Oberthulba
Tourismus

Thulbataler ist bei Wanderern sehr beliebt

Der Thulbataler ist wegen seiner naturreichen Strecke beliebt. Diesen allgemeinen Eindruck bestätigen nun handfeste Zahlen.
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Ein rotes "T" markiert den Verlauf des Rundwanderwegs Thulbataler.Foto: Archiv/Arkadius Guzy
Ein rotes "T" markiert den Verlauf des Rundwanderwegs Thulbataler.Foto: Archiv/Arkadius Guzy
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Er sieht aus wie einer der Pfosten, die den Weg weisen. Doch das ist Tarnung. Im Inneren des Pfostens steckt ein Sensor, der erfasst, wie viele daran vorbeilaufen. Der Pfosten stand zwischen April 2017 und Juli 2018 an einer Stelle des Thulbatalers. Die Daten, die er dort gesammelt hat, zeigen, wie beliebt der im Herbst 2015 eröffnete, etwa zehn Kilometer lange Wanderweg ist.

"Wir wollten wissen, wie viele Leute auf dem Thulbataler tatsächlich unterwegs sind", erklärte Tobias Gerlach von der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön bei der Vorstellung der Ergebnisse. Denn der Eindruck ist bisher sehr positiv: Der Wanderweg wird regelmäßig gelobt. Der Thulbataler scheint ein Erfolg zu sein. Die Daten untermauern dieses intuitive Bild.

Mehr als 10 000 Besucher erfasste die Messstation. Zwar könnte auch das eine oder andere Reh den Sensor ausgelöst haben, doch ging Gerlach von keiner allzu großen Verzerrung der Zahlen aus. Der Pfosten sei so aufgestellt worden, dass er die Wanderer registrierte.


Strecke durch die Kernzone

Um die Besucherzahl einordnen zu können, setzte Thomas Lemke sie in Bezug zu Ergebnissen anderer Zählungen an Rhöner Wanderstrecken. So würden am Hochrhöner je nach Messstandort zwischen 2000 und 16 000 Wanderer registriert. "10 000 ist ein guter Wert", sagte Lemke, der beim Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön das Wanderprojekt koordiniert.

Der Thulbataler bietet eine Besonderheit: Die Strecke führt durch ein Stück Kernzone des Biosphärenreservats Rhön. "Die Leute schätzen schöne Natur", sagte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/Freie Wähler). Für ihn ist der Besuchererfolg eine Bestätigung dafür, dass die Ausweisung des Waldstücks zwischen Thulba und Oberthulba als Kernzone richtig war - auch wenn sie zunächst in der Bevölkerung umstritten war.

Das Schutzgebiet hat zusammen mit dem Wanderweg echtes Potenzial für Tourismus und Naherholung. Gerlach lieferte dazu verschiedene Detailauswertungen der Messreihe. Demnach ist der Wochentag mit der höchsten Besucherfrequenz der Sonntag. Knapp 36 Prozent der Wanderer waren an diesem Wochentag unterwegs. Doch auch unter der Woche wird der Thulbataler genutzt.

Die Hauptwanderzeiten liegen in den frühen Nachmittagsstunden, in der Zeit nach dem Mittagessen - darin steckt Potenzial für die Gastronomie, wie Gerlach erklärte. Schlereth sah das als Argument dafür, dass sich der Ausbau des gastronomischen Angebots lohnen würde. Was sich die Wanderer genau wünschen, könnte eine Umfrage beantworten. Eine solche ist für die nahe Zukunft angedacht, um die Daten der Messstation zu ergänzen. Zunächst aber wird am Samstag, 7. Juli, um 13 Uhr am Gemeindehaus in Hassenbach der Walderlebnisweg Oehrbachtal eröffnet. Er erschließt einen weiteren, den nördlichen Teil des Thulbatals.
Besucherzahlen Von April 2017 bis Anfang Juli 2018 erfasste der Sensor mehr als 10 000 Wanderer. Diese verteilten sich nahezu gleichmäßig auf die beiden Laufrichtungen des Rundwegs. Der monatliche Durchschnitt liegt rechnerisch bei fast 680 Wanderern, wobei die Verteilung über das Jahr ungleichmäßig ist. Die höchsten Werte gab es im Frühjahr/Frühsommer. So war der besucherstärkste Tag der 1. Mai 2017 mit 685 Wanderern. Auch in diesem Jahr war der 1. Mai der bisher beste Tag.
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