Oberthulba
Verkehr

Wunsch nach Lärmschutz an neuer Thulbatalbrücke

Im kommenden Jahr soll die Thulbatal-Brücke neu gebaut werden. Anwohner machen sich für ihre Belange stark. Doch sie haben keine Erfolgsaussichten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Autobahnbrücke, die sich über das Thulbatal spannt, zeigt Mängel. Foto: Archiv/Wolfgang Dünnebier
Die Autobahnbrücke, die sich über das Thulbatal spannt, zeigt Mängel. Foto: Archiv/Wolfgang Dünnebier

Bei einem Erörterungstermin haben Vertreter der Regierung von Unterfranken Einwendungen zum Ersatzneubau der Thulbatalbrücke behandelt. Laut Gotthard Schlereth (CSU/ Freie Wähler), Bürgermeister von Oberthulba, nahm etwa ein Dutzend Bürger, Gemeinde- und Behördenvertreter an dem Termin teil. Das Hauptanliegen war der Lärmschutz.

Den wünschen sich die Anwohner von Oberthulba, Reith und Thulba. Die Gemeinde hatte im Vorfeld mit einer Unterschriftenliste das Anliegen gebündelt. Mehr als 200 Bürger hatten sich eingetragen, wie Schlereth erklärte.

Oberthulba ist 840 Meter von der Brücke entfernt, Reith 1050 Meter. Bisher gibt es auf dem Bauwerk keine Lärmschutzanlagen - und es wird auch keine geben. Es gibt keinen Anspruch, erklärte der Bürgermeister, der am Erörterungstermin selbst teilgenommen hat. Einen Anspruch sieht das Gesetz nur vor, wenn sich baulich etwas gravierend ändert. Der Neubau soll die bisherige Brücke aber lediglich ersetzen. So bleibt insbesondere die Zahl der Fahrstreifen gleich. "Auf die Gesetzeslage ist beim Erörterungstermin immer wieder hingeweisen worden", sagte Schlereth.

Allerdings sei zugesagt worden, dass lärmmindernder Asphalt - so genannter Flüsterasphalt - eingesetzt wird. Außerdem verspricht sich der Bürgermeister durch die frischen Lager an der neuen Brücke weniger Klappern, wenn Autos über sie fahren.

Wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist, sollen die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen. Sie sind auf etwa fünf Jahre ausgelegt. Da die bisherige Brücke aus einer einteiligen Konstruktion besteht, die keine getrennten Bauwerke für die beiden Richtungsfahrbahnen hat, muss die Richtungsfahrbahn Fulda zunächst auf Hilfsunterbauten etwa 25 Meter von der Brückenachse versetzt errichtet werden.

Auf sie wird der Verkehr dann umgeleitet, damit die alte Brücke abgerissen und der Überbau für die Richtungsfahrbahn Würzburg errichtet werden kann. Ist dieser Teil fertig, wird der Verkehr auf diese Richtungsfahrbahn verlagert, damit die Fahrbahn Richtung Fulda in die endgültige Lage seitlich verschoben werden kann.

Die neue Brücke wird laut dem Erläuterungsbericht der Autobahndirektion Nordbayern wie die jetzige sieben Brückenfelder und sechs Pfeilerpaare haben. Die Lage der Brücke ändert sich nicht. Auch der Abstand und die Position der Pfeiler bleiben gleich. Der Baubereich wird eine Länge von 930 Meter Autobahn umfassen, wobei die Brücke selbst 460 Meter lang ist.

Das jetzige Bauwerk wurde 1968 fertiggestellt. Es weist "alters- und konstruktionsbedingte Defizite" auf, wie es im Erläuterungsbericht heißt. Daher sind auf der Brücke bereits seit einiger Zeit die Spuren verengt. Eine Ertüchtigung gilt als unwirtschaftlich. Die Kosten für den Neubau werden mit 83 Millionen Euro angegeben. Dabei entstehen zusätzlich zur Brücke zwei Absetzbecken mit Regenrückhaltung. Sie sollen den Gewässerschutz verbessern.

Das ist auch im Sinne der Gemeinde. Ein anderes Anliegen ist die Sicherheit an der Autobahnanschlussstelle bei Reith. Dort kommt es immer wieder zu Unfällen. "Das ist aber eine andere Baustelle", erklärte Schlereth. Das Problem müsse getrennt von der Brücke betrachtete werden. Daher spielte es beim Erörterungstermin keine Rolle. Der Bürgermeister erklärte aber, am Thema dran zu bleiben.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren