Schondra

Helfer vor Ort: In vier Minuten zur Stelle

Die engagierten Notfall-Helfer rücken mit ihrem eigenen Einsatzwagen an - vielen Spenden sei Dank. Ihr Einsatz-Auto soll jetzt gesegnet werden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Durch viele Spenden konnten die "Helfer vor Ort" (HvO) den Rettungswagen anschaffen. Nicht nur die Ehrenamtlichen Nadja Greifensteiner und Marco Knüttel freut das.  Foto: Beatrix Lieb
Durch viele Spenden konnten die "Helfer vor Ort" (HvO) den Rettungswagen anschaffen. Nicht nur die Ehrenamtlichen Nadja Greifensteiner und Marco Knüttel freut das. Foto: Beatrix Lieb
Das auffällige Auto steht alle paar Tage auf einem anderen Hof. Daran muss man sich erst gewöhnen, weil ein Rettungsfahrzeug immer das ungute Gefühl weckt, dass etwas passiert sei. Für die Marktgemeinde Schondra allerdings kann diesbezüglich Entwarnung gegeben werden: Die Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO) ist seit drei Monaten im Besitz eines eigenen Einsatzwagens.

"Er ist zwar gebraucht und hat schon viele Kilometer auf dem Buckel, aber für unseren Zweck ist das Auto ideal", freut sich Christian Kliem, ein Mitglied der HvO-Gruppe. Christoph Büchner hat den Kofferraum des Einsatzfahrzeuges noch fachmännisch mit Regalen sinnvoll ausgestattet, damit alle wichtigen Utensilien einen sicheren und zweckmäßigen Platz haben.

Möglich wurde die Anschaffung des Pkw durch die vielen Spenden, die die ehrenamtliche Einsatzgruppe erhalten hat. Und wenn man sich umhört, wird klar: diese Spenden wurden gerne gegeben, denn treffen kann es jeden zu jeder Zeit: ob ein Unfall im eigenen Haus, ein Problem mit einem Kleinkind oder ein Schlaganfall: die HvO hat sich zum Ziel gesetzt, beinahe rund um die Uhr solche Fälle zu betreuen.


Wenn jede Minute zählt

"In der Regel sind wir bereits vier Minuten nach dem abgesetzten Notruf vor Ort", weiß Bastian Markert aus Erfahrung. In vielen Fällen ist die schnelle Hilfe vor Ort entscheidend für den weiteren Krankheitsverlauf des Betroffenen. Die überwiegend jungen, sehr gut ausgebildeten Ehrenamtlichen sind sich dieser Aufgabe und vor allem der Verantwortung bewusst.

Auch Bürgermeister Bernold Martin freut sich: "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass junge Menschen solch ein Ehrenamt übernehmen", schränke der Dienst doch auch das Privatleben erheblich ein.


Dankbarkeit wird spürbar

"Ich mache das gerne, es ist immer wieder schön, wenn wir Menschen in einer akuten Notlage direkt vor Ort schnell und unkompliziert helfen können und ihnen beistehen, bis der Rettungswagen oder der Notarzt da sind", sagt Nadja Greifensteiner, die im "richtigen Leben" als Stationsleiterin im Klinikum Bad Neustadt arbeitet.

Sie freut sich immer über die Dankbarkeit, die die HvO-Gruppe nach einem Einsatz erfährt: "Das ist das schönste Geschenk - oder fast", meint sie augenzwinkernd, denn die Spenden, die nun die Finanzierung des Autos ermöglicht haben, sei auch ein sehr sinnvoller Ausdruck von Dankbarkeit.

Und weitere Pläne hat die agile Gruppe auch schon: sie planen die Gründung eines Fördervereins. Und wenn man sich die 23 jungen Leute so betrachtet, besteht wohl kein Zweifel, dass auch dies erfolgreich sein wird.

Termin Unter den Segen Gottes gestellt werden soll das neue Fahrzeug am Sonntag, 27. August, um 9.30 Uhr während eines Gottesdienstes in der St.-Anna-Kirche in Schondra. Danach laden die Helfer vor Ort bei einem Frühschoppen mit Weißwurst, Bratwurst, Steak und Getränken ein und natürlich gibt es am Nachmittag auch Kaffee und Kuchen. blb

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren