Pfaffenhausen

Umarmung wärmt mehr als ein Nerzmantel

Junge Schauspieler von sechs bis 16 Jahren zeigten, worauf es beim Weihnachtsfest wirklich ankommt.
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Das Stück von Chantal-Sophie Genzler, das heuer bei der Kinderkrippenfeier in Pfaffenhausen aufgeführt wurde, handelte von den Ereignissen am Weihnachtstag in einem Seniorenwohnheim .  Foto: Oliver Heim
Das Stück von Chantal-Sophie Genzler, das heuer bei der Kinderkrippenfeier in Pfaffenhausen aufgeführt wurde, handelte von den Ereignissen am Weihnachtstag in einem Seniorenwohnheim . Foto: Oliver Heim

Immer mehr Menschen glauben, dass Geld, wertvolle Geschenke und ein erlesenes Weihnachtsmenü der eigentliche Sinn von Weihnachten sind.  Zusammenhalt, Liebe und Verständnis treten in der Hetze des Alltags zunehmend in den Hintergrund. Der ursprünglich wohl eher scherzhaft gemeinte Satz: "Wenn jeder an sich selbst denkt, ist ja irgendwie auch an alle gedacht", wird bisweilen zum Lebensmotto unserer Gesellschaft und daran ändert sich selbst in der Weihnachtszeit nicht viel. Im Gegenteil: Die besinnlichste Zeit des Jahres verkommt sogar nicht selten zur Stressreichsten des Jahres.

Diese Beobachtungen hat die 16-jährige Chantal-Sophie Genzler in ihrem Weihnachtsspiel, das an Heiligabend in der Pfaffenhausener St. Leonhard Kirche von Kindern aus der Gemeinde dargeboten wurde, aufgegriffen. Umrahmt von einer stimmungsvollen Kinderkrippenfeier unter der Leitung von Diakon Manfred Müller, folgten Kinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters dem Stück.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind die Ereignisse am Weihnachtstag in einem Seniorenwohnheim.  Vorurteile, Missverständnisse und Egoismus, aber auch Anteilnahme, Güte und Kameradschaft, treffen in der kleinen Runde um den Kaffeetisch aufeinander. Als am Ende auch die arrogante und intolerante Protagonistin, Frau Ritter, einsehen muss, dass ein Nerzmantel nicht die Wärme einer herzlichen Umarmung ersetzen kann, nehmen sie die anderen Senioren und Mitarbeiter des Wohnheims mit offenen Armen  in der Gemeinschaft der abendlichen Weihnachtsfeier auf.

Großer Beifall für Schauspieler

Es ist das zweite Jahr, in dem in der Pfaffenhausener St. Leonhardkirche ein Krippenspiel der etwas anderen Art zum besten gegeben wird. Bereits im letzten Jahr fand ein Weihnachtsstück aus der Feder der Schülerin Chantal-Sophie Genzler großen Anklang.  Da berichteten Kinder aus Kriegs- und Armutsgebieten der Welt, zwei "Gamern" aus Pfaffenhausen, was Weihnachten für sie bedeutet und worauf es wirklich ankommt,  was die beiden Jungen am Ende doch sehr nachdenklich stimmte.

Auch in diesem Jahr gab es großen Beifall für die Darbietung der jungen Schauspieler im Alter von sechs bis 16 Jahren,  die ihre Rollen mit viel Begeisterung und Liebe zum Detail spielten.

Traditionelle Weihnachtslieder, begleitet auf der Kirchenorgel vom Organisten Waldemar Danz, untermalte musikalisch die festliche Stimmung in der kleinen gemütlichen Dorfkirche. Bevor zum Ende der Feier Diakon Müller am Altar die anwesenden Kinder zum Kindersegen einlud, wurde an jede Familie ein Friedenslicht aus Bethlehem verteilt. Dieses war,  wie bereits in den letzten Jahren, von Pfarrer Eschenbacher mit den Pfaffenhäuser Ministranten in Würzburg abgeholt und in unsere Pfarreiengemeinschaft gebracht worden. Im Schein der vielen Lichter und des leuchtenden Christbaumes wurde traditionell das "Stille Nacht" von der Gemeinde gesungen.

 

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