, aber eben auch viele Räume, die heute ohne Eingriffe in die Substanz nutzbar gemacht werden können. "Die haben gut und solide gebaut", sagt Hans Metzger. Trotzdem spüre man, dass bei diesem Staatsbau nicht aufs Geld geschaut werden musste. Damit lässt sich jetzt gut arbeiten.

Die neuen Mieter im Schloss sollen einmal merken, dass ihre Räume noch Geschichte atmen. Der Stuck bleibt ebenso erhalten wie die alten Fußböden. Gleichzeitig sollen sie nicht auf modernen Komfort verzichten müssen. Auch Balkone zur Hofseite wird es geben. Darauf möchten Mieter heute nicht mehr verzichten, ist die Erfahrung des Bauherrn. Die Denkmalpflege habe grünes Licht gegeben. Hans Metzger weiß, dank seiner Erfahrung, dass modernes Wohnen alten Gemäuern gut funktioniert, wenn dem Bauherren fachkundige Beratung durch den Architekten und Sanierungsfachleute zur Seite steht. Auch mit dem Landesamt für Denkmalpflege hat er ein gutes Einvernehmen, weil man die gleichen Ziele verfolge, meint Hans Metzger. Die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde lobt der Schlossherr ausdrücklich.

Bis Ende 2020 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Danach folgt in einem zweiten und dritten Bauabschnitt der weitere Ausbau.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren