Oberthulba
Baumaßnahme

Segen für neuen Marktplatz

Mit der Maibaum-Aufstellung, Musik und Tanz sowie einem Festakt und einer Andacht wurde die Einweihung des neues Platzes gefeiert.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der evangelische Pfarrer Philipp Klein (links) und sein katholischer Amtsbruder Blaise Okpanachi segneten den Marktplatz mit dem Brunnen.
Der evangelische Pfarrer Philipp Klein (links) und sein katholischer Amtsbruder Blaise Okpanachi segneten den Marktplatz mit dem Brunnen.
+8 Bilder

"Oberthulba hat wieder seinen Marktplatz." Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG) am Mittwoch fast auf den Tag genau ein Jahr nach Baubeginn die Festgäste zur Einweihung des neu gestalteten Marktplatzes und des neuen Brunnens mit anschließendem Tanz in den Mai. Insgesamt wird die Baumaßnahme etwa eine Million Euro kosten, wovon bereits 856 000 Euro bezahlt sind. Aus dem ELER-Förderprogramm, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, kommt ein Zuschuss von 248 000 Euro.

Mit Aufstellen des Maibaums durch die Männer der Reservistenkameradschaft begann um 18 Uhr der offizielle Festakt, der vom Musikverein unter der Leitung von Konstantin Freiberg und der Volkstanzgruppe mit Tanzleiter Rolf Windecker bereichert wurde. Protokollarischer Höhepunkt war neben der Festansprache des Bürgermeisters die vom evangelischen Pfarrer Philipp Klein und seinem katholischen Amtsbruder Blaise Okpanachi zelebrierte ökumenische Andacht mit anschließender Segnung des Marktplatzes, wobei es Pfarrer Blaise sichtlich Freude machte, nach dem Bürgermeister auch alle Festbesucher mit geweihtem Wasser zu besprengen.

Ort der Begegnung

Pfarrer Klein verglich in seiner Andacht den als Ort der Begegnung und des Miteinanders vom Aschacher Bildhauer Ludwig Bauer geschaffenen Brunnen mit dem biblischen Jakobsbrunnen in Sychar (Samarien, Westjordanland), wo sich Jesus einer Einwohnerin als Messias sowohl der Juden als auch der damals mit ihnen verfeindeten und als heidnisch geltenden Samaritaner offenbart hat. In seiner Festansprache gab Bürgermeister Gotthard Schlereth seiner Freude Ausdruck, dass endlich nach einem Jahr die Verkehrsführung rund um den Marktplatz und dessen Nutzung wieder uneingeschränkt möglich sind. Er erinnerte an alte Zeiten, in denen bis 1977 auf dem Marktplatz auch der Planbaum aufgestellt wurde und alle 25 Jahre der "Plue" gefeiert wurde, bis das Fest aus Platz- und Sicherheitsgründen verlegt werden musste, das zuletzt 2002 auf dem Festgelände an der Mehrzweckhalle durchgeführt wurde. An diesen alten Brauch soll der neue Plantanz-Brunnen erinnern, der auf seinen vier Seiten mit Tanzpaaren verziert und mit der aufgeteilten Aufschrift "Der Plue - Plantanz - Brauchtum - in Oberthulba" beschriftet ist.

Der Gemeinderat hatte die Sanierung des Marktplatzes mit den umfassenden Straßen "ortsteilübergreifend als notwendig" erachtet, dankte der Bürgermeister dem Ratsgremium. Nicht nur die Anlieger, sondern alle Einwohner Oberthulbas waren bei 20 öffentlichen Terminen, davon drei Anliegerversammlungen und acht Versammlungen mit aktiver Bürgerbeteiligung in die Planung einbezogen worden. Die Planungsarbeiten hatte der Gemeinderat dem Bad Kissinger Unternehmen Hossfeld & Fischer und die Freiraumgestaltung den Landschaftsarchitekten Dietz & Partner in Elfershausen übertragen. Der Marktplatz wird bereits wieder vom Fischhändler aus Bremerhaven genutzt ebenso wie von einem Metzger aus dem Gebiet der Allianz Kissinger Bogen und dem Direktvermarkter eines "Genusshofes" in Röthlein. Seine wichtigste Aufgabe aber hat der Marktplatz als Stätte der Begegnung für alle und wurde deshalb barrierefrei geplant. Rundum gibt es keine Bordsteine, und von den sieben Stellplätzen ist einer für Behinderte reserviert. Im Rahmen des landkreisweiten Konzeptes zur Steigerung der Elektromobilität wurde zusätzlich neben den Stellplätzen eine Ladesäule installiert.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren