Aschach bei Bad Kissingen
Konzert

Hommage an das Leben auf dem Land

Um die Heimat ging es beim fränkischen Musikabend "Dahöm & Daus", also "Daheim & Draußen", auf Schloss Aschach.
Artikel drucken Artikel einbetten
Siggi Juhasz und "The Dukes" entführten beim fränkischen Musikabend "Dahöm & Daus" mit ihren Liedern in die Welt des Dialekts. Björn Hein
Siggi Juhasz und "The Dukes" entführten beim fränkischen Musikabend "Dahöm & Daus" mit ihren Liedern in die Welt des Dialekts. Björn Hein
+2 Bilder
Aschach — Für die Heimat hat jeder seine eigene Bezeichnung. Während der Netzwerk-Nerd hierfür den Begriff "there is no place like 127.0.0.1" verwendet, gibt es für den Normalsterblichen nichts Schöneres als "Dahemm" zu sein. Beim fränkischen Musikabend auf Schloss Aschach wandte man sich aber auch ferneren Gefilden zu, weshalb die Veranstaltung "Dahöm & Daus", als "Daheim & Draußen" überschrieben war. Siggi Juhasz und "The Dukes" wussten mit ihren Songs aus der Welt des Dialekts überaus gut zu gefallen, wohl auch deshalb, weil man Anleihen aus den unterschiedlichsten musikalischen Richtungen zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden verstand.

Siggi Juhasz, der auch mit Solostücken aus der eigenen Feder zu gefallen wusste, kündigte den Abend als eine Art "Wirtshaussingen im Freien an". Zahlreiche Besucher hatten sich dazu im Schlosspark versammelt, um bei sommerlichen Temperaturen den Eigenkompositionen zu lauschen, die eine Hommage an das Leben auf dem Land waren, ohne dabei sentimental zu werden. Mit von der Partie waren auch "The Dukes" aus Büchold, die Siggi Juhasz begleiteten. Den Musikern gelang es, ein liebevolles Bild der Heimat zu zeichnen und auch einmal augenzwinkernd die typischen Eigenheiten aufs Korn zu nehmen.


Witzige Anspielungen

So war der "Dampflok-Blues" eine Hommage an die Werntal-Bahn, die zahlreiche witzige Anspielungen enthielt. Hier zeigte sich, dass sich der Begriff "Heimat" sehr gut mit folkiger Musik verbinden lässt, wobei sich Juhasz als musikalischer Tausendsassa erwies, der neben der Gitarre auch auf der Mundharmonika und auf dem Akkordeon vollauf zu überzeugen wusste. Das Stück "Büchold" war ein Lied über die Kindheit, das mit teilweise wehmütigen Anklängen von einer Zeit berichtete, die es so leider nicht mehr gibt. Gesungen wurden die Stücke übrigens zum größten Teil in dem Dialekt, wie er in der Nähe von Arnstein gesprochen wird. Hier zeigte sich, dass dieser in manchen Passagen vom lokalen Idiom abweicht, was reizvoll und interessant zugleich war.

Fehlen durfte auch ein Solo von Siggi Juhasz über das Zentrum von Unterfranken, nämlich Würzburg nicht. Hier wurden solche versteckten Sehenswürdigkeiten wie dem Lusamgärtchen liebevoll eine musikalische Referenz erwiesen. Überhaupt merkte man der Gruppe die Liebe zur Heimat und deren Besonderheiten an. So auch beim Stück "'s Schnääwittle", das sich auf das Schneewittchen von Lohr bezog, und in dem man sich über die zahlreichen dialektalen Ortsnamen lustig machte, die einen "Neig'schmeckten" schon sehr verwirren können. So entstand eine sehr persönliche Atmosphäre zwischen den Musikern und dem Publikum, vor allem auch deshalb, weil die Zuhörer sich selbst und ihre Eigenheiten in den Stücken wiedererkannten. Bis kurz nach 22 Uhr dauerte der Auftritt von Siggi Juhasz und "The Dukes". Die Zeit verging wie im Flug. Der Applaus der Zuhörer zeigte, dass das Konzert sehr gut angekommen war.
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren