Rottershausen
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In Rottershausen wird die beste deutsche Nachwuchsband gesucht

Am 14. Juni findet das erste bayerische Landesfinale von Local-Heroes Bayern seit fünf Jahren statt. Austragungsort ist das "ab geht die Lutzi" in Rottershausen.
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Das Local-Heroes Bayern-Team engagiert sich aus voller Überzeugung. Musik in all ihren Facetten ist ihre Leidenschaft. Dani Red
Das Local-Heroes Bayern-Team engagiert sich aus voller Überzeugung. Musik in all ihren Facetten ist ihre Leidenschaft. Dani Red
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Für die jungen Musiker geht es nicht nur um die sprichwörtliche "Ehre", sondern auch um den Einzug ins Bundesfinale und damit um den Titel "Beste deutsche Nachwuchsband": "Savanna Skean" aus Würzburg, "Betamensch" aus Nürnberg, "Lonely Spring" aus Passau und "Machete Dance Club" aus München dürfen im Landesfinale von Local-Heroes Bayern zeigen, was sie draufhaben. Austragungsort ist das Festival "ab geht die Lutzi" in Rottershausen.

"Es ist ein bisschen wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern zusammen", sagen Lisa Fuchs, Dani Straßner und Nicole Oppelt. Das ehrenamtliche Trio von Local-Heroes Bayern steckt gerade mitten in den letzten Vorbereitungen für das anstehende Landesfinale. "Unsere vier Teilnehmer fiebern dem Termin mit uns entgegen. Aufregung liegt in der Luft", so ihr Fazit.

"Savanna Skean", "Betamensch", "Lonely Spring" und "Machete Dance Club" sind zwar allesamt keine "Neulinge" mehr im Musikzirkus. Gigs wurden zuhauf gespielt, Studioluft geschnuppert und Wettbewerbserfahrung gesammelt. Doch dieser Termin ist anders. Erstens findet er im Rahmen eines weit über die Region hinaus bekannten Festivals - dem "ab geht die Lutzi" statt. Zweitens, das haben diese vier Bands schnell festgestellt, steckt eine andere Philosophie hinter diesem bundesweit ausgetragenen Contest. "

Der Konkurrenzgedanke spielt hier eigentlich keine Rolle", erklärt Lisa Fuchs. "Es geht um den künstlerischen Austausch, das Miteinander - im Idealfall bis weit über das Landes- und Bundesfinale hinaus." Nach der Bewerbungsphase sichtete das Local-Heroes-Bayern-Team zusammen mit befreundeten Musikinitiativen und dem "Lutzi"-Team die Einsendungen. Nach einer ersten Vorauswahl ging es direkt in eine unabhängige Fachjury, die letztlich über die Teilnahme in Rottershausen entschied. "Gerade diese Vorgehensweise kam sehr gut bei unseren Teilnehmern an. Denn anders, als sie es bisher erfahren hatten, entschieden hier keine Ticketverkäufe oder sonstige Regeln über Wohl und Wehe, sondern einzig und allein das musikalische Können", so ihr Fazit.

Ein Konzept, das sich über viele Jahre bewährt habe, so die bayerischen Organisatorinnen. Immerhin nähmen Jahr für Jahr rund 10 000 Bands am bundesweiten Wettbewerb teil. Teils tun sie das mit nachhaltigem Erfolg. So gehören zu den einstigen Teilnehmern Acts wie "Tokio Hotel" oder "Madsen", die bekanntermaßen steile Karrieren hingelegt hätten.

Local heroes, so erzählen sie, gebe es nun schon gut 30 Jahre. Das Aushängeschild sei der Contest. Doch es geht um weit mehr, wie die bundesweite Projektleiterin Julia Wartmann anlässlich des Jubiläums im Deutschlandfunk Kultur erklärte. "Was wir eigentlich machen wollen, ist ja Newcomer-Förderung. Und das in seiner ganzen Breite. Also zum einen Beratung, aber vor allem eben durch Coachings. Und es sind eben super viele Musiker, die bei uns zum ersten Male eine Bühne betreten. Und das ist eben auch das, warum Local Heroes bis heute eine Daseinsberechtigung hat: Junge Musiker kommen immer wieder nach, und so sind wir jedes Jahr wieder in den ersten Schritten auch dabei."

In Bayern lagen diese Ambitionen nun einige Jahre brach. Bis 2014 wurde das Landesfinale in Kooperation mit der Musikinitiative Hammelburg e.V. ausgespielt. Danach war erstmal Pause. "Uns hat der Wettbewerb seither immer gefehlt, sowohl auf Landes- als auch die bayerische Teilnahme auf Bundesebene", so Dani Straßner. Ende 2018 kam dann die Wende. Im Team des "ab geht die Lutzi" wurde ein neuer Partner und Gastgeber gefunden.

"Bessere und professionellere Rahmenbedingungen könnten wir uns gar nicht wünschen", freut sie sich gemeinsam mit Lisa Fuchs und Nicole Oppelt über die glückliche Fügung. Christian Stahl, Klaus Schmitt und ihre Mitstreiter seien ebenfalls vom Konzept "local heroes" überzeugt und hätten sich das Ganze auch schon auf Bundesebene angesehen. "In den vergangenen Monaten haben sie uns toll unterstützt und stets ein offenes Ohr für unsere Belange gehabt", so Nicole Oppelt.

"Wir sind schon seit Beginn an Teil des "Lutzi"-Teams, haben uns immer schon gegenseitig, etwa im Rahmen von Kooperationen mit der Musikini Hammelburg, unterstützt. Nun dürfen wir, dank deren Unterstützung, Local-Heroes Bayern endlich wieder machen. Und das auch noch zum zehnjährigen Jubiläum", freuen sich die Local-Heroes-Organisatorinnen, die dem Festival natürlich ebenso entgegenfiebern wie dem eigenen Landesfinale.

Auch das Bayern-Team zeigte sich in den vergangenen Monaten kreativ. Immerhin gab es so einige Herausforderungen zu bewältigen. So hätten sie zum Beispiel erst ein Prozedere dafür entwickeln müssen, dass eine faire Abstimmung sichert. Bewertet werden die vier Teilnehmerbands nämlich nicht nur von einer Fachjury. Das Publikum darf ebenfalls abstimmen. Am Ende ergibt sich das Ergebnis aus einer 60:40-Gewichtung. "Im diesjährigen Landesfinale bitten wir unser Publikum daher an einen eigens dafür aufgebauten Stand. Dort können sie ihre Favoritenband unterstützen, indem sie einen Coin in eine entsprechende Box werfen. Um Mehrfachabgaben zu vermeiden, werden die Einlass-Bändchen des Publikums nach der Stimmabgabe markiert", erklärt Lisa Fuchs.

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