Laden...
Bad Kissingen
Hochwasser

Helfer aus dem Kreis Kissingen sind einsatzbereit

 Die Retter aus dem Kreis Bad Kissingen waren und sind einsatzbereit. Sie standen "Sandsack bei Fuß", durften aber nicht ausrücken.
Artikel drucken Artikel einbetten
Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes waren in Passau im Einsatz. Foto: Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg
Feuerwehrleute und Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes waren in Passau im Einsatz. Foto: Kreisfeuerwehrverband Aschaffenburg
+1 Bild
Hochwasserkatastrophe in Sachsen-Anhalt, Ruhe an der "Heimatfront" in Unterfranken. Hier hat jeder Landkreis ein Hilfeleistungskontingent. Das sind Retter aus den Feuerwehren, die ihr Handwerk beherrschen und bei einer Flut eingesetzt werden können. Aus dem Regierungsbezirk war eines, das in Aschaffenburg mit 191 Kräften und 39 Fahrzeugen, bis Sonntag in Passau auf Posten.

Kreisbrandinspektor Benno Metz sagt, warum die Bad Kissinger Experten hier bleiben
durften, mussten: Das bayerische Innenministerium habe extra ein Schreiben geschickt, dass sich niemand auf eigene Faust in Bewegung setzen solle, sondern nur nach Aufforderung. Die Regierung von Unterfranken entscheide, wer entsandt wird - "und damit fertig".

Binnen 24 Stunden auf dem Weg

Johannes Hardenacke, Sprecher der Regierung von Unterfranken, sagte auf Anfrage, der Freistaat habe aus dem Elbehochwasser 2002 gelernt und 2009 die Hilfeleistungskontingente gebildet. Die würden auch funktionieren.

In Bayern liefen die Hilfeleistungen koordiniert und strukturiert ab; "das ist auch richtig so". Derzeit sei ein Kontingent aus Miltenberg in Barby (Salzlandkreis) in Sachsen-Anhalt im Einsatz. Nach Angaben von Hardenacke fordere das Innenministerium gezielt die Kräfte an, die die Regierung von Unterfranken in Marsch setze.
Dabei sei auch sicherzustellen, dass der Feuerschutz vor Ort weiter gewährleistet bleibe.

Nach Angaben von Michael Kastl vom Sachgebiet Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt hat regelmäßiger Kontakt zur Regierung bestanden: "Wir können immer, wir sind einsatzbereit und haben auch geübt."

Die Anforderungen erfolgten nach objektiven Gesichtspunkten wie Bedarf und Anfahrtsstrecke. So seien diesmal hauptsächlich Pumpen-Kontingente wie das aus Aschaffenburg benötigt worden. Und: "Ein Anbieten unsererseits kommt daher nicht in Betracht."

Das 110 Personen starke Bad Kissinger Standard-Kontingent aus Feuerwehrleuten aus dem gesamten Landkreis kann problemlos um vier weitere Helfer und eine Sandsack-Füllmaschine aufgestockt werden. Michael Kastl: "Wir stehen in der Pflicht, wenn wir abgerufen werden." Binnen 24 Stunden könne man sich auf den Weg machen. Einzelne Wehrmänner hätten angerufen und gefragt: "Warum sind wir nicht dabei?" Weil die Regierung das nicht für notwendig gehalten hat.

"Niemand wusste wohin"

Für Außenstehende mag dieses Vorgehen unverständlich und bürokratisch aussehen, es macht aber durchaus Sinn. So werde ein Chaos auf den Autobahnen verhindert, sagt Michael Kastl. 2002 beim Jahrhunderthochwasser seien viele von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk unterwegs gewesen "und niemand wusste wohin". Mit einem Einsatz seien auch logistische Probleme verbunden: Die Retter müssten verpflegt und untergebracht werden.

Geschichte
Seit 2009 gibt es in Bayern insgesamt 209 Hilfeleistungskontingente. Dazu kommen noch sieben Sanitäts- und Betreuungskontingente sowie 19 Wasserrettungszüge. In Unterfranken existieren 38 Kontingente von Wehren, plus ein Sanitäts- und Betreuungskontingent sowie drei Wasserrettungszüge. Ein solches Kontingent ist meist mit zwölf bis 20 Fahrzeugen unterwegs.

Aktuell Nach Angaben der Regierung von Unterfranken sind derzeit 600 Kräfte aus dem Regierungsbezirk im Hochwassereinsatz. 95 davon stellt das Feuerwehr-Kontingent aus dem Landkreis Miltenberg. Dazu kommen noch 375 Bundeswehrsoldaten, Einheiten des Technischen Hilfswerks, des Malteser-Hilfsdienstes, von DLRG, Bergwacht und der Staatlichen Feuerwehrschule.

Stärke Das Standard-Hilfeleistungskontingent Bad Kissingen besteht nach Angaben von Denny Heinsmann (Katastrophenschutz) aus einem Logistik- und vier Löschzügen. Das Personal und die Fahrzeuge stammen aus den größeren Feuerwehren des Landkreises. Kontingentleiter ist bei einem Einsatz einer der drei Kreisbrandinspektoren Marco Brust, Edwin Frey oder Peter Sell.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren