Laden...
Steinach an der Saale
Närrisch

In Steinach ging's heiß her

Zwei ausverkaufte Büttenabende sprachen für das fünfstündige Programm, mit dem der Heimatverein dem Publikum einheizte. Es ging in die Savanne, wo Tänzer und Büttenredner nicht nur die Lokalpolitiker ins Schwitzen brachten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Wild Dancers traten mit Aladins 1001 Nacht bei den Büttenabenden in Steinach auf.Garry Gridley
Die Wild Dancers traten mit Aladins 1001 Nacht bei den Büttenabenden in Steinach auf.Garry Gridley
+26 Bilder

Über 100 Aktive und weitere 50 Ehrenamtliche, die im Hintergrund fungierte, nahmen die närrischen Besucher beim Stänicher Büttenabend mit "nei die Savanne". Das Ergebnis: Zweimal ausverkauftes Haus, zweimal ging es heiß er - sowohl bei den Tänzen als auch bei den Büttenreden, die auch politisch kein Blatt vor den Mund nahmen.

Viele der Darsteller beim Stänicher Büttenabend sind Eigengewächse und mit entsprechend viel Herzblut bei der Sache. Gut ausgestattet sind die Garden, die von den ganz kleinen Bambinis (trainiert von Katharina Steinert und Jessica Wehner), über die Marschtanzgarde (trainieren sich selbst), bis hin zu den Wild Dancers (Trainerin Janina Dünisch) und der Showtanzgarde (Trainer: Jaqueline Dünisch und Liane Benkert) reichen.

Viel Lokalkolorit

Dazwischen gibt es unter Leitung von Präsident Andy Alles jede Menge Lokalkolorit. Vor allem im Eulenspiegel, den Andreas Freibott heuer als Rafiki (der Affe aus König der Löwen) hielt, aber auch bei den Kellersbachspatzen und der Yoga-Gruppe bekamen die Bockleter Kommunalpolitiker ihr Fett weg. Während Rafiki sich unter anderem den Missgeschicken vor Ort in 2019 widmete und die Entscheidung zum Schulstandort kritisierte, sang die Bongo-Band (die Kellersbachspatzen): "We are bald the blackest Luuch vo die ganze Gemää", nix Badessee, nix Metzger, nix... Nils Schmitt, Sohn des Vorsitzenden Frank Schmitt, zog da lieber über seine Schwester her, denn die sei "ein echter Besen".

Sketch und Show vereint die Gruppe SteBra (Steinach und Broach) jedes Jahr hervorragend. Heuer ging es passend zum Motto auf Safari durch die Gemeinde, nein Savanne natürlich. Und im Stänich Report hatten Jaqueline Dünisch und Liane Benkert übers Jahr zahlreiche Begebenheiten gefilmt, die sie jetzt über die Leinwand flimmern ließen. Dazwischen sorgten die 7er mit Limbo-Tanz für Fez. Und die Goldene Gurke für den größten "Klopfer" erhielt diesmal Charlie Elbert.

Aber es kamen auch Gäste von außerhalb, wie Fredi Breunig aus Großeibstadt, der fest zum Programm gehört und heuer von seinen Alltagsproblemen berichtete, und die "Tussi on Tour" (Melissa Laudensack aus Hundsbach), die zum ersten Mal in Steinach auf der Bühne stand. Die Gastgarden kamen in diesem Jahr aus Poppenlauer und Strahlungen.

Hohe Ehrung für Steinacher Faschingsnarr

Beim Steinacher Fasching gab es eine ganz besondere Ehrung, eine, die es im fränkischen Fasching nicht so einfach gibt und für die man einige Voraussetzungen erfüllen muss. Den Till von Franken in Silber erhielt Frank Schmitt, Vorsitzender des Heimatvereins und seit 2016 Faschingsverantwortlicher Vorstand.

Schmitt ist aktiver Organisator, Büttenredner, Tänzer, Musiker, 7er-Ratsmitglied und Erfinder der Marke "Die Verflixte 7". Der 42-Jährige war schon 1979 beim Faschingszug dabei, hielt wenig später Kinder-Büttenreden, initiierte ab 1994 die Faschingszuggruppe mit und spielte ab 1991 bei den Kellersbachspatzen". 2000 übernahm er die Regie des Stänicher Büttenabends, 2016 leitete er dessen Neuorganisation unter Führung des Heimatvereins.

In der Begründung für die Auszeichnung heißt es, "er hat durch sein enormes Engagement viel für den Stänicher Fasching geleistet und immer wieder junge Nachwuchstalente begeistert, gefordert und gefördert, die aktuell in den Büttenabenden kult sind und stetig steigende Qualität bieten". Schmitt selbst fand, dass viele diese Ehrung verdient hätten. Er widmete den Orden deshalb allen Fosenöchtern in Stänich - vor allem auch den Erfindern der Veranstaltung und engagierten Vereinen -, "denn in Steinach wird Fasching gelebt". Für ihn sei die Faschingsveranstaltung ein Stück Dorfkultur und Lebensqualität, weil "hier Gemeinschaft gelebt und Tradition gepflegt wird".

Orden für Vater und Tochter

Zur Gemeinschaft gehören auch Jaqueline und Gerhard Dünsch. Die beiden sind Vater und Tochter und verbringen das ganze Jahr über viel Zeit mit der Faschingsvorbereitung. Gerhard Dünisch war bereits 1991 bis 2017 beim Faschingswagenbau der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Als der Büttenabend wegen der Hallenrenovierung 2016 in den kleinen Saal verlegt werden sollte, stampfte er mit seiner Bühnencrew in nur sechs Wochen ein Bühnenbild aus dem Boden. Seitdem ist er aktiv und spielt unter anderem bei der Liveband "Kellersbachspatzen" mit. In der Laudation stand: "Er ist "ein Alpha-Tier, das Eigeninitiative zeigt und auch andere motivieren kann". Dazu gehört auch seine fünfköpfige Familie.

Mit ihm ausgezeichnet wurde Tochter Jaqueline, genannt Jaccy. "Nicht nur durch ihre direkte Art, sondern auch durch ihren enormen Zeitaufwand hat Jaccy den Stänicher Büttenabend zu dem gemacht, was er heute ist", sagt Mültner bei der Auszeichnung. Der Sessionsorden sollte ein Dankeschön sein für 20 aktive Jahre und hoffentlich noch viele weitere. Angefangen von der Kindergarde, über die Erst-Moderation 2011, das erste Heute Journal mit Gundula Gause und Claus Kleber bis hin zur Faschings-Sketchgruppe SteBra, die sie als Initiatorin zusammenhält. Zudem ist sie Trainerin und Tänzerin der Showtanzgarde, den "Billy's Angels". Auch sehr beliebt, ihr Stänicher Außenreport mit Video-Szenen, die sie das ganze Jahr über dreht.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren