Elfershausen
Gemeinderat

Schutz vor Fluten

Der Deisselbach soll nicht mehr über die Ufer treten und ein Hochwasser wie vor einem Jahr verursachen.
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Um Hochwasser vorzubeugen strebt der Markt Elfershausen ein Schutzkonzept an.                                   Archivfoto: Winfried Ehling
Um Hochwasser vorzubeugen strebt der Markt Elfershausen ein Schutzkonzept an. Archivfoto: Winfried Ehling

Der Deisselbach braucht einen Hochwasserschutz. Ein Konzept für dieses Projekt stellte Peter Ruck vom Büro Werner aus Eltmann vor. Ausgelegt auf ein Jahrhundert-Ereignis, sind neben dem Markt das Wasserwirtschaftsamt und die Autobahndirektion einbezogen, die gemeinsam ein wirksames Bollwerk gegen die Fluten errichten wollen, das der Planer - inklusive aller Maßnahmen - auf geschätzte drei Millionen Euro taxiert.

War es vor einem Dutzend Jahren das Saale-Hochwasser, das es zu bändigen galt, ist es jetzt der Deisselbach. Ein an und für sich ruhiges Bächlein, sofern kein Sturzregen es in einen reißenden Wildbach verwandelt, der im Mai vorigen Jahres durch sein relativ großes Einzugsgebiet Elfershausen unter Wasser setzte. Daraus zog die Gemeinde ihre Lehren.

Mehrere Rückhaltebecken

Die Planung sieht mehrere Rückhaltebecken mit insgesamt ca. 45 000 Kubikmeter Volumen und einen Damm oberhalb der Fischteiche vor. Weitere Deiche, Abfanggräben und Retentions-Flächen sind an der Autobahn, am "Hünenweg" sowie am Neu- und Stappberg vorgesehen. Für dieses Areal gilt es ein spezielles Konzept zu finden, das die ehemalige Müllhalde betrifft, deren Inhalt das Sturzwasser mit sich bringt. Auf Anfrage von Walter Schmitt rechnet Ruck mit einer Bauzeit von einem Jahr. Alle anfallenden Aufgaben einbezogen, wie zum Beispiel Grundstücksverhandlungen, Finanzierung, Planung, Ausschreibungen und Genehmigungen sind es allerdings fünf Jahre, mit denen die Gemeinde bis zur Fertigstellung rechnen muss. "Wir wissen, was auf uns zukommt und haben noch viele Gespräche zu führen", sagte Bürgermeister Karlheinz Kickuth. Den Beschluss, das Büro Werner solle das Konzept weiterverfolgen und modifizieren, fällte der Rat einstimmig.

Die Abwasserleitung im neuen Trimberger Baugebiet "Quellenstraße" soll nach Anlieger-Eingaben einen Meter tiefer als die bisher geplanten zwei Meter liegen. Das erspart eine Hebeanlage. Ein Gutachter gab die unverbindliche Vorabauskunft, dass in besagter Tiefe kein Wasser und kein Fels zu erwarten sind. Die Mehrkosten für die 130 Meter lange Leitung liegen bei etwa 15 000 bis 20 000 Euro. Eine Ausschreibung soll zeitnah erfolgen. Der Marktgemeinderat beschloss die Änderung einmütig.

Keine Einwände gab es gegen die Bauanträge und die Befreiungen für den Wohnhausneubau mit Garage und Carport in der Julius-Echter-Straße und den Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage in der Adalfriedstraße.

Für Lkw gesperrt

Debatten kamen hingegen zum von Alfons Hausmann erstellten Beschilderungsplan für die Westheimer Straße und die Zufahrt zum Pausenhof der Johannes-Petri-Schule auf. Die Westheimer Straße in Langendorf wird demnach für Lkw gesperrt mit dem Zusatz "für landwirtschaftlichen Verkehr und Lieferverkehr frei". Ein neuralgischer Punkt ist der Schulhof. Kein Verständnis hatte Bernd Büttner, ihn völlig zuzusperren. Weitere Einwände betrafen Belieferung, den Rettungsweg, die Sporttreibenden, die die Halle nutzen, die Parkplätze für das Personal und die Sicherheit der Schüler. Andererseits möchte die Lehrerschaft und die Gemeinde ungebetene, mobilisierte "Gäste" aus dem Pausenhof heraushalten, gar wenn sie mit Schwerlast-Fahrzeugen hier ihr Nachtquartier beziehen. Der Rat einigte sich auf die Beschilderung "Absolutes Halteverbot" für Vehikel über 3,5 Tonnen. Weitere Maßnahmen will das Gremium noch besprechen.

Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Rainer Kuhn, legte den örtlichen Prüfungsbericht vor. Demnach gab es keine außerplanmäßigen, jedoch überplanmäßige Ausgaben in Höhe von etwa 5000 Euro für die Erdaushubdeponie-Nutzung. Der Ausschuss empfahl zudem die zeitnahe Beschaffung eines neuen Forstschleppers mit Seilwinde um bei einem Ausfall des bisherigen Geräts nicht eine Entscheidung "über das Knie brechen" zu müssen.

Die überplanmäßige Ausgabe, die Feststellung und Billigung der Jahresrechnung 2018 sowie die Entlastung passierten ohne Gegenstimme. Kuhns Dank galt Kämmerer Andreas Mützel und seinem Team für die Unterstützung.

Gegen die Änderung des Bebauungsplans "Siebenäcker" stimmte im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange Gemeinderat Alfons Hausmann.

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