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Hammelburg
Lebenshilfe

Hammelburger Werkstatt hat einen neuen Leiter

Die Hammelburger Behindertenwerkstatt hat seit 1. Oktober einen neuen Leiter. Auf Thomas Porkristl wartet eine Fülle neuer Aufgaben.
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In der Hammelburger Werkstatt der Lebenshilfe informierte sich der neue Leiter Thomas Porkristl (Mitte) über die Arbeit der Einrichtung in der Berliner Straße. Begleitet wurde er von Roland Köberlein (rechts), Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt. Foto: Markus Reeh
In der Hammelburger Werkstatt der Lebenshilfe informierte sich der neue Leiter Thomas Porkristl (Mitte) über die Arbeit der Einrichtung in der Berliner Straße. Begleitet wurde er von Roland Köberlein (rechts), Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt. Foto: Markus Reeh
"Es ist faszinierend, wie motiviert die Mitarbeiter sind", freut sich Thomas Porkristl. Der 36-Jährige hat sich an seinem neuen Arbeitsplatz in Hammelburg einen ersten Überblick verschafft und ist besonders von dem guten Betriebsklima angetan. "Das menschliche Miteinander ist mir sehr wichtig", betont er. Der in Ebenhausen wohnende Maschinenbauingenieur war zuvor als Teamleiter für den Automobilzulieferer Leoni tätig und hat sich aus verschiedenen Gründen nun beruflich neu orientiert.

Die Lebenshilfewerkstatt in der Berliner Straße kennt er noch von früher, stammt er doch aus Pfaffenhausen. "Als Hammelburger bin ich immer wieder mal zum Tag der offenen Tür gegangen", erzählt er. Auch in der Folge hat sich Porkristl nach eigenen Worten sehr intensiv mit der Arbeit der Einrichtung befasst. "Behinderte brauchen kein Mitleid, sondern allenfalls Hilfe zur Selbsthilfe", unterstreicht der Nachfolger von Holger Oberfichtner. Ziel der Lebenshilfe sei, den Menschen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen, sie in die Gesellschaft zu integrieren.

Im Gegensatz zu konventionellen Betrieben liegt der Fokus der Werkstatt nicht auf der Gewinnmaximierung. Dennoch gibt es Kriterien, in denen sie sich nicht von einem herkömmlichen Unternehmen unterscheidet. "Termine sind einzuhalten, außerdem müssen Qualität und Kosten stimmen", unterstreicht der neue Werkstattleiter. Insofern kommen ihm seine bisherigen beruflichen Erfahrungen bei seinem neuen Job zu Gute.
Die Lebenshilfe muss wie alle anderen Firmen die hohen Ansprüche ihrer Kunden erfüllen. "Wenn auf einem Türgriff ein Kratzer ist, wird das bei uns genauso reklamiert", gibt Porkristl ein Beispiel.

Ein besonderes Anliegen ist ihm eine noch stärkere Vernetzung der Werkstatt mit der Region vernetzen. Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation mit dem Weinbaubetrieb der Familie Lange. Die Lebenshilfe-Mitarbeiter etikettieren die Flaschen des Weinguts Schloss Saaleck. "Viele Hammelburger wissen leider noch nicht, was hier alles gemacht wird", bedauert der 36-Jährige.

Baumaßnahmen stehen an


Roland Köberlein, Geschäftsführer der Lebenshilfe Schweinfurt, ist sich sicher, dass es Thomas Porkristl "nicht langweilig wird", stehen doch einige größere Projekte an. So wurden der Werkstatt 50 zusätzliche Plätze genehmigt, womit sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter auf 208 summiert. In der Folge stehen im nächsten Jahr Abriss-, Umbau- und Anbaupläne in Produktions- und Verwaltungsgebäude an, die organisiert werden wollen. "Dadurch werden auch die Förderbedingungen für die Beschäftigten verbessert", unterstreicht Köberlein.

Der Bedarf für betreute Arbeitsplätze ist in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. Mehr Anfragen hat es nach den Worten des Geschäftsführers insbesondere für Menschen mit sozialer und psychischer Behinderung gegeben. Auch künftig rechnet Köberlein noch mit einer leichten Zunahme: "Wir wachsen moderat weiter."
Die Beschäftigten der Werkstatt kommen vor allem aus den Altlandkreisen Hammelburg und Bad Brückenau.

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit sind Lohnarbeiten für Automobilzulieferer und Industrie. Kunden sind unter anderem die Firmen Takata Petri, Regiolux und Hammelburger Präzision. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Holzbearbeitung einschließlich Herstellung eigener Produkte wie Hochsitze für Jäger, Nistkästen sowie Deko-Artikel aus Holz.

Möglichst vielen Arbeit bieten


"Bei der Akquise von Aufträgen schauen wir immer, ob für die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter etwas dabei ist und wie wir ihre Arbeitsplätze entsprechend gestalten können", stellt Köberlein heraus. Schließlich stehe bei der Lebenshilfe der Mensch im Mittelpunkt. Ziel sei, möglichst vielen eine Arbeit zu bieten. Darüber hinaus spiele ihre Qualifizierung eine zunehmende Rolle, wofür ein individueller Bildungsplan erstellt werde. In diesem Bereich strebe die Lebenshilfe eine Zertifizierung an.

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