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Bad Kissingen
Haushalt

Im Bad Kissinger Rathaus werden Mitarbeiter "geteilt"

Um die Kosten kontrollieren zu können, werden im neuen Haushalt im Bad Kissinger Rathaus alle Beschäftigten der Stadt eingruppiert. Bei Tiefbau-Chef Thomas Hornung kamen ganze 19 Aufgabenfelder zusammen.
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Auch im Computer-Zeitalter haben die alten Personalakten noch nicht ausgedient: Kerstin Heinisch, Leiterin der Haupt- und Personalverwaltung, nimmt einen der 347 Ordner aus dem Schrank. Foto: Ralf Ruppert
Auch im Computer-Zeitalter haben die alten Personalakten noch nicht ausgedient: Kerstin Heinisch, Leiterin der Haupt- und Personalverwaltung, nimmt einen der 347 Ordner aus dem Schrank. Foto: Ralf Ruppert
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Wenn Thomas Hornung am Morgen das Bad Kissinger Rathaus betritt, ist nie so ganz klar, für welche Kostenstelle er an dem Tag arbeitet. Die Stelle des Leiters der Tiefbauabteilung ist nämlich seit Einführung der Doppik auf 19 so genannte Produkte aufgeteilt. Statistisch gesehen ist er beispielsweise jede zehnte Stunde in Sachen Kläranlage oder im Bereich Kanalisation und Heilquellen unterwegs.
Jeweils fünf Prozent seiner Arbeitszeit entfallen auf Flurwege, die Brunnen, die Straßenbeleuchtung, die Sportplätze und vieles mehr.

Jedes Jahr neu festgelegt

"Das wird jedes Jahr neu festgelegt", sagt Hornung, und: "Wenn zum Beispiel der Sportplatz in Winkels erneuert wird, dann steigt der Anteil im Bereich Sportplätze." Wie Hornung geht es so gut wie allen aktuell 347 Mitarbeitern der Bad Kissinger Stadtverwaltung. "Es ist die Regel, dass die Mitarbeiter verschiedene Produkte bespielen", erläutert Kerstin Heinisch, die Leiterin der Haupt- und Personalverwaltung. Das reicht von Mitarbeitern, die nur in zwei Bereichen tätig sind, etwa dem Kissinger Sommer und dem Klavierolymp, bis eben zu Führungskräften wie Hornung, der sich selbst eingruppieren muss.

Der Sinn des Ganzen? Ziel der Umstellung auf die so genannte Doppik sei ein "produktorientierter Haushalt mit einer wirkungsorientierten Steuerung", sagt Stadt-Kämmerer Gerhard Schneider. Sprich: Bei jeder erbrachten Leistung soll in Zukunft ablesbar sein, was sie kostet. Deshalb gibt es auch einen Controller im Rathaus, der die Teil-Bereiche nach betriebswirtschaftlichen Maßstäben durchforstet und mit Kennzahlen aus der freien Wirtschaft vergleicht.

Dazu sind Grundlagen notwendig: Wie für die Eröffnungsbilanz bereits sämtliche Immobilien der Stadt bewertet wurden, musste die Personalabteilung alle 347 Beschäftigten einordnen. "Der Aufwand lässt sich schwer beziffern, da er im laufenden Geschäft miterledigt wurde", berichtet Kerstin Heinisch. Sie schätzt aber, dass ihre Mannschaft in der Personalstelle so lange daran gearbeitet hat, dass es etwa einer Halbtagsstelle für ein halbes Jahr entspricht.

Grundlage für Einsparungen

Kämmerer Gerhard Schneider kann nun mit wenigen Klicks nachvollziehen, welcher Anteil der gesamten Personalkosten von heuer 13,5 Millionen Euro genau für welchen Bereich ausgegeben wurde. Die Folge? "Wir wollen natürlich unsere Personalkapazität auf die Dinge ausrichten, für die wir gute Leute haben", sagt Schneider. Klar sei aber auch: "Wir müssen uns schon überlegen, was wir selbst machen und was wir in Zukunft vielleicht vergeben."

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