Verabschiedung

In jedem Winkel der Schule Haßfurters Handschrift

Der Schulleiter der Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt, Kurt Haßfurter, wurde in den Ruhestand verabschiedet.
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Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer verabschiedete persönlich Kurt Haßfurter als Schulleiter an der Jakob-Preh Berufsschule in Bad Neustadt. Er nannte ihn einen idealen Botschafter der Region Main-Rhön.Hanns Friedrich
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer verabschiedete persönlich Kurt Haßfurter als Schulleiter an der Jakob-Preh Berufsschule in Bad Neustadt. Er nannte ihn einen idealen Botschafter der Region Main-Rhön.Hanns Friedrich
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Als den idealen Botschafter der Region Main-Rhön hat Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer den scheidenden Leiter der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt, Oberstudiendirektor Kurt Haßfurter, bezeichnet. In einer Feierstunde wurde dieser von zahlreichen Vertretern verschiedener Institutionen, sowie von Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Bruno Altrichter und Dieter Pfister dem Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer Würzburg, Schweinfurt verabschiedet. Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer Unterfranken zeichnete ihn, gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Bruno Werner, mit Urkunde und dem Siegel in Silber aus. Der Präsident würdigte damit die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Handwerk in der Region. So war es kein Wunder, dass Kurt Haßfurter am Ende der mehr als zweieinhalbstündigen Verabschiedung meinte: "Ich bin sprachlos und habe bei den Lobreden immer wieder überlegt, ob ich wirklich damit gemeint bin."

Natürlich war er es und Kurt Haßfurter hatte Recht, als er sagte, dass oftmals Erinnerungen wach wurden, die er längst vergessen hatte. Sein Stellvertreter, Studiendirektor Roland Endres führte durch die Feier und freute sich eingangs über die unübersehbare Schar der Besucher, die die Aula der Berufsschule füllten. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer sagte als Festredner, dass er gerne die Nachfolgerin Christine Götz, stellvertretende Schulleiterin der Berufsschule Bad Kissingen, vorgestellt hätte. Allerdings kam die Bestätigung durch das Kultusministerium so kurzfristig, das der Termin nicht machbar war. "Das werden wir natürlich mit einer schönen Einführung nachholen." Kurz streifte der Regierungspräsident den beruflichen Werdegang von Kurt Haßfurter, der im Schuljahr 2011/12 nach Bad Neustadt kam. Hier hat er sich in den vergangenen sieben Jahren als "idealer Botschafter der Region Main-Rhön erwiesen.

Der Regierungspräsident erwähnte die breite Palette der beruflichen Ausbildung in Bad Neustadt, die Kurt Haßfurter in seiner Zeit erheblich erweiterte. Ideal für weitere schulische Angebote sei Bad Neustadt als Modellstadt für Elektromobilität gewesen. Hier konnte Kurt Haßfurter Zeichen für die Zukunft setzen und der Schule einen Innovationsschub geben. An die Generalsanierung der Berufsschule für 6,7 Millionen erinnerte der Regierungspräsident und daran, dass Kurt Haßfurter unter anderem auch Leiter der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim war. Diese nannte er ein "Kleinod der Holz- und Schnitzkunst."

Rührig, zielstrebig und aktiv war Kurt Haßfurter und Globalisierung und Vernetzung waren wichtige Schlagworte für ihn. Bayernweit sei er mit "Industrie 4.0" im Auftrag des Kultusministeriums unterwegs gewesen. Die Jakob-Preh-Berufsschule sei eine von weiteren 16 Exzellenzschulen in Bayern und auch das habe man Kurt Haßfurter zu verdanken. "Sie sind in ihrem Beruf aufgegangen," lobte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und dankte im Namen seines Hauses. Für den Ruhestand wünschte er alles Gute, vor allem Gesundheit. Für seine Frau, Angelika, gab es einen Blumenstrauß.

Landrat Thomas Habermann sprach die fünf Schulen mit immerhin 1.600 Schülerinnen und Schülern an, deren Leitung Kurt Haßfurter übernommen hat: Die Fachschule für Elektrotechnik, für Fahrzeugtechnik und Elektromobilität, die kommunale Meisterschule für Schneid- und Schleiftechnik, die Berufsfachschule für Holzbildhauer und die Jakob-Preh-Berufsschule. Er habe eindrucksvolle Spuren hinterlassen und sei ein wichtiger Wegbegleiter gewesen. "Sie haben die Aufbauarbeit ihrer Vorgänger Ulrich Bergner und Klaus Saar kontinuierlich fortgeführt." Der Landrat erinnerte daran, dass die Berufsschule einst ein "bunter Warenkorb der verschiedensten Berufe" mit den unterschiedlichsten Fachbereichen war. Da sei die Clusterbildung gerade für das flache Land wichtig gewesen, ebenso die Kompetenz. Immer habe Kurt Haßfurter Mut zum Fortschritt bewiesen, auch als die Außenstelle in Mellrichstadt geschlossen werden musste oder man Klassen im Handwerk verlor. "Wir brauchen Industrie- und Handwerk", sagte der Landkreischef, weshalb es nicht einfach war diese Klassen gehen zu lassen. Er erinnerte an das Fingerspitzengefühl, dass Kurt Haßfurter bewies, als Asylbewerberklassen entstanden.

Mit der Schule sei er anderen immer eine Nasenlänge voraus so auch jetzt, als er den Kreistag vom notwendigen Bau eines Schülerwohnheims oder den Neubau der Schule für Holzbildhauer in Bischofsheim überzeugte. Es falle schwer Kurt Haßfurter gehen zu lassen, "denn er hat die Schule nach vorne gebracht und nach Bayern geöffnet." Die Schule sei sogar deutschlandweit ein Begriff. Auf der Suche ist der Landrat noch nach einem passendem Abschiedsgeschenk und denkt unter anderem an einen historischen Hobel. Viel bewegt habe der scheidende Schulleiter und die Schule in Bad Neustadt geprägt, sagte Bürgermeister Bruno Altrichter. Die Jakob-Preh-Berufsschule habe den Herzschlag der Elektromobilität übernommen. Kurt Haßfurter habe einen Fußabdruck in der Kreisstadt hinterlassen und dafür sagte ihm das Stadtoberhaupt ein herzliches Dankeschön. Als Geschenk gab es ein Bild, das den Rathausplatz mit der Karmelitenkirche zeigt.

Nachbarsjungen waren sie und damit kennen sie sich am längsten, sagte Dieter Pfister, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt. Beide stammen aus Gochsheim. Aus kleinen Verhältnissen habe sich Kurt Haßfurter nach oben gearbeitet und sei heute ein Vorbild, dass man auch ohne Abitur seinen Weg gehen kann. Das müsse man der Jugend heute immer wieder deutlich machen. Dazu habe auch er als Schulleiter in Bad Neustadt beigetragen.

Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Kurt Haßfurter als Schulleiter und sagte, dass dieser wichtige Akzente gesetzt hat. "Sie waren ein Gewinn für die Schule und das Handwerk, vor allem im Hinblick auf die Duale Ausbildung und deren Umsetzung." Gerade in Mainfranken und in Rhön-Grabfeld würden Handwerker wieder mehr Wertschätzung erfahren. Der Präsident überreichte Kurt Haßfurter als Geschenk einen in Brettern geschnittenen Apfelbau für sein Hobby im Ruhestand und das silberne Siegel mit Urkunde der Handwerkskammer für Unterfranken. Das übergab er gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Bruno Werner.

"In jedem Winkel dieser Schule ist die Handschrift von Kurt Haßfurter erkennbar." Das sagte Jürgen Baldus, Präsident des Fachverbandes Deutscher Präzisionswerkzeugschleifer e.V. bei der Verabschiedung in der Aula der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt. Dies gelte besonders für den Bereich der Schneidwerkzeugmacher. Zur Zusammenarbeit mit Kurt Haßfurter und der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt sagte Präsident Jürgen Baldus, dass man ein unschlagbares Team geworden sei. Auch freundschaftlich sei man verbunden. In all den Jahren habe sich gezeigt, dass man sich auf Schulleiter Kurt Haßfurter und seine Schule verlassen kann. "Das alles was hier geschaffen wurde ist eine Meisterleistung, denn Du bis wahrlich ein Meister deines Fachs und Schulleitung kannst Du richtig gut!"

Oberstudiendirektor Wilhelm Ott, Sprecher der Direktorenvereinigung Unterfranken sagte, dass Kurt Haßfurter vor 25 Jahren dem Verband beigetreten ist und diesem bis heute die Treue gehalten hat. Die Direktorenvereinigung Unterfranken vertrete die Lehrerschaft und identifiziere sich mit der Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt. Für den Ruhestand wünschte er, wie schon sein Vorredner, alles erdenklich Gute.

Das unterstrich auch Hildegard Steinhardt, Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Jakob-Preh-Berufsschule in Bad Neustadt. Sie sprach von einem Wohlklang und nahm dabei Bezug auf die musikalische Darbietung des Ensembles der Klarinetten- und Saxophonklasse der Berufsfachschule für Musik Bad Königshofen. Die Person Haßfurters sei mit den fröhlichen und heiteren Klängen der Musiktitel zu vergleichen. "Es ist mutig gewesen, was sie an dieser Schule gemacht haben," sagte Hildegard Steinhardt. Dafür gelte heute Dank und Anerkennung zu sagen.

Oberstudienrat Jürgen Bieber, Vorsitzender des örtlichen Personalrats erinnerte an die Antrittsrede, bei der man schnell erkannt habe, dass Kurt Haßfurter ein hoch motivierter Schulleiter sein wird. Das habe sich bewahrheitet. Er habe in den vergangenen sieben Jahren die Jakob-Preh-Berufsschule Bad Neustadt weiter entwickelt. Ideen eingebracht und auch umgesetzt. Erfreulich wertete es der Personalratsvorsitzende, dass der Schulleiter immer eine offene Türe für sein Personal hatte. Er habe damit sein von Anfang an gegebenes Versprechen gehalten, immer da zu sein, wenn es Probleme gibt und "irgendwo der Schuh drückt." "Danke für das Gesamtpaket Kurt Haßfurter." In einigen Bildern und vor allem einem musikalischen Beitrag, dem "Heldengesang", wurden dann noch einmal die besonderen Fähigkeiten und die Zeit Haßfurters an der Schule heraus gestellt.

Dankbar und überwältigt sei er für diesen Abschied, sagte Schulleiter Kurt Haßfurter und fügte an: "Jeder gestaltet sein Leben wie er möchte und auch die Zukunft." Er selbst sei jemand, der immer die goldene Mitte bei seinen Entscheidungen gesucht habe. Zu den Ausführungen der einzelnen Redner meinte er: "Ich bin sprachlos und wusste oft nicht, ob ich wirklich damit gemeint bin." In seiner Zeit habe er viel bewegen können, allerdings nur mit Hilfe vieler aus Politik und Wirtschaft, die ihm zur Seite standen. So sei es eine Erfolgsgeschichte geworden. Sein besonderer Dank galt Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, dessen Haus, dem Landkreis Rhön-Grabfeld mit Landrat Thomas Habermann, Kreisbaumeister Herbert Bötsch und Kreiskämmerer Winfried Miller, sowie vor allem seiner Schulfamilie. Zu Bürgermeister Bruno Altrichter gewandt meinte er: "Ich komme immer wieder gerne nach Bad Neustadt!"
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