Euerdorf
Gemeinderat

Wohin mit dem Klärschlamm?

Christian Rost legt mit sofortiger Wirkung sein Mandat nieder wegen der oft überhitzten Stimmung bei den Sitzungen. Das Gremium gab noch seine Zustimmung zum Kauf von Trennwänden für das Rathaus.
Artikel drucken Artikel einbetten
Klärschlamm - wohin damit. Diese Frage beschäftigt auch die Marktgemeinde Euerdorf.  Symbolfoto  Nicolas Armer/dpa
Klärschlamm - wohin damit. Diese Frage beschäftigt auch die Marktgemeinde Euerdorf. Symbolfoto  Nicolas Armer/dpa

Im Marktgemeinderat zieht in Kürze ein neues Mitglied ein, denn Christian Rost ist mit sofortiger Wirkung vom Mandat zurückgetreten und legte auch seine Ausschussämter nieder. Als Begründung führte er in einem Schreiben die oft überhitzte Stimmung in den Sitzungen an, die er nicht mehr mittragen möchte.

Stellvertretender Bürgermeister Klaus Kaufmann, der die Sitzung für die erkrankte Patricia Schießer leitete, bedauerte den Weggang Rosts als kompetenten und sachlichen Amtsträger. Kaufmann erachtete die Begründung des Wirmsthalers als rechtens, eine Ablehnung sei nicht möglich. Der Listen-Nachfolger von Rost ist allerdings aus Euerdorf verzogen. Somit wird der Platz wahrscheinlich vom übernächsten Listenkandidaten, Jürgen Gock, nachbesetzt.

Machbarkeitsstudie notwendig

Die Frage, wohin mit dem Klärschlamm, beschäftigt zunehmend die Kommunen und auch den Markt Euerdorf. Der Abwasserzweckverband Thulba-Saale (AZV) will Gemeinden, die keine Mitglieder sind, in ein Verwertungskonzept integrieren. Dazu ist eine Machbarkeitsstudie notwendig, die von den kooperierenden Kommunen zu finanzieren ist. Elmar Hofmann möchte dazu eine schriftliche Anfrage an alle dem AZV angeschlossenen Gemeinden. Sein Antrag, andere Anlagenbetreiber als Alternative zu suchen, wurde in den Beschluss aufgenommen.

Die Firma Hell stellte erneut den Antrag, auf Wirmsthaler Gemarkung nicht gefährliche Materialien lagern und behandeln zu dürfen. Dabei handelt es sich um Beton, Ziegel, Fliesen, Keramik und unbelasteten Asphalt auf dem früheren Betriebsgelände der Bayerischen Asphalt-Mischwerke, auf dem die besagten Reststoffe zweimal jährlich gebrochen werden. Hofmanns Frage galt der Lagerzeit. Sie beantwortete Michael Röder, der über die sofortige Verwendung des Materials informierte.

Der Antrag des SV Wirmsthal auf einen Zuschuss zu den Wasser- und Abwasser-Gebühren für das Sportgelände fand ein offenes Ohr bei den Räten. Sie bewilligten die Übernahme der Hälfte der Kosten für die Jahre 2017/2018 und 2018/2019 sowie die kompletten Beregnungskosten für den Platz. Einverstanden erklärte sich der Rat mit dem Planungsauftrag für einen Rechen und ein Fein-Sieb in der Kläranlage Sulzthal, sofern Ramsthal und Sulzthal ihre Zustimmung geben.

Ein Nachtrag wird bei der Friedhofssanierung fällig. Die ausführende Firma fordert wegen Pflasteränderungen und der Kanalführung die Nachtrags-Bruttosumme von rund 17 200 Euro. Die Forderung, vom Planungsbüro arc.grün geprüft, beurteilte das Büro als angemessen. Das Ratsgremium stimmte einhellig zu.

Rede und Antwort standen die Repräsentanten des mit dem Rathausbau beauftragten Büros Lieb und Vandeven. Dabei ging es um das Angebot zum Einbau mehrerer System-Trennwände, deren Preis seit Kalkulation im Juli 2016 um mehr als zwei Drittel stieg. Die Planer begründeten dies mit enormer Preissteigerung dieser Bau-Elemente, die Räte befanden es als zu blauäugige Kalkulation. Nach längerer Debatte stimmte der Rat mehrheitlich dem wirtschaftlichsten Angebot von rund 44 000 Euro zu.

Preiserhöhungen der moderaten Art präsentierte die Firma, die die Aufzugsanlage einbaut. Sie verlangt durch die allgemeinen Steigerungen einen Zusatz von knapp 1800 Euro für die 54 000-Euro-Maßnahme. Der Aufschlag bei den Zimmerer-Arbeiten im Haus 12 lag bereits vor und wurde vom Planungsbüro geprüft, das die Preissteigerung anerkannte, jedoch nicht in der geforderten Höhe. Die Mehrkosten errechneten Lieb & Lieb auf 60 000 Euro, die das Gremium mit sechs zu drei Stimmen annahm. Mit diesem Ergebnis passierte auch die Fassadengestaltung des Innenhofs, den die Farbe Rauch-Silber zieren wird. Der Vize-Bürgermeister sucht noch einen stellvertretenden Wahlleiter und Wahlhelfer. Interessierte melden sich bei der Gemeinde.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren