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Hammelburg
Bildung

Schulsanierung in Hammelburg wird noch teurer

Erst im September hatte der Stadtrat bei der Generalsanierung der Mittelschule Hammelburg einer Kostenmehrung von 320 000 Euro zugestimmt. Nun soll das Projekt rund weitere 200 000 Euro teurer werden.
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Die Maler bei der Arbeit: Die Generalsanierung der Mittelschule Hammelburg sind in vollem Gange. Foto: Markus Reeh
Die Maler bei der Arbeit: Die Generalsanierung der Mittelschule Hammelburg sind in vollem Gange. Foto: Markus Reeh
Keinen leichten Stand hatte Jürgen Bornkessel bei der jüngsten Stadtratssitung - musste er doch erklären, warum die Schulsanierung noch teurer wird. Der Architekt verwies auf die Entwässerung der Schulgebäudes. Wider Erwarten hätten sich einige Leitungen in und außerhalb des Gebäudes als defekt herausgestellt. "Daher mussten neue Rohre verlegt werden", so Bornkessel.Auch die überraschend festgestellte hohe Schadstoffbelastung der Möbel habe zu einem deutlichen Kostenanstieg geführt. Schließlich sei komplett neues Mobiliar angeschafft worden.

Die Begründungen waren nicht neu, und so legte der Architekt auf Nachfrage von Stadträten eine detaillierte Liste mir konkreten Zahlen auf. Demnach ergab sich bei den Rohbauarbeiten, einschließlich außerplanmäßigem Verlegen neuer Entwässerungsrohre, eine Mehrung von 213 000 Euro. Und der Außenputz im Wärmedämmverbundsystem kostete 107 000 Euro mehr als kalkuliert.

Boden mit PAK belastet

Die Bodenbelagsarbeiten wurden 74 000 Euro teurer. "Es wurde eine Belastung mit PAK (polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe) festgestellt, weshalb Estrich und Belag ausgetauscht werden mussten", verdeutlichte Bornkessel. Eine weitere Mehrung von knapp 77 000 Euro ergab sich durch Schadstoffuntersuchungen mit dem Ergebnis, dass große Teile des fest eingebauten Mobiliars stark belastet waren und ausgetauscht werden mussten.

Für neue Fensterbänke wurden zusätzlich 31 000 Euro nötig. "Die alten Fensterbänke, die eigentlich wieder verwendet werden sollten, sind nämlich beim Ausbau überraschend kaputt gegangen", so der Fachmann. Auch die Kosten für die Malerarbeiten lagen 61 000 Euro höher als im Ansatz, um nur die größten Positionen zu nennen. Dem standen aber auch etliche Einsparungen gegenüber. So musste unter anderem für den Fensterbau 89 000 Euro weniger investiert werden. Und die Betonsanierung war ebenfalls 38 000 Euro günstiger als taxiert.

Realistischer kalkulieren

CSU-Stadtrat Patrick Bindrum plädierte angesichts der stetigen Steigerungen dafür, bei künftigen Großprojekten der Stadt realistischere Kostenschätzungen vorzunehmen. "Offenkundig haben wir im Vorfeld zu wenige Schadstoffanalysen betrieben", so Bindrum. Der Stadtrat dürfe sich nicht scheuen, auch mal 5000 Euro für eine entsprechende Voruntersuchung auszugeben. 2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) meinte, ein Anstieg der Kosten um 15 bis 16 Prozent sei gewiss ärgerlich. Aber selbst wenn der Stadtrat dies vorher gewusst hätte, wäre die Entscheidung sicher dennoch für eine Sanierung der Schule gefallen.

Reinhard Schaupp, SPD-Fraktionssprecher, wollte wissen, wie sich die Kostenmehrung auf die Zuschuss-Situation auswirke. Stadtbaumeister Detlef Mohr erklärte, auch bei Mehrkosten gebe es eine Förderung durch die Regierung. Aber wie hoch diese ausfalle, sei noch nicht klar. Architekt Bornkessel verwies auf vergleichbare Schulsanierungen in Bad Kissingen und Münnerstadt. Dort seien die rund 15 Prozent höheren Kosten von der Regierung bezuschusst worden.

SPD-Stadtrat Hans-Dieter Scherpf warnte davor, sich darauf zu verlassen. "Die Regierung prüft erst noch, was förderfähige Kosten sind und was nicht", machte Scherpf deutlich. Auch Bürgermeister Ernst Stross bekannte, es sei eine spannende Frage, was letztlich als förderfähiger Mehraufwand akzeptiert werde.

"Lieber abreißen und neu bauen"

Jürgen Bornkessel verwies auf bereits vorgenommene Arbeiten an der Turnhalle, die als nächstes Bauteil ansteht. "30 000 Euro wurden schon verbaut, zum Beispiel in neue Türen", erklärte der Architekt. Entsprechend niedriger fielen hier dann die Gesamtkosten aus. BfU-Stadtrat Walter Bay hält bei der Halle hingegen nichts von einer Sanierung: "Wir sollten sie lieber abreißen und neu bauen. Das wird günstiger."

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