Hammelburg
Sanierung

Uneinigkeit über Pflaster für die Bahnhofstraße

Im Frühjahr soll der Umbau der Bahnhofstraße starten. Die Vorbereitungen dafür sind im Gange. Doch im Stadtrat gibt es Uneinigkeit über das Material.
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Planer Hartmut Holl (Zweiter von links) stellt die Steinauswahl vor. Foto: Arkadius Guzy
Planer Hartmut Holl (Zweiter von links) stellt die Steinauswahl vor. Foto: Arkadius Guzy

Seit einigen Tagen liegen am Parkplatz in der Turnhouter Straße drei Pflaster-Musterflächen. Es handelt sich um eine Stein-Vorauswahl für die Neugestaltung der Bahnhofstraße. Am Montagabend besichtigten die Stadträte die Muster. Hartmut Holl vom Architekturbüro Holl Wieden Partnerschaft erläuterte die Auswahl. Die sorgte dann später im Sitzungssaal für Uneinigkeit unter den Stadträten.

Die Steinvarianten weichen von den Steinen ab, die in der Kissinger Straße verlegt sind. "Wir wollten ein einheitliches Bild", sagte Rita Schaupp (SPD). Er finde die neue Farbgebung nicht gut, meinte auch ihr Fraktionskollege Norbert Schaub. "Es sollte schon alles aus einem Guss sein", sagte Edmund Schaupp (H.A.B.).

"Ganz so bunt wie in der Kissinger Straße sind die Steine nicht", gab Detlef Mohr zu. Laut dem Stadtbaumeister konnte das damalige Unternehmen nicht mehr herausfinden, aus welchem Bruch die Steine in der Kissinger Straße stammen. Die für die Bahnhofstraße favorisierten Steine würden aber der Anmutung des Viehmarkts ähneln, der die größere Pflasterfläche darstelle.

Bernd Hüfner (CSU) sprang dem Stadtbaumeister bei: Steine seien ein Naturprodukt, weshalb sich nie zwei vollkommen identische Chargen finden würden.

Die vorgesehene Verlegungsart des Pflasters weicht ebenfalls von dem Verlegemuster in der Kissinger Straße ab. Die sei so im November auf den Weg gebracht und in die Planung eingearbeitet worden, sagte Mohr dazu. Für Änderungen sei es zu spät, weil die Werkplanung fertig sei. Außerdem sei der Bereich, wo sich beide Verlegearten treffen werden, klein, wie er anmerkte. Mohr war es wichtig, dass die bei der Besichtigung ins Auge gefassten Steine beschlossen werden, da in der Sommerpause die Ausschreibungen stattfinden sollen.

Reimar Glückler (CBB) wies dagegen darauf hin, dass der Stadtrat beschlossen habe, dass das Pflaster in der Bahnhofstraße dem Pflaster in der Kissinger Straße ähneln solle. Daher forderte er, dass sich die Bauverwaltung noch einmal erkundigt, ob sich ein Lieferant mit Steinen ähnlich denen in der Kissinger Straße finden lässt. Glückler sah dafür keinen Zeitdruck. Denn der Baubeginn in der Bahnhofstraße ist jetzt doch nicht mehr im Herbst geplant. Die Arbeiten sollen erst im kommenden Frühjahr starten. Und dann gehe es sowieso erst mit dem Tiefbau los, meinte Glückler. So stellte er den Antrag, den Beschluss über das Pflaster von der Tagesordnung der Sitzung zu nehmen.

Die Stimmung im Verlauf der Diskussion wurde leicht gereizt. Ein Teil der Stadträte wollte die Entscheidung. Es gab Vorwürfe, dass die drei, die sich gegen das Pflaster aussprachen, die Besichtigung mit Planer Hartmut Holl nicht mitgemacht hatten. Sie hatten sich die Flächen vorab angeschaut und ließen die Besichtigung aus, um sich vor der Sitzung zu besprechen.

"Ich hätte nicht gedacht, dass das Projekt zu einer Polarisierung führt", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Er stellte den Antrag von Glückler zur Abstimmung. Mit 10:8 wurde die Entscheidung über das Pflaster von der Tagesordnung genommen.

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