Umfangreich war die Liste der Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, die JU-Kreisvorsitzender Martin Wende nach der musikalischen Einstimmung durch ein Bläserensemble der Musikschule namentlich begrüßte. Aber auch viele andere Bürger wollten an diesem Abend erfahren, was aktuell in Bayern läuft. Wende machte in seinen Ausführungen mehrfach deutlich, "dass die Menschen sich eine Politik wünschen, die gerecht ist". Dieses Ziel gelte es in der CSU, die "die letzte echte Volkspartei in unserem Land" sei, zu realisieren. Dazu brauche man nicht nur die Funktionsträger, sondern auch eine Vielzahl von ehrenamtlich Engagierten.

Ein kurzes Statement gab Bad Brückenaus Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) als Hausherrin der Georgi-Kurhalle ab. Und dann hatten erst einmal die Sternsinger zusammen mit den örtlichen Pfarrern ihren Auftritt.

Technik muss uns dienen

"Ich stehe heute ganz analog vor Ihnen" - mit diesen Worten leitete die Bayerische Staatsministerin für Digitalisierung, Judith Gerlach, ihre Festrede ein. Denn trotz einer rasanten technischen Entwicklung in allen Lebensbereichen sei der persönliche Kontakt untereinander nach wie vor sehr wichtig. "Die Technik muss uns dienen und nicht umgekehrt", so ihre Maxime. Mit einem kurzen Blick in die Geschichte erinnerte die Politikerin daran, dass der Zusammenhalt der Menschen "Bayern über Jahrzehnte so stark gemacht hat". Ausschlaggebend sei dafür sowohl die Bewahrung der Tradition als auch der Wille zum Fortschritt gewesen.

"Unser Freistaat ist nicht isoliert von der Welt", meinte die Politikerin wörtlich mit Blick auf die Bereiche Klimawandel und Klimaschutz. Sie forderte die Gäste des Neujahrsempfangs dazu auf, in der Umweltpolitik bewahrend zu agieren. Denn eine gewisse konservative Haltung sei durchaus angebracht, wenn es darum gehe, wichtige Werte und Errungenschaften sowie die unschätzbare Natur zu erhalten.

Dann kam die Staatsministerin auf ihr Fachgebiet zu sprechen. Die Digitalisierung, bei der man auch immer die Ethik im Blick haben müsse, eröffne enorme Möglichkeiten in allen Lebensbereichen. Daten und Informationen seien die Währung des 21. Jahrhunderts. Bayern habe hier als erstes Bundesland mit der Gründung eines eigenen Digitalministeriums klare Zeichen gesetzt.

Sicherheit im Netz

Breiten Raum widmete Judith Gerlach vor dem Hintergrund des jüngsten Datenklaus bei fast 1000 Politikern und Prominenten dem Thema Sicherheit im Netz. "Auch ein digitaler Einbruch hinterlässt Spuren. Wir müssen unser digitales Leben deshalb genauso sichern wie unsere Wohnungen und Häuser", appellierte sie an die Zuhörer. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es zwar nicht, ihr Ministerium habe aber eine Fülle von Maßnahmen auf den Weg gebracht, um es den Hackern so schwer wie nur möglich zu machen. Ihr sei durchaus klar, "dass Digitalisierung polarisiert". Zur sachlichen Auseinandersetzung soll unter anderem eine breit angelegte Aufklärungskampagne beitragen.

Jahr der Veränderungen

Nach den Worten des Landtagsabgeordneten und CSU-Kreisvorsitzenden Sandro Kirchner ist 2018 auch in der Politik ein Jahr der Veränderungen gewesen. Für Bayern und speziell für den Landkreis Bad Kissingen seien die vergangenen Monate erfolgreich verlaufen, etliche Projekte habe man verwirklichen können. Kirchner hob die gute Lebensqualität im Freistaat hervor. In diesem Zusammenhang vertrat er die Meinung, dass sich Begriffe wie Wirtschaft und Fortschritt auf der einen sowie Heimat und Tradition auf der anderen Seite keineswegs ausschließen. Ganz im Gegenteil, im Süden der Republik würden sich diese Bereiche sinnvoll ergänzen und eine gute Symbiose eingehen.

Im weiteren Verlauf seines Referats sagte der Kreisvorsitzende auch einige Sätze zu den Stichworten Fahrverbote und Handelskonflikte sowie zu der in seinen Augen "hochkritischen Sicherheitslage".