Fuchsstadt

Trubel um den Rathauschef

Die Theaterabteilung des FC brachte den Schwank "Ich wäss vo nix" sehr zum Vergnügen des Publikums auf die Bühne.
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Die Goldbachs beschweren sich beim Rathausoberen über die Lautstärke. Niki wartet gespannt auf die Antwort ihres Chefs, der das Gedächtnis verloren hat.  Foto: Winfried Ehling
Die Goldbachs beschweren sich beim Rathausoberen über die Lautstärke. Niki wartet gespannt auf die Antwort ihres Chefs, der das Gedächtnis verloren hat. Foto: Winfried Ehling
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Glücklich, wer keine Bürgermeisterlast tragen muss. Diesen Eindruck bekamen die Zuschauer der 52. Bühnenaufführung der FC-Theaterabteilung. Sie präsentierte dem Publikum den mit Bravour, Witz und Fleiß erarbeiteten Schwank "Ich wäss vo nix" - wie üblich in Fuscht mit gelegentlichen Abstechern in das aktuelle Gemeindeleben garniert, was Ortswappen und eine überdimensionale Eule, die scharfäugig den Saal überwachte, unterstrichen.

Die Hölle auf Erden

Die von Michael Stöth hervorragend gespielte Amtschef-Rolle könnte anstehende Bürgermeisterkandidaten ins Grübeln bringen, ob der Rathaussessel wirklich so erstrebenswert ist. Zumindest wissen Besagte jetzt, wie sie es nicht anpacken sollten. Denn das, was Bürgermeister Peter Emmerle durchmachte, ist die Hölle auf Erden. Magenprobleme, täglich Tabletten, aber auch eine Portion Amtsarroganz und die Klagen der Bürger, die er nur noch mit strikter Amtsgewalt meistert.

Die kesse Sekretärin Niki (Nicole Englert), immer nach einvernehmlichen Lösungen suchend und Gemeindediener Sigi (Uwe Eichel), der keinem Hochprozentigen ausweicht, sind seine Stützen - meist zumindest. Denn gelegentlich waschen sie ihrem Dienstherrn auch den Kopf oder spielen ihm gar einen üblen Streich. Zum Beispiel, wenn Niki eine Heiratsanzeige mit Emmerles Foto aufgibt, wo der doch mit Gattin Inge (Barbara Büttner) Silberhochzeit feiert, was der Geplagte natürlich vergaß.

Die lieben Nachbarn

Eine heftige Szene ist die Folge, und der Gatte zückt den Geldbeutel und spendiert zehn Euro für einen Blumenstrauß und ein paar Pralinen, was die Enttäuschte noch wütender macht. Zu allem Überfluss kreuzt Tobi (Arnulf Pfülb) auf, Vorsitzender der Musikkapelle und des Kleintier-Zuchtvereins, einst Emmerles Freund, jetzt aber erbitterter Gegenpart. Ihn beklagten die Nachbarn von Goldbach wegen seines Hahns, der zu laut kräht und den Musikern, die zu laut spielen. Und außerdem läuten die Kirchenglocken zu laut. Der Bürgermeister erteilte deshalb ein "Laut-Verbot", was Tobi ungemein erzürnt.

Ach ja, die lieben Nachbarn. Henriette und Ernst-August von Goldbach (Anette Holzinger und Mustafa Al-Shammari), vornehme Leute aus der Stadt, sind aufs Land gezogen "weil es ruhig ist" - auch für "Nofretete", das Schoßhündchen. Wenn nicht, hat der Bürgermeister für Ruhe zu sorgen, was den Rathausoberen so in Rage bringt, dass er Axt und Seil ergreift, um den Göker zu schlachten und die Glocken verstummen zu lassen. Den Musikern diktiert er eine einmalige, wöchentliche Probe, die um acht Uhr zu enden hat.

Alles was im Bürgermeisteramt passiert ist Wasser auf die Mühlen der Dorfladenbesitzerin Annemie (Beate Weimar-Stockmann), nicht etwa aus persönlicher Neugierde, sondern "weil die Leute im Laden immer danach fragen". Sie besticht den Gemeindediener mit diversen Fläschchen, um Neues zu erfahren. Der listige Sigi trickst sie allerdings aus, indem er ihr Unwahres erzählt, unter anderem, dass Vorzimmerdame Niki schwanger ist, was Annemie sofort im Laden "verarbeitet".

Professor Magnus Batscher (Matthias Stockmann), seines Zeichens Psychiater, kommt auf Urlaub nach Fuchsstadt - nicht ganz zufällig, denn er macht Niki mit literarischen Phrasen schon länger den Hof. Sie wimmelt ihn jedoch erfolgreich ab. Doch dann geschieht Ungeahntes. Der aufgebrachte Bürgermeister kehrt völlig verändert zurück. Beim Versuch die Glocke abzunehmen, traf ihn das Geläut am Kopf und er verlor die Erinnerung. Plötzlich läuft alles in die Gegenrichtung, Tobi wird wieder Emmerles Freund und kriegt die Ehrennadel, Nikis und Sigis Gehälter werden heraufgesetzt und die Goldbachs erhalten für die im Koma liegende Nofretete ein Grab auf dem Waldfriedhof.

Nur langsam kehrt das Gedächtnis von Emmerle zurück. Doch der nächste Schock wartet schon auf ihn und der heißt Rosamunde Wurmwald (Birgit Schaupp), eine heiratswillige Jungfer, die auf die Annonce, einen Liebesbrief mit Foto, angereist ist. Unter dem Motto: "Wahre Liebe braucht keine Schönheit" findet sie Gefallen an ihm, der jedoch - nach Aussage Nikis - glaubt, die Dame wolle einen Bauplatz kaufen. Dann findet Inge Emmerle den Liebesbrief und das Foto und ist völlig aus dem Häuschen. Niki gesteht, die Annonce aufgegeben zu haben hat, um Sigi endlich unter die Haube zu bringen.

Ende gut, alles gut ? Der Bürgermeister ist wieder der alte, Niki ist nicht schwanger, Frau Wurmwald angelt sich den Professor, die Goldbachs sind an die Leine gelegt und Tobi bleibt Peters Freund. Nur Annemie ist der Tratsch ausgegangen. In der Abendvorstellung gab es zudem die Chance, Sachpreise und Gutscheine zu gewinnen für Preise im Wert von mehr als 4000 Euro, die heimische Geschäftsleute und der FC spendeten.

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