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Hammelburg
Bilanz

Stadt-Bibliothek Hammelburg: Mehr Besucher und Ausleihen

Trotz Digitalisierung liegt die Stadt-Bibliothek weiter voll im Trend: 51 955 Besucher verzeichnete das Team von Karin Wengerter im vergangenen Jahr. Neben dem klassischen Buch liegen Hörbücher, DVDs und Tonies im Trend.
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Während CDs immer mehr an Bedeutung verlieren, sind DVDs immer noch voll im Trend. Hier stöbern Markus Herrlein und Lilian Göbel im Film-Bestand der Stadt-Bibliothek Hammelburg.  Foto: Ralf Ruppert
Während CDs immer mehr an Bedeutung verlieren, sind DVDs immer noch voll im Trend. Hier stöbern Markus Herrlein und Lilian Göbel im Film-Bestand der Stadt-Bibliothek Hammelburg. Foto: Ralf Ruppert
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Die Jahresbilanz 2019 von Karin Wengerter fällt positiv aus: "Wir haben mehr Leser, mehr Ausleihen und mehr Besucher", fasst die Leiterin der Stadt-Bibliothek die Zahlen zusammen: Nach 50 120 im Jahr 2018 registrierte die automatische Zählung im vergangenen Jahr 51 955 Besucher. Das sind 3,5 Prozent mehr. "Im Schnitt kommen jeden Tag 253 Menschen zu uns", rechnet die Diplom-Bibliothekarin vor.

"Es muss einfach sein, Leser zu werden", lautet ein Ziel von Karin Wengerter und ihrem Team. Allerdings würden die Besucher nicht nur Zeitungen, Zeitschriften und Bücher lesen und ausleihen. In der Stadt-Bibliothek gibt es Führungen für Schulklassen und Kindergarten-Kinder, eine Spielecke für Kinder, Ausstellungen, Vorträge und Computer zum Surfen im Internet.

Trotzdem stehen die Bücher im Vordergrund: "Das klassische Buch ist nach wie vor gefragt", betont Wengerter. Die Zahl der Leser, die mindestens einmal im Jahr ein Medium ausleihen stieg 2019 um 16,2 Prozent auf 1949 an. 71,5 Prozent der regelmäßigen Nutzer eines Leserausweises sind weiblich. "Unsere Haupt-Zielgruppe sind Kinder", verweist die Leiterin der Stadt-Bibliothek darauf, dass zwar nur 22 Prozent der Nutzer bis zehn Jahre alt sind, auf ihren Namen aber 63 Prozent der Bücher ausgeliehen werden. Durch zahlreiche Aktionen wie das Vorlese-Programm "Unzelfunzel" oder den Bibliotheks-Führerschein fördert die Bibliothek, dass Kinder mehr lesen.

Knapp zwei Drittel der Leser kommen aus der Stadt Hammelburg, der Rest aus den Umlandgemeinden. Deshalb freut sich Wengerter auch, dass die Gemeinden Oberthulba, Wartmannsroth und Fuchsstadt die Bibliothek über ihre Mitgliedschaft im Freundeskreis wertschätzen.

Anstieg auf 87 275 Ausleihen

Die Ausleihen sind im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent auf 87 275 gestiegen. Bei den Erwachsenen lägen vor allem Krimis seit vielen Jahren im Trend. "Bei den Frauen kann's gar nicht blutig genug sein", erzählt die Bibliothekarin. Speziell die Regional-Krimis, die an bekannten Orten spielen, seien beliebt. Durch mehrere Serien im Internet habe es aber auch einen Fantasy-Boom gegeben.

Für Wengerter überraschend war, dass die Sachbücher 2019 zum ersten Mal seit neun Jahren wieder zulegten. Eigentlich würden sich immer mehr Menschen im Internet über Sachthemen informieren, aber im vergangenen Jahr seien die Ausleihen um elf Prozent gestiegen. Jeweils rund 28 Prozent aller Bücher sind Sachbücher oder Romane. Den meisten Platz in den Regalen nehmen aber die Kinderbücher ein: Sie machen 44 Prozent aller Buchtitel aus - und werden auch mit Abstand am häufigsten ausgeliehen.

So gut wie keine neuen CDs mehr

Streaming-Dienste haben der CD offenbar komplett den Rang abgelaufen: "CD ist out, deshalb haben wir im vergangenen Jahr gerade einmal acht Titel angeschafft", berichtet Wengerter. "Hörbücher gehen immer noch gut, aber stagnieren", berichtet die Leiterin der Stadt-Bibliothek weiter. Voll im Trend liegen dagegen die Tonies: Das sind kleine Figuren, mit denen Kinder zwischen drei und sechs Jahren ein Gerät zum Vorlesen von Geschichten aktivieren können.

Ein neuer Trend sei auch "Maker Space": Baukästen und Spiele vermitteln naturwissenschaftliche und technologische Kenntnisse. Die Bibliothek hat zum Beispiel kleine Roboter angeschafft, die bei Klassenbesuchen programmiert werden.

Gefragt seien nach wie vor auch Filme. "DVDs laufen immer noch sehr gut, deshalb kaufen wir auch ständig neue nach", berichtet Wengerter. Für neue Filme müssen die Nutzer 1,50 Euro pro Woche zahlen, die älteren sind kostenlos und können auch gleich zwei Wochen geliehen werden.

Für die Ausleihe von E-Books hat sich die Stadt-Bibliothek gemeinsam mit sieben weiteren Büchereien zum Verbund "emu-eMedien Unterfranken" zusammengeschlossen. Elf Prozent der Verlängerungen und 27 Prozent der Vorbestellungen würden mittlerweile digital erledigt. "Der typische E-Book-Leser ist über 40", fasst Wengerter ihre Erfahrungen zusammen. Aber: In Hammelburg leihen nur 3,6 Prozent der Nutzer ausschließlich E-Books aus.

Der Monat mit den höchsten Ausleihzahlen war im vergangenen Jahr übrigens der August: 7612 Entleihungen registrierte die Bibliothek in den Sommerferien. Der Tag mit den meisten Ausleihen war 2019 der 3. Januar mit 894 Medien. Spannend wird, wie sich die Zahlen in den kommenden fünf Wochen entwickeln, in denen die Schulen wegen des Corona-Virus geschlossen haben.