Pfaffenhausen
Brauchtum

Segen für Pferde und Traktoren

Nur wenige nahmen diesmal an der alten Tradition der Pferde- und Traktorensegnung in Pfaffenhausen teil. Weitaus bekannter ist dieses Brauchtum im südlichen Bayern.
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Diakon Ewald Bahn segnete die Pferde und Traktoren nach der Sonntagsmesse in Pfaffenhausen.  Foto: Winfried Ehling
Diakon Ewald Bahn segnete die Pferde und Traktoren nach der Sonntagsmesse in Pfaffenhausen. Foto: Winfried Ehling

Eine seit ungezählten Jahren währende Tradition ist die Pferde- und Traktoren-Segnung in Pfaffenhausen, die auf den Hl. Leonhard zurückgeht, der auch der Kirchenpatron im Stadtteil ist. Ihm widmeten die Ortseinwohner sogar ein Fachwerkgebäude, das Leonhardi-Haus, das heute noch die Ortsvereine nutzen.

Diakon Ewald Bahn nahm heuer nach der Messe zum Kirchweih-Sonntag die Segnung auf dem Platz in der Ortsmitte vor. Er bat in seinen Fürbitten an den Heilig-Gesprochenen um den Schutz der Pferde und des Hornviehs sowie der landwirtschaftlichen Maschinen und für die Menschen, die diese nutzen.

An dem nebelkalten Sonntag fanden sich diesmal nur wenige Pferde und Traktoren ein, obwohl der kirchliche Akt allen offensteht und der einzige seiner Art im weiten Umkreis ist. Pferdebesitzer müssen einen langen Ritt oder gar den Transport der Tiere wagen, wollen sie dabei sein. Weitaus bekannter und gebräuchlicher ist die Tradition im südöstlichen und südlichen Bayern.

Wundertätiger Heiliger

St. Leonhard ist der Legende nach ein Heiliger, der ungefähr im fünften Jahrhundert in Frankreich lebte. Ihm werden zahlreiche Wunder nachgesagt für die er teils fürstliche Entlohnungen ausschlug, um als Prediger ein Vorbild für Arme zu sein. So soll er einst der Königin das Leben gerettet haben. Leonhard ist nicht nur der Patron für Pferde und Landwirtschaft sondern auch der Verehrte der Gefangenen.

Wie die Legende erzählt, fielen Gefangenen die Ketten ab, wenn er sie beim Namen rief und sie konnten gehen, wohin sie wollten. Mit ihrem Kirchenpatron feierte Pfaffenhausen einen weiteren Wohltäter, den Hl. Martin, der einst seinen Mantel mit einem Armen teilte und auch sonst arme und kranke Menschen unterstützte. An ihn erinnern die Martinszüge, besonders von Kindern geliebt, die mit Laternen und Lampions durch die Straßen ziehen und ihn besingen um danach einen "Martins-Weck" zu erhalten. Der uralte Brauch lebt auch im Stadtteil weiter, wo sich die Kinder am Abend zum Martinszug zur Kirche beteiligten.

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