Oberthulba
Gemeinderat

Trockenheit hat Folgen

Aus Gründen der Sicherheit soll in den Friedhöfen von Hetzlos und Wittershausen eine alte Kastanie gefällt und eine Linde eingekürzt werden.
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Blick auf die teilweise verdorrte Kastanie an der Mauer des Hetzloser Friedhofs. Foto: Gemeinde Oberthulba
Blick auf die teilweise verdorrte Kastanie an der Mauer des Hetzloser Friedhofs. Foto: Gemeinde Oberthulba

Das Fällen von Bäumen ist in der öffentlichen Diskussion häufig ein recht strittiger Punkt. In diesem Wissen beschäftigte sich der Gemeinderat Oberthulba am Dienstag sehr ausführlich und in Einzelheiten gehend mit der Empfehlung der Verwaltung zu dringend notwendigen Baumpflegemaßnahmen. Die vergangenen trockenen Jahre hatten bei einer alten Kastanie an der Friedhofsmauer in Hetzlos und an einer großen Linde auf dem Friedhof in Wittershausen halbseitige Dürreschäden hervorgerufen. Dies nannte der Zweite Bürgermeister Jürgen Kolb (BV Thulba), der als Urlaubsvertretung für Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) diesmal die Ratssitzung leitete, als Grund für die umgehend vorzunehmende Maßnahme, um Personen- und Sachschäden durch herabfallendes Totholz zu verhindern. "Wir müssen hier aus Gründen der Sicherheit handeln."

Die Verwaltung hatte inzwischen für die Verkehrssicherungsmaßnahmen an beiden Bäumen bei der Firma Allgemeiner Baumdienst Olaf de Vries in Bad Brückenau ein Kostenangebot eingeholt. Zusätzlich zur Totholzentfernung müsste nach Aussage des Fachmannes bei beiden Bäumen wegen der veränderten Statik (Windlast) die verbleibende Baumkrone eingekürzt werden. Pro Baum wäre demnach mit Bruttokosten von knapp 865 Euro zu rechnen. Geschäftsleiterin Nicole Wehner machte den Gemeinderat zudem darauf aufmerksam, dass es nach Auffassung von Marcel Grom, Landschaftsgärtner im Bauhof, nicht allein bei diesen Kosten bleiben würde, sondern erfahrungsgemäß alle zwei oder drei Jahre weitere Kosten für notwendige Folgemaßnahmen zu berücksichtigen seien.

Aufwändige Pflege

Während der Gemeinderat sich bei der Linde in Wittershausen schnell einig war und die Pflegemaßnahme einstimmig befürwortete, gab es bei der Kastanie in Hetzlos eine längere Diskussion. Ausgerechnet der Hetzloser Ortssprecher Klaus Kunder sah eine aufwändige Pflegemaßnahme sehr kritisch. Schon seit einiger Zeit wird die Baumkrone durch Eisenklammern gesichert, die ausgerechnet an dem jetzt abgestorbenen Ast befestigt sind. Die erforderliche Einkürzung wäre außerdem so enorm, dass die Optik der Kastanie verloren ginge. Vor geraumer Zeit hatte die Gemeinde bereits einen Baum an der Friedhofsmauer fällen müssen, da durch ihn die Friedhofsmauer beschädigt worden war. Jetzt droht eine Wiederholung. Kunder merkte an, dass doch erst in der Nähe drei neue Kastanien gepflanzt worden seien. Der Ortssprecher schätzte ohnehin die Überlebenschance des alten Baums als sehr gering ein und empfahl, ihn zu fällen. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung, lehnte deshalb die von der Verwaltung vorgeschlagene Pflegemaßnahme einstimmig ab und beschloss die Fällung der Kastanie.

Das Feiern im Markt Oberthulba wird nur mäßig teurer

Bereits im April hatte die Landesregierung in ihrem Verwaltungskostenverzeichnis für Kommunen die zu erhebenden Gebühren geändert. So wurde auch der Gebührenrahmen zur "Erteilung einer Erlaubnis zum vorübergehenden Betrieb einer Schank- und Speisewirtschaft" auf mindestens 30 Euro bis maximal 2000 Euro pro Tag angehoben. Dieser Vorlage folgend, hatte die Verwaltung des Marktes Oberthulba dem Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag neue Gebühren vorgeschlagen, die sich zwar wie bisher an der Mindestuntergrenze orientierten, dennoch aber auch für Oberthulba eine Erhöhung bedeuten.

Lag diese Gebühr für Straßen- und kleinere Feste in der Marktgemeinde bisher nur bei 25 Euro pro Tag, sollte sie künftig auf 30 Euro festgesetzt werden. Auch für Veranstaltungen in Zelten bis zu tausend Personen sollten statt bisher 20 Euro nun 30 Euro pro Tag gezahlt werden.

Bei bis zu 1500 Personen hatte die Verwaltung an 40 Euro (bisher 25), bei mehr als 1 500 Personen sogar an 50 Euro pro Tag (bisher 30) gedacht.

Rücksicht auf Vereine

Trotz der Orientierung an der Gebührenuntergrenze der Regierungsvorgabe erschien dem Gemeinderat Tiemo Stürzenberger (CSU/FWG) diese Staffelung um jeweils zehn Euro dennoch als überhöht. Er schlug mit Rücksicht auf die örtlichen Vereine die Beibehaltung der bisherigen Größenstaffelung um nur fünf Euro vor, ausgehend von 30 Euro pro Tag. Zweiter Bürgermeister Jürgen Kolb (BV Thulba), der als Urlaubsvertretung für Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) die Sitzung leitete, nahm diesen Antrag spontan auf und ließ darüber abstimmen. Alle Gemeinderäte stimmten gerne zu.

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