Münnerstadt
Friedhofsneugestaltung

Im Münnerstädter Friedhof rückt Bagger an

Zwischen Ostern und Pfingsten soll die nächste Abteilung des Münnerstädter Friedhofs umgestaltet werden. Aber es regt sich Widerstand
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Mit dem Abbau der Grabsteine haben die Arbeiten auf dem Friedhof vor zwei Jahren begonnen. Nach Ostern soll nun die nächste Abteilung folgen. Archiv/Heike Beudert
Mit dem Abbau der Grabsteine haben die Arbeiten auf dem Friedhof vor zwei Jahren begonnen. Nach Ostern soll nun die nächste Abteilung folgen. Archiv/Heike Beudert
Analog zu den Arbeiten vor zwei Jahren werden am Dienstag nach Ostern die Arbeiten in der Abteilung "D" des Münnerstädter Friedhofs beginnen. Dazu habe es bereits eine Versammlung mit den Nutzern gegeben, sagte Friedhofsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) gegenüber unserer Zeitung. Wie 2016 werden die Mitarbeiter des Bautrupps zusammen mit einem Steinmetz die Arbeiten erledigen, die zu Pfingsten beendet sein sollen.

Der Sachbearbeiter für das Friedhofswesen bei der Stadtverwaltung Münnerstadt, Bernd Hochrein, ist sehr zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Beim letzten Mal war es sehr eng geworden. "Vor zwei Jahren waren es 70 Gräber, diesmal wird es einfacher, weil es nur 45 Gräber sind." Bei einer Informationsveranstaltung seien sich alle Nutzer einig gewesen: "Jeder will eine Verkleinerung der Grabflächen", sagt Bernd Hochrein. Bei den Arbeiten wird ein Fundamentband eingezogen. "Das hat den Vorteil, dass der Grabstein bei einer Erdbestattung stehen bleiben kann", erläutert er. Bei den derzeit noch vorhandenen Einzelfundamenten müsse der Grabstein aus Sicherheitsgründen abgebaut werden.

Wie vor zwei Jahren sind keine Wege mehr vorgesehen. Alle Flächen zwischen den Gräbern sollen mit Rollrasen gestaltet werden. Mit einer Ausnahme: "Der Weg zum Urnenfeld bleibt bestehen", erläutert Bernd Hochrein. Weil Viele Hinterbliebene diese Fläche besuchen, würde sich sowieso schnell ein Trampelpfad bilden. Neu angeboten werden n diesem Areal individuelle Urnengräber mit einer Fläche von 100 mal 80 Zentimeter. Zwei Urnen haben darin Platz.

"Das ist alles sorgfältig mit dem zuständigen Bestatter abgestimmt", betont Bürgermeister Helmut Blank. "Entscheidend für uns war die Zustimmung aus der Bevölkerung." Allerdings sehen das nicht alle Stadträte so. Die Fraktionen Forum aktiv, Freie Wähler und SPD sowie der fraktionslose Leo Pfennig haben einen Antrag auf Erstellung eines Gesamtkonzeptes für alle Friedhöfe, insbesondere aber für den Münnerstädter. Es lasse sich kein langfristiges Gesamtkonzept erkennen, heißt es in der Begründung. Nach bereits durchgeführten Umgestaltung sei die historisch gewachsene Struktur nicht mehr erkennbar. "In den bereits umgestalteten Flächen fehlen feste Wege." Auch fehlten alternative Bestattungsformen, wie Baumbestattungen oder Gemeinschaftsgrabanlagen Memoriamgarten. Sieben Punkte führen die Antragsteller in ihrer Begründung auf. Man könne das noch einmal auf die Tagesordnung nehmen, sagt Bürgermeister Helmut Blank dazu. Aber er verweist darauf, dass bei Vorgesprächen Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro nur für einen Planer im Raum standen. Er hält an der Vorgehensweise fest.

Das werde auch vorläufig die letzte Umgestaltung in Münnerstadt sein, meint Klaus Schebler. "Jetzt müssen wir erst einmal eine Pause machen." In anderen Bereichen, in denen es schon viele freie Plätze gibt, müsse einfach abgewartet werden, bis die letzten Ruhefristen abgelaufen sind. "Sehr gut angenommen wird die naturnahe Bestattung", sagt er. Die Nachfrage seo so groß, dass schon der Wunsch nach Reservierungen laut geworden sei. "Davon halte ich nichts", betont der Friedhofsreferent. Die Fläche lasse sich bei Bedarf jederzeit problemlos erweitern.

Nachdem sich nun ein Jahr lang die der Münnerstädter Bautrupp auch noch um die Pflege des Friedhofs kümmern musste, hat dies nun zum Jahresanfang wieder eine Firma übernommen.
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