Waldfenster
Veranstaltung

Im Theaterverein Waldfenster kommt es zum Gülle-Aktien-Crash

Jugendliche, die in Mundart über Aktien sprechen, sind selten in der Rhön. Dass es sie aber doch gibt, zeigt sich bei den Waldfensterer Theatertagen.
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Noch laufen die Proben für die 15. Waldfensterer Theatertage im Oktober. Der Kartenvorverkauf findet am Sonntag, 30. September, von 11 bis 12 Uhr im PGZ Waldfenster statt.Johannes Schlereth
Noch laufen die Proben für die 15. Waldfensterer Theatertage im Oktober. Der Kartenvorverkauf findet am Sonntag, 30. September, von 11 bis 12 Uhr im PGZ Waldfenster statt.Johannes Schlereth
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Ein Börsencrash nach Rhöner Art lässt sich bei den 15. Waldfensterer Theatertagen erleben, wenn "Schorsch" in seinem Friseursalon mit Gülleaktien spekuliert und dabei Freunde und Familie an den Rande des Ruins treibt. Klar, dass das für Unmut in der Dorfgemeinschaft und im Friseursalon sorgt.

Je Probe ein neues Requisit

Bis die komplette Kulisse steht dauert es jedoch: "Im Endeffekt kommt das alles Stück für Stück zusammen, so dass zur Aufführung alles fertig ist", berichtet der Kulissenbauer Patrick Heckelmann. Einige Stücke seien dieses Jahr besonders schwer zu organisieren gewesen. Beispielsweise die Friseurhauben aus der DDR. "Bei anderen Requisiten können wir uns eigentlich immer auf die umliegenden Firmen und Geschäfte verlassen. Bei jeder Probe kommt etwas Neues dazu." Doch die Bühnenbildner müssen die Bretter, die die Welt bedeuten, nicht alleine bebauen. Heckelmann: "Das ist wirklich ein Gemeinschaftsprojekt: Manche bringen Möbel von Zuhause mit, andere geben uns ihre Ideen, was gut käme." Bis zur Aufführung komme also noch einiges an Requisiten zusammen. "Was super kommen würde, wäre eine alte Registrierkasse auf dem Tresen."

Ausgewählt hat den "K(r)ampf um das liebe Geld" der Vereinsvorstand. "Im Vorstand werden drei Stücke ausgewählt, die dann alle lesen. Danach stimmen wir ab und das Stück mit den meisten Stimmen wird genommen", erklärt Stefanie Schlereth, die Vorsitzende des Waldfensterer Theatervereins. Die Einnahmen durch den Kartenverkauf kommen stets einer Spende zu Gute. "Die bleibt im Ort und geht an die örtlichen Vereine für die Jugendförderung", informiert Schlereth. "Wir spielen für unser Dorf." Um die Zuschauer bei der Stange zu halten, hilft dem Theaterverein eine einfache Strategie: "Wir wollen, dass die Leute Spaß haben, abschalten und lachen können. Deswegen wählen wir immer Lustspiele aus."

Sprachlicher Schmelztiegel

Die Komödie von Beate Irmisch wird allerdings nicht eins zu eins nach der Vorlage aufgeführt. "Wir haben es auf Mundart umgeschrieben", erzählt Stefanie Schlereth. Neben der Rhöner Mundart haben sich noch andere Dialekte eingeschlichen: Berliner Attitüde kriecht in den Gehörgang, wenn Birgit Sonnenburg aktiv wird. Doch auch der Süden der Republik ist mit Oskar "Ossy" Brandl in Waldfenster vertreten. Der gebürtige Oberbayer lebt seit den 1970er Jahren in Waldfenster und ist nach eigener Aussage mittlerweile "gut integriert". Nur mit der Rhöner Mundart klappe es nach über 40 Jahren noch immer nicht.

Kein altes Eisen

Dass die Waldfensterer Theatertage keinesfalls altbacken sind, zeigt sich beim Blick ins Ensemble. "Wir haben eigentlich fast jede Altersgruppe vertreten", informiert Schlereth. Der 21-Jährige Pascal Pfülb ist das jüngste Ensemble-Mitglied. "Ich habe das damals schon immer beobachtet. In den Verein eingetreten bin ich dann mit 18." Konflikte zwischen Jung und Alt kämen jedoch keine auf. "Das geht alles so zusammen: Alt geht auf Jung zu und Jung auf Alt."

Info:

Der Kartenvorverkauf findet am Sonntag, 30. September, von 11 bis 12 Uhr im PGZ Waldfenster statt. Restkarten sind ab Montag, 1. Oktober, unter der Tel.: 09734/ 6 36 bei Christoph Vierheilig erhältlich.

Aufgeführt wird die Komödie am Freitag, 19., und Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr und am Sonntag, 21. Oktober, um 17 Uhr. Weitere Aufführungen finden am Freitag, 26., und Samstag, 27. Oktober, um 19 Uhr und am Sonntag, 28. Oktober, um 17 Uhr im PGZ Waldfenster statt.



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