Westheim bei Bad Kissingen
Übung

Westheim: Großer Einsatz im kleinen Dorf

Vor dem Feuerwehrfest zeigten die Floriansjünger, dass sie ihr Geschäft beherrschen - bei einem "Brand" im Pfarrheim und auf dem Acker
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Eine zweiter Teil der Übung wurde zeitgleich auf dem abgeernteten Feld zu Füßen der Kapelle absolviert. Foto: Gerd Schaar
Eine zweiter Teil der Übung wurde zeitgleich auf dem abgeernteten Feld zu Füßen der Kapelle absolviert. Foto: Gerd Schaar
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Bevor das jährliche Feuerwehrfest mit dem Vorsitzenden des Feuerwehrvereins Markus Reimer gemütlich gefeiert wurde, gab es am frühen Samstagabend noch eine spektakuläre Großübung für die Floriansjünger. Unter der Leitung von Gruppenführer Max Noack rückte die heimische Wehr zu einem virtuellen Brand im Pfarrheim aus. Zum Einsatz kamen auch die Nachbarwehren aus Hammelburg, Langendorf und Obereschenbach.

Es wurde ziemlich eng für den sperrigen Drehleiterwagen, bis der sich den Weg in die Dorfmitte bahnte und nach einigen Rangiermanövern endlich den optimalen Platz zwischen Kirchengebäude und Pfarrheim fand. Dann wurden die hydraulischen Stempel ausgefahren, um der vorsichtig manövrierenden Leiter den sicheren Schwenkrahmen zu gestatten. Derweil hatten sich schon Atemschutzträger mit ihrem Erstangriff ins Gebäude gewagt, und der Löschtrupp erhielt auf den Befehl "Wasser marsch!" den nötigen Druck auf den Schläuchen. Alsbald waren einige Verletzte gefunden und abtransportiert worden.

Kreisinspektor Thomas Eyrich und Kreisbrandmeister Elmar Eisenmann waren zufrieden. Am Dorfrand von Westkeim und auf dem umliegenden Gelände brannte virtuell ein landwirtschaftliches Fahrzeug, so das zweite Übungsszenario. Ausgerückt waren neben der Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr-Unimog der Bundeswehr von der Saaleck-Kaserne. Die Versorgung mit Löschwasser war hier die Problemstellung. Gut, dass es eine unterirdische Trockenstrecke quer durchs Dorf und unter dem Industriegebiet bis hin zur Saale gibt. Bis zur Herstellung einer konstanten Wasserverbindung halfen mobile Löschwassercontainer aus.

Die engen Platzverhältnisse in der Dorfmitte einerseits und der lange Weg zur Wasserversorgung andrerseits waren die markanten Herausforderungen für die beiden Teile der Großübung. Viele geparkte Autos in den kleinen Gassen und die enge Zufahrt für die Drehleiter erwiesen sich als Hindernisse. Um das Szenario möglichst realistisch für die Atemschutzträger zu gestalten, kam auch die Nebelmaschine zu ihrem Einsatz. So wurde der Brand überzeugend simuliert. Die Saale diente auch als Löschwasserlieferant zur Brandlöschung am Pfarrheim.

Im zweiten Teil der Übung hatte ein brennender Traktor einen Flächenbrand auf dem Feld erzeugt, so die Übungsvorgabe. Nicht ohne Grund war von Übungsplaner Yannick Pfriem dieses Szenario ausgewählt worden, gab es doch in letzter Zeit einige solcher Einsätze für die Feuerwehr im Landkreis. Bei größerem Ausmaß der Brände reiche der Pendelverkehr mit Löschwasser eben nicht mehr aus, sagte Pfriem der Zeitung. Knapp zwei Kilometer lang war hier die eilig installierte Schlauchstrecke. Vor etwa sieben Jahren hatte es an der gleichen Stelle schon einmal in Wirklichkeit gebrannt.

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