Hammelburg
Millionenprojekt

Stadt Hammelburg will attraktivere Saalebrücke

Die Ratsmitglieder knüpfen die finanzielle Beteiligung Hammelburgs am Neubau der Saalebrücke an verschiedene Bedingungen. So fordern sie unter anderem eine Mitsprache bei der Gestaltung des Bauwerks.
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Die Saalebrücke der B27: Der Stadtrat fordert ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Neubaus ein. Foto: Markus Reeh
Die Saalebrücke der B27: Der Stadtrat fordert ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Neubaus ein. Foto: Markus Reeh
Vor sieben Wochen haben die Vertreter der Stadt ein letztes Mal mit dem Staatlichen Bauamt gerungen. Geholfen hat es nichts, wie am Montagabend in der Stadtratssitzung zu erfahren war: Hammelburg muss sich an den Kosten für den Neubau der Saalebrücke beteiligen, die mit der Errichtung eines Kreisverkehrs am Eingang zur Stadt verbunden ist.

Begründung: Über 20 Prozent der Fahrzeuge, die über die B27 kommen, fahren über die Weihertorstaße in Richtung Marktplatz. Die Stadt plant nun als ihren Anteil 122.000 Euro im Etat ein, wobei aber die Hälfte voraussichtlich durch Fördermittel gedeckt wird.

Natursteinoptik statt Beton

CSU-Stadtrat Stefan Seufert zeigte sich überrascht von den Angaben zur Verkehrsbelastung der Weihertorstraße: "Sind diese Verkehrszählungen vom Staatlichen Bauamt durchgeführt worden und haben wir diese hinterfragt?", wollte er vom Stadtbaumeister wissen. Detlef Mohr bestätigte eine Ermittlung des Verkehrs durch das Bauamt und erklärte: "Ich gehe davon aus, dass ehrlich gezählt wurde."

Alexander Stolz (CBB) erinnerte daran, dass der Stadtrat sich auf Wunsch des Bauamtes für eine kostengünstigere Variante beim Brückenbau entschieden habe. "Durch unser Entgegenkommen haben wir der Behörde rund eine Million Euro eingespart", sagte Stolz. Daher sollte der Stadtrat nun zur Ausführung des Projekts seine Forderungen formulieren und seinen Anteil an der Finanzierung hiervon abhängig machen. Konkret sprach sich Stolz dafür aus, alle Pfeiler und die Sichtflächen der Widerlager mit Matrizen zu verschalen, sodass in diesen Bereichen der Eindruck einer Bauwerks aus Natursteinen entsteht.

Statt "soll" heißt es nun "muss"

Stefan Seufert drängte auf einen Passus zur Verkehrsregelung während der Bauphase. "In dem Beschluss muss stehen, dass der Verkehr der B27 nicht über die Bahnhofstraße umgeleitet wird, sondern auf der Bundesstraße bleibt", betonte er.

Der Stadtrat schloss sich den Ausführungen von Stolz und Seufert an und fasste einen Beschluss, der zudem eine ganze Reihe weiterer Bedingungen auflistet. In diversen Punkten ersetzten die Stadträte auch ein "soll" im Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung durch ein "muss".

Das Bauamt hat sich demnach bei der Gestaltung des Brückengeländers mit dem Stadtrat abstimmen. Gegenüber dem Musikerheim sieht der Ratsbeschluss weiter einen Erdwall vor, der mindestens so hoch ist wie der jetzige. Auch eine Fußwegverbindung zwischen Bleichrasen und Musikerheim muss bestehen bleiben. An der Böschung im Bereich Bleichrasen ist eine Treppe zu errichten, sodass Autofahrer vom Parkplatz auf direktem Weg hoch zur Brücke gelangen können. Ferner hat eine Untersuchung zu erfolgen, ob auf der alten Straßentrasse der B27 im Bereich des westlichen Widerlagers neue Parkplätze geschaffen werden können.

Von der Erfüllung all dieser Vorgaben machte der Stadtrat seine Zustimmung zur geplanten Finanzierung abhängig. Zudem erklärte er, dass ein Planfeststellungsverfahren nicht angestrebt werde.

Unter dieser Voraussetzung könnte eine Vergabe der Aufträge für das Projekt im Herbst 2015 erfolgen. Die Gesamtkosten waren im November 2012 mit rund 4,6 Millionen Euro kalkuliert worden.

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