Thulba
Tourismus

Verein will Marketing verbessern

Über 40 Hoteliers, Anbieter von Ferienwohnungen, Gastronomen und andere Leistungsanbieter gehören dem Tourismusverein Thulbatal an.
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Der Thulbataler Wanderweg als Verbindung zwischen der Rhön und dem fränkischen Weinland wird gern genutzt.  Foto: Arkadius Guzy/Archiv
Der Thulbataler Wanderweg als Verbindung zwischen der Rhön und dem fränkischen Weinland wird gern genutzt. Foto: Arkadius Guzy/Archiv

Vor 45 Jahren wurde der Tourismusverein Thulbatal vom damaligen Bürgermeister und späteren Landrat Herbert Neder mit knapp 20 Mitgliedern gegründet. Heute gehören über 40 Hoteliers, Anbieter von Ferienwohnungen, Gastronomen und andere Leistungsanbieter dem Verein an, von denen sich etwa ein Drittel am Freitag zur Jahreshauptversammlung im wieder geöffneten Brauhaus am See traf.

"Das vergangene Jahr war im Ergebnis zufriedenstellend, doch gibt es immer noch Luft nach oben", fasste Vorsitzender Gerhard Karg das Geschäftsjahr zusammen. Im Juli konnte der einst vom Tourismusverein angeregte, von den staatlichen Forstbetrieben geschaffene zehn Kilometer lange und 160 000 Euro teure Oehrbachtaler-Wanderweg mit touristischen Schautafeln und Sportgeräten an 13 Stationen eröffnen. Karg dankte der Gemeinde Oberthulba für deren anteilige Investition von 55 000 Euro zur Wiederherstellung der Wasserstation mit Kneippbecken.

Intensiver als der Oehrbachtaler wird der schon zur Saison 2017 fertiggestellte Thulbataler Wanderweg als Verbindung zwischen der Rhön und dem fränkischen Weinland genutzt. Mit über 10 000 Wanderern im ersten Jahr, die seitdem elektronisch gezählt wurden, sei dieser Wanderweg der höchstfrequentierte aller Extratouren am Hochrhöner-Premiumwanderweg.

Einkehrmöglichkeiten wichtig

Mit dem nach längerem Leerstand eröffneten Brauhaus am See gibt es für die Wanderer auch wieder ein gastronomisches Angebot. Mit dem Betrieb am See verfügt die Marktgemeinde über ein "gewisses touristisches Alleinstellungsmerkmal", ist Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FW) überzeugt und dankte dem neuen Gastwirt Frank Reuter: "Solche Leute wie Sie brauchen wir hier."

Wie Schlereth ging auch Karg mit dringlichen Worten auf die kritische Situation der Gastronomie ein. Er bat alle Gastwirte, ihre Öffnungszeiten dem touristischen Bedarf anzupassen. Wenn um Wanderer im Thulbatal geworben werde, müsse man ihnen am Ende ihrer Wanderung auch eine Einkehrmöglichkeit bieten. Karg: "Ohne funktionierende Gastronomie ist alles andere vergebene Liebesmüh'." Zugleich bat der Vereinsvorsitzende die Gastronomen, ihr Speisenangebot regional auszurichten und regionale Produkte einzusetzen.

Dringend müsse sich das Thulbatal "touristisch professioneller aufstellen", ging der Bürgermeister auf die nahe Zukunft ein. Zwar hatte die stellvertretende Vereinsvorsitzende Jessica Leicher zu Beginn der Hauptversammlung die neue, in einer Auflage von 5000 Stück produzierte Image-Broschüre des Tourismusvereins vorgestellt. Doch ist das Papier-Zeitalter vorbei, sind sich Vereinsvorstand, Bürgermeister und auch Geerd Müller, Produktmanager der Arbeitsgemeinschaft "Frankens Saalestück", einig. Im Tourismus sind Internet und Online-Buchung selbstverständlich. "In zwei Jahren müssen alle Informationen digital zur Verfügung stehen", gab Müller als Ziel vor. In Kürze will der Vorstand seinen Mitgliedern das Online-Buchungssystem OBS, das bereits von mehreren fränkischen Tourismusregionen genutzt wird, als speziell für Kleinvermieter geeignetes Medium vorstellen.

Notwendig erscheint auch eine engere Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft "Frankens Saalestück". Karg: "Das Thulbatal wird auf Dauer allein nicht touristisch tragfähig sein."

Professionelles Marketing sei gefordert. Zunächst will der Vorstand aber die 2019 anstehende Auflösung des Hammelburger Tourismusvereins und die organisatorische Betreuung der davon betroffenen Mitglieder durch "Frankens Saalestück" abwarten.

Ein Anschluss des Tourismusvereins Thulbatal muss allerdings nicht zwingend die Auflösung des Vereins bedeuten, erklärte der Vorsitzende ausdrücklich: "Unser Verein bildet für seine Mitglieder eine Klammer, um den Zusammenhalt untereinander zu stärken."

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