Hammelburg
Preis

Verschönerungen rund um Hammelburg gewürdigt

Der Wettbewerb "Schöneres Saaletal" steht auf der Kippe: Der Tourismusverein Hammelburg überreichte die Preise heuer jedenfalls zum letzten Mal.
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Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Fuchsstadt  sanierten die "Franzosenkapelle" im Kapellenweg Fuchsstadt. Foto: Obst- und Gartenbauverein Fuchsstadt
Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Fuchsstadt sanierten die "Franzosenkapelle" im Kapellenweg Fuchsstadt. Foto: Obst- und Gartenbauverein Fuchsstadt
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Die Prämierung für Ideen und Maßnahmen in den Bereichen Kultur, Brauchtum, Denkmal- und Landschaftspflege, Umweltschutz und Ortsverschönerung sowie die Förderung des Tourismus, die heuer zum 27. Mal stattfand, steht auf wackligen Beinen.

Die bevorstehende Auflösung des Tourismusvereins Hammelburg, der den Wettbewerb maßgeblich mittrug, könnte der Grund sein. Wie dessen Vorsitzender Alfred Jeurink im Gewölbekeller des Hotels "Deutsches Haus" informierte, "ist dies für uns die definitiv letzte Veranstaltung dieser Art". Er begründete das Ende des seit 114 Jahren bestehenden Traditionsvereins mit neuen Institutionen wie der Allianz Fränkisches Saaletal, der Arbeitsgemeinschaft (AG) Frankens Saalestück oder der Rhön GmbH. Um Ortsverschönerungen und touristische Angebote bemühen sich zudem viele Kommunen und Privatpersonen.

Schirmherr und Allianz-Manager Holger Becker bestätigte den Gemeinden die dem Tourismusverein angehören - Hammelburg, Fuchsstadt, Elfershausen, Oberthulba und Wartmannsroth - dass die touristische Entwicklung "ein wesentlicher Baustein der Region ist, der damit eine hohe Wertschöpfung auch für den ländlichen Raum erzielt". Die weitere Wettbewerbsexistenz könne er zwar nicht vorhersehen, denkbar sei eine Fortsetzung aber - eventuell durch die AG Frankens Saalestück. Wichtig seien Ideen, Gemeinsinn und der Zusammenhalt.

Die Hammelburger Weinprinzessin Annika Kuchenbrod hob die Tradition des Wettbewerbs heraus und bezeichnete ihn als Anerkennung für die erbrachten Leistungen. Eine Jury entschied unter den sechs eingereichten Vorschlägen, die Jeurink in Bild und Wort erläuterte und gemeinsam mit der Weinprinzessin und Becker prämiierte.

Der 1. Platz gebührte der Restaurierung der St. Michaelskapelle in Frankenbrunn. Die Dorfgemeinschaft und eine Seniorengruppe legten sich mächtig ins Zeug, um das verwahrloste Kapellenhäuschen und das Umfeld zu einem Kleinod zu gestalten. Bürgermeister Gotthard Schlereth, sein Stellvertreter Jürgen Kolb und Ortssprecher Thorsten Büchner nahmen den Wanderpreis, den von Claus Weindel stilisierten "Weinträubl", einen Geldbetrag, die Anerkennungsurkunde und die Ehrentafel entgegen.

Eine weiteres sakrales Objekt, die "Franzosenkapelle" am Ortseingang von Fuchsstadt, die der heimische Obst- und Gartenbauverein sanierte und mit einem neuen Dach versah, belegte Rang zwei. Das Gotteshäuschen, einst als Dank für die Verschonung Fuchsstadts durch napoleonische Truppen erbaut, ist Teil des Kapellenwegs in Fuchsstadt, der bei Ortsbürgern und Touristen guten Anklang findet. Bürgermeister Peter Hart und die Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Fuchsstadt, Brigitte Burtchen, freuten sich über die Würdigung.

Etwas versteckt im Wartmannsrother Wald liegt der "Weidigsee", ein Waldteich und Biotop, der zunehmend verlandete und zuwuchs. Der Kreisverband des Bund Naturschutzes (BN) nahm sich des Gewässers an und renaturierte den Teich mit beachtlichem Aufwand. Diese Maßnahme belohnte die Jury mit dem 3. Platz. Die Anerkennung überreichte Jeurink an den BN-Ehrenkreisvorsitzenden Ulf Zeidler und Stadträtin Elisabeth Assmann.

Die drei 4. Plätze - der Familienwald an der "Lagerkreuzung", den der Christliche Bürgerblock initiierte, die Renovierung des Wohnhauses mit der Madonna der Seeshofer Familie Schottdorf und die Symbolfigur "Hamfred Hammel" von Carolin Sell - bedachten die Juroren mit einem Bocksbeutel. Vize-Bürgermeister Reimar Glückler bat um die Nutzung des Familienwalds. Dem Tourismusverein dankte er für seine Arbeit. Jeurinks abschließendes Lob galt der Tourist-Info und den Preisträgern.



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